Doctorella – Lass uns Märchenwesen sein


(VÖ: April 2010 / Label: Fieber)

März 8th, 2010 | 0 Kommentare ...  

Doctorella – Lass uns Märchenwesen sein

Von

Kerstin und Sandra Grether – beide sind durch unterschiedliche Arbeiten bekannt und treten dennoch scheinbar nie ganz getrennt voneinander in Erscheinung. Das mag wohl unter anderem an denen liegen, die über sie berichten, denn bei Zwillingen nennt man schließlich selten einen allein. Im Fall ihrer Band, treten sie aber tatsächlich und buchstäblich zu zweit auf. Nämlich als Doctorella. Vor zwei Jahren taten sie dies zum ersten Mal im Bang Bang Club. Seit dem doctorellieren sie unter anderem mit Jens Friebe. Vielleicht ist es seinem gewissen Einfluss zu verdanken, dass die Texte von Doctorella in jener Friebischen Art mit einer ganz eigenen verloren-romantischen Poetik daher kommen, die hier ins Düstere abdriftet und dort alles mit Humor besiegt.

Doch fürs Schreiben sind ja auch die Grether Schwestern bereits bekannt. Unter anderem in dem Buch „Madonna und wir“ leisten sie ihren Beitrag zur pop-feministisch-globalisiert-sexistischen Diskussion um das Phänomen Madonna. Sandra Grether hat sich außerdem mit der Band Parole Trixi auch musikalisch bereits einen Namen gemacht. Und nach ihrer Friebe/Spechtl/Hermann Erstbesetzung bejubelt die Doctorella-nahe Spex-Presse  das neue Gespann mit Ja, Panik Schlagzeuger Sebastian Janata an der Gitarre, Elmar Günther von Parole Trixie, Schlagzeug und Plattenladenbesitzer Jakob Groothoff am Bass nur noch als neue deutsche Indie-Super-Group.

Lass uns Märchenwesen sein heißt dann demnächst die erste Single, dessen Cover Teil einer neuen Künstler-Edition von Cosima von Bonin sein wird, und eigentlich als Doppel-Vinylsingle erscheint, eine von Doctorella mit dem Velvet Underground-mäßigen Dream Tomorrow’s Next Dream auf der B-Seite, und eine von Justus Köhncke, eine Kombination die sich Cosima von Bonin selbst ausgesucht hat, und letzlich auch ziemlich teuer werden soll.

Der Song Lass uns Märchenwesen sein ist allerdings mehr als die Hommage an ein Volkslied über klappernde Mühle, eher das alte Lied von Befreiung, so zu leben wie man will. Wie zufällig reingrutschte Zeilen wie Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach handelt auch von dieser neo-liberalen 24h Mentalität, die sich durch den berühmten Kuss im Märchen befreien soll, und im Refrain dann alles schön zum mitsingen, so wie man es von den besten Britta Zeiten her kennt.

Keine hundert Jahre aber wollen sie warten, als Dornröschen wartend wach bleiben, schließlich sind sie schon im Madonnenland geboren worden, und “haben darin zu viel Zorn erregt”.

Lass uns Märchenwesen sein, Dream Tomorrow’s Next Dream und drei weitere Stücke finden sich auf ihrer MySpace Seite:

www.myspace.com/doctorella



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