Neues DEVO Album nach 19 Jahren


März 11th, 2009 | 0 Kommentare ...  

Neues DEVO Album nach 19 Jahren
DEVO, Reuters 10.2.2009

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So ihr modischen Alleswisser und Tanzbodenchecker, wisst ihr überhaupt woher ihr Nerds kommt? Gut, das werdet ihr nicht nachvollziehen, aber es gab mal eine Zeit, wo sich die Elektro- mit der Gitarren/Schlagzeug Fraktion schon sehr gut verstand, vor allem dann, wenn es neben lebensweltlicher Entfremdung noch Strumpfmasken, Skibrillen oder rote Blumentöpfe als Kopflogo gab.

Die Rede ist nicht von den aktuellen Karnevalsbands, sondern DEVO, die 1972 in Akron, Ohio gegründet wurde, und 1978 mit Q: Are We Not Men A: We Are DEVO die New-Wave Welt epochal erschütterte, produziert von Brian Eno und aufgenommen bei Conny Plank (Can, DAF uva.) in Neunkirchen-Seelscheid bei Bonn. Abgesägte Gitarren und Nummern wie Space Junk oder Mongoloid waren der Abgesang an verkommene Rocktraditionen, selbst die des Punkrocks, und allein ihre irritierend entstellte, aber treibend tanzbare  (I Can Get No) Satisfaction Coverversion der Rolling Stones, ist ein quasi-antierotisches Meisterwerk, das ohne Kraftverlust mittels einer im “Baby” hängengebliebender, verkrampfter Hyperwachheit schon viel von dem vorwegnahm, was heute als neu verkauft werden will.  Hier hatte es sich schon ausge-baby-t, wurde das Unbefriedigende ernst und tauchte ein ins moderne Niemandsland, wo keine Kommunikation mehr möglich ist. (nach Testcard, Beiträge zur Popgeschichte, Nr.1, 1995.)

Dazu gesellt sich DEVOs Erklärung dass sich die Menschheit nicht wirklich weiterentwickelt, sondern im Gegenteil, zurückentwickelt (De-Evolution), und zwar ins Modernistisch-Futuristische, was wiederum ein Witz gewesen sein sollte. Daher die ganzen Plastiklappen, utopischen Entwürfe und implizierter Maxime in unittelbarer Einlösung im absurd-Ästhetischen, das in ihrer Frühphase nicht selten zu Kontroversen geführt hat, unter anderem auch darin, dass ihnen Live der Stecker gezogen wurde.

Zudem waren DEVO Pioniere des Musikvideos, die schon früh auf MTV zu sehen waren. Schon vorher exprerentierten sie mit dem Medium, und wurden 1976 von David Bowie und Iggy Pop entdeckt, als ihr Film The Truth about De-Evolution auf dem Ann Arbour Filmfestival einen Preis gewann. Zu Eno und Plank weitergereicht, erzählt man sich heute noch die Geschichte wie Mothersbaugh, Casale und Co. in ihren gelben Overalls, Plastikbrillen und Milchkannen in der Hand zum Bauern marschierten.

1091 löste sich die Band auf, trat danach aber noch zweimal in den USA in Erscheinung. Erst 2007 gab es wieder einen kompletten DEVO Gig bei Benacassim, und jetzt die Meldung eines neuen Albums in Originalbesetzung, bis auf den ausgeschiedenen Schlagzeuger Alan Myers, der durch Nine Inch Nails/A Perfect Circle/Gn’R Schlagzeuger Josh Freese ersetzt wird.

www.myspace.com/devo

Original Video hier (ohne Sound): www.youtube.com/watch?v=jmzpvwDG2fY



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