Ted Gaier: wir sind nicht die Marke Hamburg


„Wir weigern uns, über diese Stadt in Marketing-Kategorien zu sprechen”

Oktober 10th, 2009 | 0 Kommentare ...  

Ted Gaier: wir sind nicht die Marke Hamburg

Von

Ted Gaier (u. a. Goldene Zitronen) hat die Nase voll: In einem auf Flickr veröffentlichten Text zieht er gegen die Vermarktung der Stadt Hamburg als Marke vom Leder. Es geht dabei um Trends, die sich auch in anderen westlichen Großstädten zeigen und die eigentlich auch nichts Neues sind: Künstler/innen und andere Kulturschaffende werden benutzt, um heruntergekommene Stadtteile aufzuwerten, um sie damit attraktiv für wohlhabene Mieter und Geschäftsleute zu machen. Gentrifizierung ist lange kein Begriff mehr, der nur Soziologen bekannt ist.

In Hamburg kocht das Thema aber gerade wieder hoch: Die Besetzung einiger Häuser des Gängeviertels im August ging durch die nationalen Gazetten, das derzeitig akute Clubsterben bewegt die an alternativer Kultur Interessierten der Stadt. Gaier sagt nun: Nicht mit uns! Wir lassen uns nicht vereinnahmen. Die alternative Kulturszene der Stadt wolle kein „Erfolgsbausteinen der Marke Hamburg” sein. Was benötigt würde seien Kulturförderung unabhängig von Marketingkonzepten, bezahlbare Mieten für Wohnungen, Proberäume und Ateliers. Es sei kaum noch möglich, „Clubs und Spielstätten zu betreiben, die nicht einzig und allein dem Diktat des Umsatzes verpflichtet sind”.

Gaier fordert zur Unterstützung von diversen lokalen Initiativen auf, die sich dieser „Verwertungs- und Standortlogik” entgegensetzen, u. a. den Besetzern des Gängeviertels, der Initiative gegen Ikea in Altona, und der Roten Flora.

Der ganze Text hier: http://www.flickr.com/photos/spanier/3992934546/

Nachtrag: Der Text stellte sich als eine verfrühte Veröffentlichung eines Manifests heraus, das nicht nur von Ted Gaier verfasst wurde. Deshalb wurde es von der Seite genommen. Es wird demnächst mit einer eigenen Seite präsentiert. Mehr dazu hier.



Kommentare sind geschlossen.