PIAS Lagerbrand – Deutschland nur indirekt betroffen


August 11th, 2011 | 0 Kommentare ...  

PIAS Lagerbrand – Deutschland nur indirekt betroffen

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Kollektive Betroffenheit nach dem Brand im Zentrallager des größten englischen Indie Vertriebs PIAS Recordings (London).

Meldungen nach brach das Feuer aus, nachdem der Mob, der in das von Sony betriebene Lager einbrach um dort Geräte von Sony Electronics zu stehlen,  vor verlassen Benzin aus einem Kanister anzündete und das Lager so in Brand setzte.

Mitlerweile hat Pitchfork Media ein Statement veröffentlicht, das die Ausmaße der Verluste beschreibt.

Am heftigsten traf es demnach die Beggars Group, welche unter anderem Matador, XL, Rough Trade, 4AD, True Panther, Young Turks, und Too Pure vertreten. Mit Sub Pop und Domino werden zwei weitere bekannte Labels aufgeführt, deren Bestand vom Feuer dezimiert wurde.

Der NME schreibt dass bestimmte Labels wie Sonic Cathedral oder Transmission das meiste, wenn nicht alles verloren hätten.

Mancher fragt sich, wieviele gute Platten nun als Rarität gelten. Ob es Nachpressungen gibt ist mehr als ungewiss. Viele kleine Labels sind eh so pleite, dass eine Entschädigung wohl schnell weg wär.

Glück im Unglück:

Domino lagert aber auch in Deutschland, wie es in diesem Facebook Eintrag des deutschen Ablegers hiess: “wir sind davon nur indirekt betroffen – unsere Ware liegt in Köln“. Der Kommentar wurde nur kurze Zeit später wieder entfernt.

Aufruf zu mehr MP3 kaufen!

Währenddessen wurde zum Kauf von Alben in digitaler Form aufgerufen. “This way, the labels will be able to remanufacture their CD’s and vinyl more quickly, to resupply the record shops who are also affected by the riots”, heisst es dazu bei AIM, der Vereinigung unabhängiger Schallplattenlabels England.

Aber auch Beggars bestätigt auf ihrer Seite Auslandslager: “We are fortunate to have stock warehoused across the world that we can call upon“, heisst es auf einem Statement der Beggar’s Group.

Dorfdisco ist es darüber gelungen einen Insider zu sprechen und folgendes, alarmierendes Statement zu erhalten:

“Sollte der Bestand hier nicht mehr gebraucht werden, schicken wir ihn zu unseren Brüdern und Schwestern nach Dingens da, wo das Lager abgebrannt iss, zurück”, verriet ein Lagerarbeiter bedröhnt am Telefon, und: “am Ende verlier ich hier noch meinen Arbeitsplatz!”

Ein anderer Kommentar bezog sich auf die unermüdliche Marketingmaschine der Musikindustrie:

“Ich frage mich ob PR und Marketing Agenturen jetzt eine Hitliste der “meist geklauten Marken” erstellen, als Teil ihrer endlosen Bemühungen zum Konsumentenverhalten in Teenage Zielgruppen”, schrieb jemand zu den Ausschreitungen auf Facebook.

Drei Teenager im Alter von 17 und 18 Jahren wurden laut NME mitlerweile verhaftet.

Mehr zum Thema via NME und The Guardian.

 



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