Prozedere wie jedes Jahr


Black Lips,‭ ‬Chuckamuck,‭ ‬Lido‭ ‬13.12.2011

Dezember 19th, 2011 | 1 Kommentar ...  

Prozedere wie jedes Jahr

Von Talking Tommy

Dass die Black Lips Dauerbrenner in Berlin sind ist allgemein bekannt,‭ ‬dass es meine erste Begegnung mit dieser Band sein wird wohl weniger.‭ ‬Auch auf die angekündigte Vorband‭ “‬Sponges‭” ‬war ich gespannt‭ – ‬vielleicht eine neue Band von King Khan oder gar ein neuer,‭ ‬vielversprechender Künstler‭?

Das Lido war schon gut gefüllt,‭ ‬und Chuckamuck,‭ ‬die, wie ich zu meiner Überraschung feststellen musste, als Vorband für Sponges einsprangen,‭ ‬stimmten den Abend mit langsamen,‭ ‬harmonischen Klängen an.‭ ‬Ich hatte sie zuletzt vor einem halben Jahr gesehen und war von dem scheinbar neuen Konzept der Band überrascht. Die unzähligen Konzerte,‭ ‬bei denen sie den Support gemacht haben,‭ ‬waren eigentlich das reinste Chaos.‭ ‬Dabei schafften sie es immer ihre Songs durch ihre Bühnenshow neu zu erschaffen.

Die neue Seite von Chuckamuck kann auch gut gefallen,‭ ‬nur reißt sie einen leider nicht so mit.‭ ‬Vielleicht lag es daran,‭ ‬dass Bassist Jules nicht mit dabei war,‭ ‬jedenfalls brauchten sie dieses Mal eine gefühlte halbe Show,‭ ‬um richtig warm zu werden.‭ ‬Dann aber tobte der Mob mit der Band und man merkte,‭ ‬dass das alte Feuer noch brannte.

Trotzdem konnte ich mich noch nicht so sehr für sie begeistern.‭ ‬Songs wie Autobahn,‭ ‬wovon auch eine‭ ‬7‭“ ‬existiert,‭ ‬sind mir noch zu unbedarft.‭ ‬Deutscher Beat könnte doch etwas interessanter klingen‭? ‬Aber die Darstellung war Klasse.

So war ich gespannt auf die Black Lips und ich spürte förmlich,‭ ‬dass einige in diesem Raum ähnlich dachten.‭ ‬Sie ließen auch nicht lange auf sich warten.‭ ‬Schon konnte man die ersten Töne aus dem Bass von Jared Swilley vernehmen und mit einem Mal standen sie komplett auf der Bühne.‭ ‬Songs wie Sea of Blasphemy,‭ ‬Family Tree und Not A Problem wurden gerade heraus und ohne große Show gespielt.‭ ‬Zu jeder vierten Nummer wechselte das Bühnenlicht und tauchte die Band in ein‭ ‬70er Jahre Oil-Wheel Projektor ein.‭ ‬Hits wie Katrina oder Modern Art‭ ‬wurden gleich dankbar aufgenommen,‭ ‬auch wenn diese schon im ersten Drittel gespielt wurden.

Ein paar ruhigere Nummern,‭ ‬wie das Cover von dem großartigen Jacques Dutronc Hippie,‭ ‬Hippie,‭ ‬Hourra bewiesen die Qualität dieser Band, und‭ Raw Meat‭, ‬ ‬von ihrem neuen Album‭ Arabia Mountain‭,‭ ‬bestätigte,‭ ‬dass die Black Lips noch mit den Ramones mithalten könnten.

Auch wenn ich irgendwann den Überblick vor lauter Stagedivern und hüpfender Menschen verlor,‭ ‬merkte man der Band doch an,‭ ‬dass sie mittlerweile weiß was sie tut.‭ ‬So gab es weniger Chaos,‭ ‬dafür ein routiniert heruntergespieltes Set.‭ ‬Bei ihrer Outsider-Hymne Bad Kids,‭ ‬zu dem noch einmal alle Stagediver von der Bühne gesprungen sind,‭ ‬brannte dann doch noch etwas die Hütte.

Das große Problem an diesem Stil ist jedoch meiner Meinung nach, dass er sich wenig weiterentwickelt hat. Jedes Album der Black Lips klingt ähnlich und das hat sich bei dem Konzert auch gezeigt.  Ich hätte mir gewünscht, dass das Konzert eine ähnliche Erleuchtung für mich gehabt hätte, wie für viele andere an diesem Abend, aber dafür fehlte mir einfach eine Entwicklung in den Songs.

Bleibt noch zu erwähnen,‭ ‬dass zur Zugabe wie zu erwarten ‬King Khan mit auf der Bühne stand und ein Lied mit der Band sang.‭ ‬In seinem Hawaiihemd und osteuropäischer Wintermütze versprühte er seinen unwiderstehlichen Charme und es hätte mich nicht gewundert,‭ ‬wenn einige junge Damen in der ersten Reihe vor Freude in Ohnmacht gefallen wären.‭ ‬Geschah aber nicht.‭ ‬Was beweist,‭ ‬dass auch das Black Lips Publikum mitlerweile weiß woran es ist.



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. Tobias S.  

    Hallo,
    Euer Autor schreibt ziemlich frisch für Euch,oder ?
    Dieser Weiterentwicklungsabsatz über die Black Lips ist so austauschbar und nichtssagend. Man merkt dass der Schreiber kaum Branchenkentniss hat.
    Und außerdem gibts The Sponges nicht, niemand ist eingesprungen. Chuckamuck spielte unter dem Pseudonym um sich ihre eigene Show die eine Woche später stattfand zuschauermäßig nicht zu vermiesen. Schön das Euer Autor sehr gespannt darauf war, hat sicher gut recherchiert und sich The Sponges angehört. Yeah !