Bruno Adams R.I.P.


April 19th, 2009 | 3 Kommentare ...  

Bruno Adams R.I.P.
Bruno Adams - R.I.P.

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Eine weitere Traurige Nachricht: Bruno Adams, Sänger, Texter, Komponist und Gitarrist der Fatal Shore verstarb gestern früh im Alter von 46 Jahren an einem langen Krebsleiden.

Adams durchlebte ab 1978 die frühe australische Punkszene Melbournes, wo er unter anderem mit den Saints, den Laughing Clowns und den Crime and the City Solution spielte. 1984 gründete er zusammen mit Chris Hughes (The True Spirit) seine eigene Band Once Upon A Time.

1989 zog die Band nach Berlin und supportete die Nick Cave and the Bad Seeds Good Son Europa Tour als auch The Swans.

Adams und Hughes wurden schnell Teil der alten West-Berliner Avantgarde, und bildeten zusammen mit anderen den Kern der australischen Musikerenklave Berlins.

Once Upon A Time veröffentlichten drei CDs/LPs, Once Upon A Time (1990), In The Blink Of An Eye (1992) und Don’t Look Down (1994), bevor sie sich 1996 auflösten.

Adams gründete anschließend zusammen mit Phil Schoenfelt The Fatal Shore. Ihre erste Tour führte sie durch das vom Krieg zerrüttete Bosnien-Herzegowina, wo sie ernstere Bekanntschaften mit serbischen Scharfschützen und Axt schwingenden Mujahidins machten. Ihre erste selbst betitelte CD Fatal Shore nahmen sie in Lucanec (Slowakei) auf, wo die auf dem Weg ins Studio im Zug von mit Pistolen winkenden ukrainischen Gastarbeitern zu Zugaben gezwungen wurden. Die daraus entstandenen Aufnahmen bildeten die Grundlage für ihren traditionell dunklen und psychedelischen Bluessound.

Die Band komplettierte sich anschließend wiederum mit Chris Hughes am Schlagzeug und Jojo Röhm am Bass. 2003 nahm man das Nachfolgealbum Free Fall auf Einladung in Kentucky in einer Kirche aus dem 19ten Jahrhundert auf. 2007 erschien das dritte Album Real World.

Was die Fatal Shore einzigartig machte waren vor allem die von Seele ergriffenen Songs, die Adams und Schönfelt mit tiefer und kräftiger Stimme darboten, als auch Hughes stark improvisiert-phrasierter Schlagzeugstil. Stilistisch mochte man Fatal Shore gern in die Nähe von Robert Johnsons Delta Blues, den Songwritern Jacques Brel, Leonard Cohen, Nick Cave und Townes Van Zandt, als auch den Sounds der Einstürzenden Neubauten und Can zuordnen.

Trotzdem wurden ihm und seinen Mannen nie die musikalische Anerkennung zuteil, die sie, verglichen mit den vielen anderen, weit-weit-weit belangloseren Marktäffchen, verdienten.

Nach erster Krankheitsdiagnose fand im Dezember 2006 im Berliner Tacheles ein Bruno Adams Benefiz Abend mit Freunden und Bands wie The Methylated Spirits, Christoph Hahn, Alexander Hacke, The Act, David Judson Clemmons & The Fullbliss, Two Dollar Bash, Mamasweed, Disorganised Crime und DJ Tom Cat und Lady Gaby statt.

2008 tourte Fatal Shore ein letztes Mal durch Deutschland, Österreich, Dänemark, die Tschechische Republik und Ungarn.

Bruno Adams, der vielen als energischer Motivator und aufrechter Charakter in Erinnerung bleibt, hinterlässt drei Kinder aus zwei Ehen.

Fatal Shore



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. Trinity  

    Oh man….a true loss for us all.

  2.  
    2. natalia  

    bruno adams – einer schönsten menschen in berlin – ….seine konzerte und sein motorrad…lass es brumen !

    ruhe in frieden….
    und geht nicht unter!!!
    nat

  1. 3

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