DIN A TESTBILD und S.Y.P.H. spielen in Berlin


August 8th, 2009 | 0 Kommentare ...  

DIN A TESTBILD und S.Y.P.H. spielen in Berlin
Mark Eins - Din A Testbild

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Zwei wahrlich legendäre 80er Jahre Gruppen spielen seltene Berlin Konzerte.

Din A Testbild zählt zu den Wurzeln des West-Berliner New Wave. Die “ehemaligen”-Liste der Band um Sänger Mark Eins liest sich lang. Durchaus bekannte Namen wie Gudrun Gut, Bettina Köster oder Frieder Butzmann, allesamt frühe 80er Ikonen, finden sich darunter.

1979 veröffentlichte Din A Testbild eine erste Single namens Garbage/Abfall. Das Cover war nach den Maßstäben der Zeit mit Rotring Buchstabenschablone und bunten Filzmarkern über Papierausrisse auf einen Stadtplan Ausschnitt West-Berlins collagiert. Die erste LP betitelt “Programm 1” hatte dann auch schon ein TV-Testbild aus dem Jahr 1946 als Cover. Im gleichen Jahr folgte soar “Programm2“, das ähnlich experimentell-elektronisch klang als wie “Programm 1“. Bis 2007 mit “Programm 5” die aktuelleste Din A Testbild erschien gab es noch vier weitere volle Länge LPs der Band.

Din A Testbilds kalt-entrückter Stil war typisch für die 80er. Ein immer wieder gern erzählte Mark Eins Ansage nach einem Stück namens Roboter war: “Ihr braucht da nicht klatschen, wir sind Roboter!”

Din A Testbild tritt morgen, Samstag 8. August in der aktuellen Besetzung bei der Nagasaki Noise Night zusammen mit dem Berliner Synthesizer Orchester und Carl Hill Show auf.

Location: NK / ElsenStr. 52 2HH 2Etage 12059 Berlin/Treptow/Neukölln.

www.myspace.com/dinatestbildmusic

Ein weiteres Highlight deutscher Musikgeschichte wird Ende Oktober einen ihrer heute ebenfalls nur seltenen Auftritte haben: S.Y.P.H.!

S.Y.P.H. landeten mit Zurück zum Beton (japp, das war der Untertitel der letzten Pop-Up Messe, für die S.Y.P.H. nicht mal kontaktiert, als denn eingeladen wurden, und was es sich mit dem Titel dort auf sich hatte wurde auch nie klar) ihren Punkklassiker schlechthin. Allein das gesprochene Intro schrieb Geschichte: Ich glaub ich träume / ich seh nur Bäume / ich bin ein Tier hier / ein scheiß Tier / da hilft mir nur eins / Zurück zum Beton / da gibts noch Liebe und Glück.

Was sage ich, ihr Industriemädchen, später die erste Fehlfarben Single unter dem (falschen) Titel Große Liebe/Maxi, war gleich genial.

1977 in Solingen von Harry Rag (Gesang, eigentlich: Peter Braatz), Uwe Jahnke (Gitarre) sowie Thomas Schwebel (Bass) gegründet, unterlief der Band viele Mitgliederwechsel. Schwebel wechselte zu Mittagspause, aus der später die Fehlfarben hervor gingen. Nach ihrer Debut EP überraschte die erste selbstbetitelte LP S.Y.P.H. – Hello to the Mipau mit zwei unterschiedlichen Seiten: eine mit minimalistischen, kurzen Stücken und eine Seite mit an deustschen Krautrockbands wie Viel Feind, Viel Ehr Can angelehntem Sound. Ihr zweites Album Pst produzierte denn auch Holger Czukay von Can.

S.Y.P.H. lieferten nicht nur die Blaupause für deutschen Punk (ohne Deutschpunk zu sein), sondern traten auch auf allen wichtigen Festivals der Zeit auf.

Rag und Jahnke bleiben der Band meist erhalten und spielten mit wechelnder Besetzung noch viele weiter Alben ein, bis Rag in Berlin ein Filmstudium begann und bis heute in Lubiljana heimisch wurde.

S.Y.P.H. werden am 30. Oktober im Festsaal Kreuzberg zusammen mit Floating di Morel, Doc Schoko und Fantas Schimun “wahrscheinlich” für ein “spezielles Konzert” (Peter Braatz in Email) auftreten.

www.myspace.com/saveyourprettyheart

www.syph.de/PureFeunde.htm

de.wikipedia.org/wiki/S.Y.P.H.

Filmfest Trailer mit “Zurück zum Beton” Ausschnitt:



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