Vorband schlägt Headliner


1000Robota / Mondo Fumatore – Rosi’s 23.01.2009

Januar 28th, 2009 | 0 Kommentare ...  

Vorband schlägt Headliner
Anton Spielmann, 1000Robota live at Rosis

Von

„Hallo ihr Lieben
wir werden uns, nach diesem beknackten Rummel um unsere Band, erstmal zurück ziehen, uns nicht auf Peaches Geldof, Konzerte oder die Intro konzentrieren, sondern wieder das versuchen zu tun, wofür uns die Leute eigentlich mögen sollten: eine neue Platte aufnehmen”

Mit diesem Satz, zu lesen auf der MySpace Seite der 1000Robota aus Hamburg, hat es die Band schon mal geschafft spontan Punkte zu sammeln. Immerhin wurden die Jungs in den letzten paar Monaten nicht nur in den einschlägigen Blogs, den üblichen Szene-Zeitschriften bis hin zur Financial Times als die neue deutsche Indie-Hoffnung abgefeiert, sondern auch im schreifertigen britischen NME mit wohlwollendem Interesse registriert (worauf angesprochen, die Band aber – nun ja, vorsichtig gesagt – eher frostig reagierte. Siehe Dorfdisco CD-Review).

Dass man jetzt auf die Bremse tritt bevor aus dem Rummel ein zeppelingroßer, Luft gefüllter Hype wird, ist eine Reaktion, die den Robotas sicherlich einiges an Glaubwürdigkeit versichert. Zufall, dass man sich ausgerechnet das eher schnuckelige Rosi’s in Friedrichshain für einen der letzten Gigs vor dem selbst auferlegten Öffentlichkeits-Rückzug wählte?

Erwartungsgemäß war es übervoll; erwartungsgemäß mehrheitlich vom jungen, studentischen Alternativpublikum bevölkert. Günstige Voraussetzungen also für eine schweißtreibende, wilde Nacht, sollte man meinen.

Dass es eine solche dann doch nicht wurde lag ganz sicher nicht an den famosen Mondo Fumatore, die ich seit ihrem letztjährigen Longplayer Hand wirklich ins Herz geschlossen habe. Und: die sind auf der Bühnen sogar noch besser, echt wahr!!! Melodien zum reinknien, dazu eine unglaublich sympathische Ausstrahlung; man wundert sich wirklich dass diese erst kürzlich vom Duo zum Quartett angewachsene Band, obwohl schon seit über zehn Jahren dabei, über den Status eines Geheimtipps immer noch nicht hinausgekommen sind.

Zwiespältig ist vielleicht das richtige Wort um dagegen meinen Eindruck vom Auftritt der 1000Robotas zusammenzufassen. Dabei machen sie objektiv eigentlich alles richtig: der Sound prescht nach vorne, zwischen sperrigen Melodien blitzt immer wieder das Talent für wahre Ohrwürmer auf und die musikalisch-textlichen Zitate von Fehlfarben bis zu den Sternen werden dermaßen gekonnt durch den kreativen Mixer gedreht, dass man sich davor nur verneigen kann. Ihr merkt, ich wollte diesen Auftritt, weil diese Band, wirklich mögen!!

Aber letztendlich will der viel zitierte Funke in dieser Nacht partout nicht überspringen. Zu einem gemütlich wärmenden, oder auch wild lodernden Feuer hat es irgendwie nie gereicht. Mag sicher auch daran gelegen haben, dass man in einer (geschätzten) knappen Stunde die wieder einmal ziemlich lethargisch-introvertierten Berliner nicht auf Betriebstemperatur bekommen hat. Aber da muss man sich halt auch mal richtig ins Zeug legen und kann sich nicht nur auf gute Songs oder erarbeitete Ausstrahlung verlassen, liebe 1000Robota. Schade, schade!

Fazit: Vorband schlägt Headliner an einem doch eher unterkühlten Abend.



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