Transformer di Roboter


Live in der Zentralen Randlage bei Apocalyptic Disco, 17.3.2006

Januar 4th, 2006 | 0 Kommentare ...  

Transformer di Roboter
TDR Fotos: O.Shunt, Dorfdisco 2006

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Immer öfter werde ich das Gefühl nicht los daß wir hier einen Service geben der weniger uns als miesen Plattenfirmen nützt. Allein deswegen fallen schon viele langweilige Newcomer durch, sie sind an sich schon überflüssig. Vielleicht habe ich darüber auch das Interesse an Liveveranstaltungen verloren, besonders jene die besonders breit beworben werden. Aber dann wagte ich mich doch nochmal aus versteckter Neugier auf eine neue Reihe von Falko Henning, die sich da Apocalyptic Disko nennt, mit einem mit viel Punklorbeeren bedachten Newcomer namens Kitty Braun und den mir alten Bekannten Transformer di Roboter.

Kitty Braun entpuppten sich dann als zwei Elektromiezen im elektronischen Minirock samt sehr jungem Engagement, und so war ich froh als es vorbei war, ohne ihre Motivation für die Zukunft schmälern zu wollen. So ist das heute. Der Einstz stimmte, aber die Qualität, geschweige Sinn ist irgendwo auf der Strecke geblieben. Zwischendurch noch Dj Snakefinger, der dagegen ziemlich versiert Perlen aus dem musikalischen Tiefseegebieten an Bord fischte, das war schon ein ziemlicher Unterschied.

Gespannt war ich dann auf die Transformers, die vor zwei Jahren schon einmal mit hervorragender Musikalität überrascht hatten, die in etwa zwischen Popcorn und Metallica auf Games Convention liegt, und daraufhin auf die 4 Jahre Dorfdisco Party ins Big Eden geladen wurden. Allerdings, es war ein schwieriger Gig für die Transformers, es gab um 3 Uhr morgens zu wenig Publikum, fragt mich besser nicht wieso.

TdR, Photos © Dorfdisco 2006

TdR, Photos © Dorfdisco 2006

Eine Menge Nebel wurde losgelassen, was sich in dem mittelkleinen Laden recht schnell ausbreitete, und als die ersten, zackigen Akkorde von Ghost Busters erklangen schlief ich nicht mehr auf einer der apolkalyptischen Diskocouches, sondern befand mich umgehend unter Erwachsenenaufsicht!

Alexander und Johannes aka TDR fegten glatt durch die Synapsen, loderten im gemoderten und rockten meine Tasten (ruft mich bloß nicht an)! Und selbst nicht mal als Fan nicht ganz so dämlicher Discoelektronik muss ich sagen, dass TDR das Allerbeste ist was diese verkommerzialisierte Stadt zur Zeit zu bieten hat. Ob hier Bastard-Pop Klischees bedient werden oder nicht, Loose Yourself von Eminem im Teamtendo Mix gekreuzt oder Songs über Arnold Schwarzenegger Anabolikas bis hin zu den durchgeknalltesten Heavy Metal Versionen auf Hi-End, das ist völlig schnurz, wobei ich hier anmerken muss, dass die Hälfte von ihnen selbst komponierte Monster sind. Die Randlage war plötzlich Zentrale und vor der Bühne kam es sogar zu leichten Platzrangeleien – etwas dass ich in 10 Jahren vollgepumpter Clubs dieser pubertierenden Stadt nicht mehr erlebt hatte.

Ums abkühlen zu lassen, ja die Hitze verfliegt wenn man den Werbeblock einschaltet, habe ich mir anschließend mitteilen lassen dass sie an einer LP mit eigenen Tracks arbeiten (sie werden selbst bei ihren eigenen Tracks gefragt werden von wem das Original ist) und dafür auch ein Scheißlabel suchen. Das darf sich dann allerdings glücklich schätzen etwas veröffentlichen zu dürfen dass das musikalische Level boostet wie nichts anders hier zur Zeit. Oder anders gesagt: wundert Euch nicht wenn Johannes Malfatti (Keyboards) in Windeseile brachiale Bachsonaten einfließen lässt und Alexander Kloster (Gesang) den Puck in die obereen, unbesetzten Ränge Eures Konsumstadions haut.

www.transformerdiroboter.com



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