Zu Gast in der Wärmestube


Mittekill in der Kantine / Berghain

November 8th, 2011 | 0 Kommentare ...  

Zu Gast in der Wärmestube
Freedarich bei 10 Jahre Dorfdisco

Von Benjamin Cries

Ein Besucher des Mittekill-Konzerts am Samstag brachte es früh auf den Punkt: „Die Kantine ist eine Wärmestube für alle, die ihre ungehobelten Kleinen im Berghain abgeben und dann selbst doch noch nicht heimgehen wollen“. Und tatsächlich: holzgetäfelt, hochgeheizt – die Kantine vermittelt Behaglichkeit reinster Kajüte.

Gut, sie könnte allerdings besser gefüllt sein, diese Kajüte. Wohl auch das ist der Grund, weswegen sich der Mittekillauftritt um eine gute Stunde verzögert. Als es endlich losgeht, wird die Veränderung offenbar: Das einstmalige Elektroprojekt ist jetzt als richtige Liveband aufgestellt. Mit Bassschlagzeuggitarre, also allem, was dazugehört. Und natürlich: Synthesizer.

Die neue Montur macht Laune: Mittekill starten shoegazy-noisig, haben Waveelemente an Bord, erst nach und nach – und einige Instrumentenwechsel später – schälen sich die melodieseligen Songs heraus, für die das Projekt von Friedrich „Freedarich“ Greiling bekannt ist. Höhepunkt eines Mittekill-Konzerts bleibt das beliebte „Wasser oder Wodka“, welches eine leider immer noch übersichtliche Meute – dem Songtext folgend – lauthals mitschreit. Friedrich und seine Mannen vernehmen die Signale und scheuen sich nicht, den Song zur Zugabe gleich noch mal unters Volk zu pumpen. Euphorie. Ein schönes Konzert. Auf die für nächstes Frühjahr angekündigte Platte darf man gespannt sein. Mittekill kommt dann gleich als Staatsakt.

Obwohl Elektro Willi – Vater und Sohn – sich langsam fertigmachen, zieht es den Chronisten anschließend wieder raus in die nun kühle Samstagnacht. Draußen steht die obligate Schlange vor dem Berghain. Und man sinniert: wenn nur ein Viertel derer dort Schlängelnden schon ein Stündchen früher da gewesen und in die benachbarte Wärmestube eingekehrt wäre, hätte man es Mittekill doch sehr gegönnt.

http://www.mittekill.de

 



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