Pussy Politics


Nashville Pussy live im Knaack, 29/4/2003

Mai 10th, 2003 | 0 Kommentare ...  

Pussy Politics
Nashville Pussy, live im Knaack Club 29/4/03, Photos © Dorfdisco 2003

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Right. Dorfdisco wäre ja nicht Dorfdisco trieben sich unsere mitarbeiterischsten Triebgelüste nicht mal wieder auf den brummschädeligsten Rock’n’Roll Ausschweifungen herum. In diesem Fall ereilten uns ein paar Freikarten für die umweglos mit Titten strotzenden, Obszönität geladenen, Stiefel stampfenden und AC/DC Rip-off-punk-Riff Kopfdeller namens Nashville Pussy aus Kentucky.

Als Vorgruppe gab’s erst die Stoner-rocker namens Bionic, und weiss der Herr wie die Jungs überleben, jedenfalls dudelten sie gerade ihr letztes Stück cooles Kifferdoom herunter.

Eine gute Bierpause später gings dann los mit Rock’n’Rolls eigenem Hauptkurs. Ab da sah man sich folgerichtig Pussysabbernd. Gäbe es eine Nashville’s eigene Pussyprüfung bezöge die sich wohl auch ausschließlich auf das abmessen von Oberweiten respektive Schwanzgrössen übertragen auf Gibson Gitarrenriffs. Lead Gitarristin Ruyter Suys (weiblich) schmiss gleich von Anfang an ihre rotblonde Bordellmähne in mächtig ausladene Zirkulationen zu den schon Eingangs erwähnten, brettertretenden Nashville Pussy Riffs.

Drei Cd’s und eine Handvoll Singles hat diese Gruppe seit ihrer Gründung im Jahre 1996 schon herausgebracht, die 1999 sogar einmal für den Grammy for Best Metal Performance nominiert war. Seither halten sie für sich den Ruf als “putting the intensity and plain ol’ kick-ass back into rock & roll”.

atie Lynn: Immer nur Ficken machen , Photo © Dorfdisco 2003

atie Lynn: Immer nur Ficken machen , Photo © Dorfdisco 2003

Bassistin KatieLynn Campbell (auch weiblich und ein eigenes Oberweiten Kapitel wert) legte sich zudem weit genug zurück um jedes dünne Metalhemd auf ihren Rickenbacker Bass zu spiessen. Als Ersatz für die erst kürzlich ausgeschiedene Corey Parks, die der Legende nach sogar live Feuer spuckte, machte sie in jedem Fall pralle Figur im eigens aufgeplatzten Kentucky Fried Chicken T-Shirt. Dazu spielte sie durchweg 4 1/2 Noten im 4/4 Takt.

Das Mann-Weib Verhältnis betrug an diesem Abend übrigens um die 9:1, und den wenigen Publikumspussies wurde gezeigt wie sie sich gegenüber Typen zu verhalten haben, nämlich gar nicht, was KatieLynn’s glockenhelle Stimme ungefähr in der Ansage “Immer nur Ficken machen” treffend zusammenfasste. Pech aber nur, dass die meisten Mädels es nicht mit solchen Typen halten, die das ganze 1:1 aufzufassen versuchen.

Ruyter’s Ehemann, Pussy’s Leadsänger und Gibsonschrammler Blaine Cartwright (früher mal bei 9 Pound Hammer) stand zwar die ganze Zeit eher pfundsschwer in der Mitte herum, liess es sich aber nicht nehmen ein paar solcher vorwitzigen Typen, die aus der ersten Reihe versuchten ständig seinen “besten Schwanzhalter der Welt” anzugrabbeln, das Reich Gottes anzudrohen für den Fall, dass sie damit nicht unverzüglich aufhören mögen.

Dabei liegt das Problem amerikanischer Tabubrecher im alten Europa darin, dass diese hier schon längst abgeschafft wurden. Zudem wird auch nicht mehr ganz unterschieden zwischen Show und Wirklichkeit in einer Zeit, wo mehr Freiheit ohne mehr Risiko, sprich rempeln was der Krempel hält, nicht zu haben ist. Also streckte Ruyter den Barbaren noch ein paar mal die Zunge raus, bevor sie ihre Argumente fürderhin ärschlings vertrat.

Nach gut eineinhalb Stunden schwelgerisch durchschwitztem Pussyrock, auch die mir einzig wiedererkennbare Nashville Pussy Single mit dem fettekeligen schwarz-weiss Russ Meyer Cover “Go Motherfucker Go” wurde zum Besten exekutiert, verabschiedete sich die Band ohne Zugabe halbnackt von der Bühne und entliess uns letzten Jünger auf die ersten Plätze in der Pussyhölle wie ein Häufchen Elend wieder in das leere, undankbare Loch namens Greifswalder Strasse.



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