Rausch


Rausch at Mudd Club, 10.5.2004

Mai 10th, 2004 | 0 Kommentare ...  

Rausch
Peter Sarach, Rausch - Photo © Dorfdisco 2004

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Nu isse schon rum, die kurze Rausch-Tour durch deutsche Städte und tja, wer war dabei? Würde man nicht so viel Party-rausch ausschlafen, man hätte noch ein ziemlich einmaliges Konzert mitnehmen können.

Doch Magazine wie Dorfdisco.de sind auch dazu geschaffen nochmals einige, in seltsame Vergessenheit geratene Gruppen wie diese Rausch-Jungs aus Köln in Erinnerung zu rufen.

Schaut auf dieses Photo! Was fällt einem dazu ein? Nick Cave? Früher Iggy Rock im Anzug? Nope, das ist ein ganz regulärer Liveshot eines der best-gealterten Sänger Deutschlands: Peter Sarach. Ohne sich einen Dreck um Trends oder Szenen zu scheren macht er mit der Band Rausch eben das wovon so viele reden: unvergesslich rocken.

Thorsten Dohle, Rausch, Photo © Dorfdisco 2004

Thorsten Dohle, Rausch, Photo © Dorfdisco 2004

Und – da kann das Wetter noch so scheisse sein – Thorsten Dohle an der Gitarre ist auch noch so ein Typ für die Annalen gut gehüteter Tiefseeperlen. Auf unserem zweiten Photo sieht man ihn im Vordergrund das tun, zu was er imstande ist: Riffs und Noten seiner Gitarre zu entlocken dergestalt, dass nur eine hochauflösende Kamera fähig ist dieses gleich einem übernatürlichen Psi-Phänomens festzuhalten.

Doch wie war der Gig? Rausch fing mit “Holiday from Myself” an und spielte ihr Set ziemlich geklärt und umstandslos inklusive einer Zugabe, die von den Anwesenden 50 Gästen (inkl. Ben Becker) ehrfurchtsvoll entgegengenommen wurden. Schließlich, es handelt sich hierbei weder um eine die heutige Zeit verändernde Band, aber auch nichts, was mal eben so durchgereicht werden kann. Ein Stück “liebesverändernd” kann es aber trotzdem sein.

Spätestens dann, wenn nach den ersten Stücken ruck-zuck die mentalen Akzeptanzklammern geöffnet werden, wenn die Band dazu ansetzt mittels ihres eigenen, extraterrestisch-galaktischen Cinemascopesounds die Seelen der Hörer ihres irdisch leidigen Daseins zu entrücken, wenn sich die Augen schließen und die Ohren öffnen, ja Baby, bin ich denn ein Hippie?

Nein, dies kracht immer noch through your fucking door, und Rausch, die sich von ihrem Drogenimage längst verabschiedet haben, machen es einer ganzen zweitklassigen Liga deutscher “wir wollen rocken” Bands vor, was es heisst zu sagen: Paris ist kalt und New York brennt, wir schauen durch den Rauch wartend auf den Winter, schauen in die Glotze weils nichts gibt, worüber wir hier reden müssen – November Song.



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