Reeperbahnfest: was man sehen muss – und was nicht


September 22nd, 2009 | 1 Kommentar ...  

Reeperbahnfest: was man sehen muss – und was nicht

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Nächstes Wochenende, am 24.-26. September 2009 stellt das Reeperbahnfestival in Hamburg den Anker wieder auf den Kopf.  Schließlich spielt ab Donnerstag eine unübersichtliche Menge Guppen und Namen, von denen man meistens noch nicht mal den Anfangsbuchstaben gehört hat.

Damit man nicht Gefahr läuft am Ende wieder zwischen 1000 nichts-checkenden Nachzüglern Kamellekapellen wie Deichkind, Editors oder gar Tele ertragen zu müssen – Ausnahme: Dinosaur Jr (D-Club, Donnerstag, 24Uhr), gucken wir mal was man dieses Mal nicht verpassen sollte:

206 (Kaiserkeller, Samstag, 20.30h) aus Halle markieren den Willen wieder was zu wollen. Akzentuierte Texte und kratzige Gitarre im 2-Minuten Bereich mit Typ Sänger, der neben ein paar unausgeschlafenen Augen eetwas mehr Passion verspricht, fielen zuletzt auch dem Berliner Staatsakt Label auf.   Sollten sie da aufgrund eines einzigen Demos rauskommen, werden sie noch als die Berliner Antwort auf die Artic Monkeys gehandelt werden. Dabei sind sie genausogut Fans von 1000 Robota, Navel, Abwärts und wie Kratzer to the Top klingt, Surrogat. www.myspace.com/zweihundertsechs

Dananananaykroyd (Molotov, Donnerstag, 20.40h) gehören zu den Top 3 unverpassbaren neuen Bands. Die derzeitigen Lieblinge der britischen Indieszene (Some Dresses) haben sich mit dem in Deutschland peinlicherweise noch nicht veröffentlichten Debut “Hey Everyone” einen, oft falsch buchstabierten, Namen gemacht. Manchmal wie The Mae Shi, nur heftiger und flotter spielt sich das Sextett mit dem leicht verunglückten Anagram auf Dan Arkroyd regelhagelvoll außer Atem. www.myspace.com/dananananaykroyd

Frittenbude (Uebel und Gefährlich, Sa, 0.15h). Auch wenn die Festivalleitung schreibt: “Wo kommen die denn auf einmal her? Vor ein paar Monaten hatte man von Frittenbude noch gar nichts gehört… ” ist das natürlich komplett falsch. Seit über einem Jahr mosht die eingeweihte Gemeinde schon zu “Mindestens in 1000 Jahren” und lässt sowas wie Deichkind dafür gern liegen. Seitdem brät Frittenbude auf der Erfolgsspur und ist mit Titeln wie jung, abgefuckt, kaputt und glücklich Untergrund Party Standard – mindestens. www.myspace.com/frittenbude

King Khan & The Shrines (D-Club, Donnerstag, 20.30h) – alleine dafür kann man 300 Kilometer weit fahren. Der Exil-Kanadier mit der Pickelhaube ist auf dem Weg zum ganz großen Kult. Mit ganzer Bläsersektion und dem Schmelz eines echten Soulrockers von filmischen Gnaden bringt er mit seiner Show bisher noch jeden Laden aus dem Häuschen. Wer auf den dreckig-groovigen Retroschtick (The Black Lips, Demon’s Claw..) steht, darf den aktuellen König des Strumpfhosen-Rock’n’Roll nicht verpassen! www.myspace.com/kingkhantheshrines

Girls (Molotov, Do. 21.50h).  Vorsicht, ernsthafter Hypefallenverdacht, würde da nicht so ein hitverdächtiger Restfaktor überbleiben. Sollte sich das durchsetzen, haben andere (Jesus and the Marychain, Crystal Stilts, Fleet Foxes, Elvis Costello, Sonics usw.) zumindest den Weg bereitet. www.myspace.com/girlssanfran

Times New Viking (Kaiserkeller, Fr., 21.30h) Wer die neue kratzig-tanzig-Schwernots-Euphorie à la Wavves, Lovvers, Japandroids nicht verpassen will, wird von den vierten im Bunde Times New Viking gut bedient. Veritabel juveniler Pop wird auch hier durch die Lo-Fi Presse gequetscht, und schwer zu entziffernde Hooks bleiben im Gedächtnis als die neue Coolness hängen. www.myspace.com/timesnewviking

My Awsome Mixtape (Grüner Jäger, Fr., 21.45h) – sollen Italiens neue Tanzbodenfüller sein, könnten aber auch als zu durchsichtig durchfallen. Ein Tip allemal… www.myspace.com/wearemyawesomemixtape

Who Made Who (Uebel und Gefährlich, Fr. 0.30h) Eine der qualitativ besten und un-gymnasialsten Indiediscoliverockbands zur Zeit. Wir haben sie vor ein paar Wochen in Köln erlebt und legen beide Hände (und Füße) mal locker ins Feuer für. www.myspace.com/whomadewhomusic

Wer’s ein dagegen ein bischen folkiger mag ohne in die Kräuterabteilung zu fallen, sollte Charlie Winston‘s (Grünspan, Fr., 21.45h) charmant-chilligen Folk-Dance besuchen, oder Dear Reader (ebenfalls Grünspan, Fr., 0.45h) aus Johannesburg, Süd-Afrika. Denen kann man eh kein Härchen krümmen – episch und auf der Großen Freiheit ein sicherlich unvergessliches Erlebnis.   www.myspace.com/charliewinston www.myspace.com/dearreadermusic

Alles, auch das was hier ausgelassen wurde unter:

www.reeperbahnfestival.com



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. snlr  

    echt gute Tipps