Sky Sunlight Saxon Nachruf


Juni 28th, 2009 | 0 Kommentare ...  

Sky Sunlight Saxon Nachruf

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Wir wollen es nicht vergessen: am 25. Juni verstarb auch  Sky Sunlight Saxon, Sänger der The Seeds im St. David’s South Austin Krankenhaus in Austin, Texas.

Saxon starb an einem Herz und Nieren Versagen aufgrund einer zuvor nicht festgestellten Infektion der inneren Organe.

Warum wir auch dies vermelden? Nun, es gab eine Zeit in der Gitarrenbands gerade ein paar Jahre alt waren. Sie hiessen The Beatles, The Rolling Stones, The Kinks, The Yardbirds, Beach Boys… und dann auch The Seeds.

Als nach ihrer 1965 veröffentlichten ersten Single Cant Seem to Make You Mine 1966 ihr gleichnamiges Debut Album erschien, kopierten schon Armaden amerikanischer Bands diesen neuen mit Fuzz und Orgel gespielten Psychedelic Rock Sound, der sich nicht mehr Beatmusik, sondern Garage-Rock nannte.  Muddy Waters nannte sie “Amerikas eigene The Rolling Stones”, was vielleicht nicht ganz passt, eher das, was Lenny Kaye’s einflussreiche 60s Kompilationalben “Nuggets” später für die US und UK Punk Szene bedeutete.

Schließlich war es Joey Ramone, der einmal in einem Interview sagte: diese Stimmung der Urschreiartigen Angst (auf Pushing too Hard) war der Grund, warum auch ich mit dem Singen anfing.

Es war dieser, für damalige Zeiten hochnervöse Freak-Beat der The Seeds, der im Gegensatz zu The Kingsmen (Louie Louie), The 13th Floor Elvators oder The Count Five (auf die sich heute bekanntlich The Horrors beziehen) eine Scheibe zum späteren Punk vorwegnahm. Wer ihre Mischung rohen Garagenrocks mit psychedelischen Vorlieben in den 60ern mitgekriegt hatte, war nicht zuletzt auch James Osterberg a.k.a. Iggy Stooge.

Nachdem Pushin Too Hard 1966 in die Charts einstieg ein Summer of Love Radio Hit änderten The Seeds ihren Sound zugunsten eines noch psycheldischeren Stils. Es waren The Seeds, die den Begriff Flower-Power erfanden, nur um ihn der einsetzenden Kommerzialisierung aufgehen zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt waren sie die Headliner zu Namen wie The Doors, Buffalo Springfield, The Byrds, Vanilla Fudge, Jefferson Airplane, The Kinks, Four Seasons, Diana Ross and The Supremes und stiegen über das Label Garage-Rock hinaus.

Dazwischen lagen drei Alben: The Seeds (1966), A Web of Sound (1966) und The Future (1967).

1969 lösten sich The Seeds auf dem Höhepunkt ihrer Karriere auf. Sky Saxon trat in den 70ern der Yahowha  Sekte bei und veröffentlichte einige weniger bedeutende Alben, bevor es 1989 bis 2003 eine Reunion von The Seeds gab.

Als Sky Sunlight Saxon und The Seeds ging Saxon anschließend immer mal wieder sporadisch auf Tour und spielte am 14. November 2008 im Roten Salon zum letzten Mal in Berlin.

Erst gestern, dem 27. Juli sollte es im Berliner Bassy ein Wiedersehen geben. Das Konzert wurde abgesagt, und niemand pushte am Abend zu hart.

http://www.skysaxon.com
http://www.myspace.com/theseeds



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