Rausch durch Genuss


Goldmund Festival in Biesenthal bei Berlin vom 02.08. – 03.08.2008

August 7th, 2008 | 0 Kommentare ...  

Rausch durch Genuss
Rausch durch Genuss. Goldmund war auch deses Jahr wieder der Berliner \"Geheimtipp\" - Foto: eine Band Namnes Prinzenallee, Foto: Sascha Röder, Dorfdisco 2008

Von Sascha Roeder

Es ist Sonntagnachmittag – ein Floß bewegt sich ruhig bei Sonnenschein über den Kleinen Wukensee. An Bord ist Jan Theiler (alias Pastor Leumund) und konfrontiert uns mit der Forderung nach „rausch durch verzicht”. Den Blick darauf richtet man vom kleinen Strandabschnitt, auf einem der Sofas oder Hängematten liegend. In der Hand ein kühles Bier, oder besser ein Cocktail vom liebevoll dekorierten Stand nebenan. Im Hintergrund erklingt beste Musik von der „Bademeister” Bühne. Es duftet nach frisch zubereiteten Waffelvariationen und Spätzle mit Schmorbraten. Eher ästhetischer Genuss denn Verzicht also für die ca. 600 Glücklichen, die ein Ticket für das diesjährige Goldmund Festival ergattern konnten.

Das Publikum regeneriert sich gerade. Noch in den Morgenstunden tanzte der harte Kern zum abwechslungsreichen Electro-Indie Musikmix des Berliner DJ Duo’s The Sorry Entertainers. Perfekt um auch ohne Schlaf die Nacht zu überbrücken. Begeisterung vernahm man auch immer wieder über den Auftritt von Pilocka Krach ein paar Stunden zuvor. Nicht zu vergessen auch die DJ-Session der Jungs vom Altberliner Nadelballet, die den Tanzreigen in die Sonntagnacht grandios eröffneten.

Neben Electro tendierte das Line-Up in zwei andere Richtungen: Einerseits ruhiger, akustischer Indie-Folk. Bestens vertreten durch die Berliner Bands Jasmina Maschina (mit Theresa von Golden Disko Ship), Old Splendifolia und Olson and the Hurley Sea. Anderseits eher lauterer, experimenteller Indie-Rock. Zun Zun Egui beispielsweise animierte mit von mauretanischen Rhythmen untersetzten Noise Rock das Publikum auch vor der größeren „Goldmund” Bühne zum Tanzen. Der Großteil der Acts kam direkt aus der Berliner Szene.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten eine Reihe von Bands aus Bristol (darunter The Third Eye Foundation mit Matt Elliot, Zun Zun Egui, Jeremy Smoking Jacket). Dazu einzelne internationale Musiker aus zum Beispiel Schweden (die tollen Wildbirds and Peacedrums), Dänemark (Snöleoparden mit Support von Bandmitgliedern von Zun Zun Egui), UK (Alexander Tucker) und den USA (Evangelista). Musik non-stop von Samstagmittag bis Montagmorgen.

Das alles spielte sich in einer durchweg romantischen Atmosphäre ab: eingebettet in malerische Natur, Seifenblasen wirbeln durch die Luft, allerlei Betätigung für die vielen Kids, imposante Lichteffekte und natürlich Lagerfeuer bei Nacht. Genau das richtige für den sinnlichen Naturmensch a la Hermann Hesse’s Goldmund. Ein Wochenende heile Welt war es – leider nur für ein paar Wenige. Aber anders lässt sich das wohl auch nicht machen. Bis nächstes Jahr!

www.goldmundfestival.kliklak.net



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