Vom Schlüpfen dänischer Raupen


Under Byen live in der Szene, Wien, 08.10.2008

Oktober 13th, 2008 | 3 Kommentare ...  

Vom Schlüpfen dänischer Raupen
Henriette Sennenvaldt (2004) Photo: c Steffen Jørgensen / Jint.dk

Von Philipp Brugner

„Gute” Musik kommt mitunter auch aus Dänemark. Da wären nicht nur die lockeren Gute-Laune-Dancer von Aqua, die sich anno dazumal mit „Barbie Girl” mitten in die schon so schlagerverwöhnte Partywelt katapultierten, sondern auch das Safri Duo, dessen Trance-Disco-Sound um die technoide Welt ging. Der Song „Played a live” und dessen anschwellende Trommelrhythmen ließen keinen von uns – in welcher Form auch immer – kalt.

Man sollte jetzt aber nicht glauben, dass die Dänen nur draufhauen können. Das wäre erstens zu früh geurteilt und zweitens einfach falsch. Wären sie euch an dieser Stelle nicht auch eingefallen, Bands wie Dúne oder Efterklang? Das sind Musiker, die mit Fug und Recht behaupten können, nicht mehr in die Fänge der repetitiven dänischen Bassmusik geraten zu sein – und das ist auch gut so.

Obwohl, Under Byen könnte man genauso einen Platz neben diesen Bands einräumen. Dass das auch so richtig ist, bewiesen sie bei ihrem Gig in der Szene. Das von ihnen Gezeigte stieß zwar immer wieder an die, dem durchschnittlichen Hörempfinden der heutigen Zeit erträglichen Grenzen, war aber ansonsten nicht so schlecht.

Sängerin Henriette Sennenvaldt hielt sich stets inkognito im hinteren Bereich der Bühne, weshalb mir selbst auch ein Foto verwehrt blieb. Das war erstens schade, da ich mir sagen lassen hatte, sie sei nicht nur Dänin, sondern eine bildhübsche noch dazu und trug zweitens nicht wirklich erfolgreich zur Tanzanregung unter den Leuten im Saal bei.
Sie war wie eine noch nicht geschlüpfte Raupe, von der man vergeblich darauf wartete, dass sie aus ihrer Ummantelung hervorkam.

Man kennt das ja mit den großen Performern auf der Bühne, die einem nicht nur beim Hinschauen leuchtende Augen machen, sondern auch noch beim Heimgehen dafür garantieren, dass die Ohren wackeln. Diejenigen, die uns mit ihren auswuchernden Kräften völlig hinreißen und zu einem in der Menge schwimmbaren Etwas werden lassen. Diejenigen, die alles geben.

Henriette Sennenvaldt dagegen sang. Einfach so, ohne viel Drumherum. Bewegen war bis auf eine einzige Ausnahme, bei der sie ihre Hände zum Takt der Drums schwang, tabu. „Na wenigstens sang sie”, könnte man da meinen. Könnte man, aber zufriedengestellt haben die Vocals leider ganz und gar nicht. Es war nahezu unmöglich zu verstehen, was sie da sang. Lag das manchmal noch an den klar überzogenen Klängen der Instrumente, litten die Texte Henriette Sennenvaldts hauptsächlich unter ihr selbst.

Under Byen

Under Byen live in der Szene, Wien, 08.10.2008

Die Tonlagen hatten zu viel Spielraum, was einer Konstanz an guter Musik nicht sonderlich zuträglich war. Munter zwischen krächzender Stimme und Lispelgesang angesiedelt, vermisste man das breite Spektrum eines klaren Ausdrucks. Ich hätte mir vielmehr eine striktere Linie im Gesang gewünscht, als dessen Flattern zwischen leidvollem Zirpen und Wimmern.

Neben Sennenvaldt standen noch zwei weitere Damen auf der Bühne, die ihrerseits aber alles gut im Griff hatten. Eine der beiden, Stine Sorensen, maß sich mit ihrem Kollegen Morten Larsen am Schlagzeug und pushte den Gesang an vielen Stellen mit ihrer Stimme auf. Auch Sara Saxild war immer wieder mal zu hören, nebenbei spielte sie einen souveränen Bass – zwar ohne Macken, dafür aber auch ohne anspruchsvollere Einlagen.

Dass mit der Musik aus Dänemark hatten wir ja eingangs schon geklärt und die Erkenntnis gewonnen, dass die Dänen – um jetzt einmal eine grobe Unterteilung vorzunehmen – sowohl auf der Disco- als auch auf der Indieschiene unterwegs sind.

Under Byen kann man da auch irgendwie einordnen. Die Band fällt in eine Unterkategorie der zweiten Schiene. Beim Klang und Gesang experimentieren sie (zu) viel, in ihrer Aufmachung waren sie zu prüde. Ihr Auftritt war zwar Theater, aber kein großes. Also ein kleines dänisches Ensemble, von dem man das Gefühl hat, dass sie sich auf der Bühne noch ein wenig selbst finden müssen. Dann wird auch der Sound besser gelingen und mit ein wenig Glück sogar der Schmetterling Henriette aus seinem Kokon schlüpfen.

www.myspace.com/underbyen

Henriette Sennenvaldt Foto: www.photo.jint.dk



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. Laura  

    Also dieser Artikel bräuchte dringend einige korrekturen :-(. ist teilweise einfach kein deutsch mehr.. “..stößte..” ist da nur das herausragendste beispiel…ich entschuldige mich vielmals für meine vorwürfe, sollte der autor deutsch nicht als muttersprache haben. falls doch, kann ich ihm wohl nur raten,seine texte in zukunft zumindest vorher so vielen personen wie möglich zum korrekturlesen zu geben, wenn er doch offensichtlich viel freude am schreiben hat (sonst würde er wohl kaum seine literarischen ergüsse veröffentlichen;-) ). vielleicht entstand dieser text auch direkt nach dem konzert und die müdigkeit hat das ihrige beigetragen – möchte hier gar nicht unterstellen, dass das von einem prinzipiell schlechten schreiber verfasst wurde. wünsche dem autor auf jeden fall mehr energie für den nächsten artikel und hoffe auch, er nimmt mir die kritik nicht allzu übel (sondern sich zu herzen).
    p.s.: finde es schade, dass dir das konzert nicht gefallen hat:-/. (vielleicht wolltest du ja einem nicht beigeisternden konzert einfach nicht zu viel tribut mit einem begeisternden artikel zollen. oder mich hat indirekt deine kritik an under byen beim lesen deines artikels beeinflusst, so dass ich ihn gar nich mehr gut finden konnte;-) )
    mfg
    laura

  2.  
    2. Oliver Shunt  

    Liebe Laura,
    vielen Dank für diesen Kommentar. Es ist in der Tat so, dass wir zur Zeit einige, wie wir es nennen, faule Ostereier im Text verstecken, um mal zu sehen, ob es dazu überhaupt eine Reaktion gibt, oder wir nur von ungebildeten Internetaffen besucht werden. Da stößte mir das stößte auch stark auf, und ich denke, dass der Autor das alsbald durch das richtige Wort “stiess” ersetzen wird (es sei denn es ist Wiener Dialekt, da kenn ich mich nicht so gut aus-).
    Nur die Meinung werden wir behalten, dazu kann man sich ja auch per Kommentar äußern.

    Grüße,
    Os.

  3.  
    3. Philipp  

    Liebe Laura,

    bis auf das “stößte” (welches wirklich korrigiert gehört, das stimmt) gibt`s auch keinen fehler mehr zu entdecken. was mit “kein deutsch mehr” gemeint ist, müsste dann schon erklärt, bzw. belegt werden!
    Ansonsten kann man das nämlich nicht glauben.
    Was die Meinung anbelangt, kann ich das Geschriebene von Oliver nur wiederholen: es obliegt jedem selbst, etwas in seiner Art und Weise zu beurteilen. Ich mache das mit dem Review, Leser mit einem Kommentar.

    bg

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