Die letzte Abmahnung schickte er sich selbst: Günter Freiherr von Gravenreuth ist tot


Februar 23rd, 2010 | 0 Kommentare ...  

Die letzte Abmahnung schickte er sich selbst: Günter Freiherr von Gravenreuth ist tot
Günter Freiherr von Gravenreuth - R.I.P. (Website Screenshot)

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Günter Freiherr von Gravenreuth,eher bekannt geworden als der “Abmahnanwalt” hat sich erschossen. Das berichten mehrere Medien gleichzeitig.

Gleichzeitig deshalb, weil von Gravenreuth vor seinem Freitod am Dienstagmorgen gegen 1.15 Uhr  eine E-Mail an seine weitreichenden Netzkontakte schickte, in der er seine Tat ankündigte: Subject: “letzten Gruß in die Runde” …dass er sich nun mit einer scharfen Waffe umbringen würde. Das benachrichtige Münchner Spezial Einsatzkommando kam zu spät.

Wer sich mit Urheberrecht und Netzpolitik auskennt, kannte auch den von Gravenreuth. Als “Abmahnanwalt” war er der “Schrecken aller Raubkopierer und Softwarepiraten, die er gnadenlos verfolgte und mit Klagen überzog”, so die Welt in ihrem ausführlichen Nachruf.

Die Gründe die den Anwalt nun zu seiner Tat schreiten liess sollen “von privater Natur” gewesen sein. Von Gravenreuth stand vor seinem eigenen Ruin, sollte eine Haftstrafe wegen Betrugs antreten, die das Berliner Oberlandesgericht im September 2008 gegen ihn verhängte.

Was war geschehen? Von Gravenreuth verklagte die “taz”, dessen automatisch verschickte Bestätigungsmail bei Anfordern des “taz” Newsletters als Spam auffasste, und eine Abmahnung verschickte. Die “taz” war schlau genug die Abmahngebühr zu bezahlen, denn es ist wahr, beim Newsletter Abonnent muss erst nachgefragt werden ob er diesen Newsletter denn auch beziehen will.

Von Gravenreuth liess nicht locker, behauptete dass der Betrag nicht überwiesen wurde und liess die Domain “taz.de” pfänden, welches zum Verlust von Marke und des Namens “taz.de” geführt hätte.

Dies sah das Berliner Oberlandesgericht anders und verurteilte den 61-Jährigen im September 2008 wegen Betrugs  zum Nachteil der Tageszeitung „taz“ zu einer 14-monatigen Haftstrafe, dessen Revision im Februar vergangenen Jahres verworfen wurde.

Szenekreise überrascht sein Schritt nicht: “Für Insider war es offensichtlich, dass er schon aus Prinzip niemals freiwillig seine Haftstrafe antreten würde. Scheinbar war der Freitod für ihn der einzig gehbare Ausweg, um sein Gesicht am Ende nicht zu verlieren”, schreibt Gulli.com.

In den einschlägigen Internetforen überschlagen sich derweil die Kommentare. Ein Kommentar unsererseits ist obsolet, ach was, küren einen der Besten: “Die letzte Abmahnung schickte er sich selbst”. (von Robi, gefunden auf Welt Online).



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