SO36 – bald ohne SO36?


Kreuzberger SO36 zur Errichtung einer Schallschutzmauer gezwungen

März 24th, 2009 | 2 Kommentare ...  

SO36 – bald ohne SO36?
SO 36: Gitter bald für immer unten?

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Schon mal gewundert warum Konzerte im SO36 immer früher anfangen, nie sonderlich laut sind und insgesamt immer weniger wurden? Jetzt kam heraus dass ständige Beschwerden eines im Hof angrenzenden Nachbars, der sich durch sein Küchenfenster von der Lautstärke der SO36 Veranstaltungen belästigt sieht, der Grund für diesen Rückzug sind.

Doch eine unbürokratische Lösung schien nicht genutzt zu haben, nun bekam der alte Postbezirksladen auch noch Post vom Bezirksamt, resp. Ordnungsamt mit Auflagen zur Lärmreduzierung. Danach muss das SO36 entweder Konzerte auf “Zimmerlautstärke” fahren, was so gut wie unmöglich ist, oder als letzte Lösung eine gemauerte Lärmschutzwand zum Hof errichten, wie die vom Umweltamt geschickten Messtechniker herausfanden.

Dazu ist das SO36 aber finanziell nicht in der Lage, und fordert deshalb die Berliner Politik auf, dem tradtionsreichen Laden, der wie kein anderer Club für das Zusammenleben der vielfältigen kulturellen Szenen des Kreuzberger Stadtteils Kreuzberg steht, in Zeiten von Millionen für eine O2 Arena und Lärm-Sonderverordnungen für dieselbe zu helfen, alles andere wäre ein falsches Signal. Denn so wie die Hochbahn seit 100 Jahren durch den Kiez rattert und trotz Sanierung nachts immer noch lauter ist als wir, muss auch das SO36 erhalten bleiben.

Aufgerufen an die Politik zu appellieren sind auch alle Freunde und Symphatisanten des SO36, alle die mit dem SO36 groß wurden und darin einen zentralen Bestandteil Berlin-Kreuzberger Kultur sehen. Auf der eigens zum Thema eingericheten Seite www.so36.de/sobleibt.htm führt das SO36 eine Reihe von Adressen samt Textvorschlag auf, an die man seinen Aufruf schicken sollte.

Und auch wir fänden es schon irgendwie sehr merkwürdig, sollte das SO36 nicht mehr exsistieren. Hätte es überhaupt nie exsistiert, müsste heute einiges an Geschichte umgeschrieben werden, kein Atonal hätte jemals stattgefunden, kein Kippenberger hätte aus dem SO je das Kultobjekt seiner Zeit gestaltet, und kein Herr Lehmanns kleiner Bruder hätte einen Job (in der Zone) gefunden. Ohne das SO36 in SO36 fehlt einfach das Salz in Kreuzberg.

Das SO 36 1981, nach dem ersten Tuxedo Moon Konzert.  Foto: ar/gee gleim (http://gnogongo.de)

Das SO 36 1981, nach dem ersten Tuxedo Moon Konzert. Foto: ar/gee gleim



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. nona  

    SO36 30 Jahre Geburtstags-Gala: http://www.so36.de/texte/PM30%20jahre%20SO36.pdf

  1. 2

    Pingback von gnogongo» Blogarchiv » SO 36:
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