Pommesgabeln und anderes Gepose


Danko Jones, Die Mannequin, Grim Skunk live im Columbia-Club, 11.4.2008

April 20th, 2008 | 0 Kommentare ...  

Pommesgabeln und anderes Gepose

Von Mike Menzel

Soooo, das war also Danko Jones …. naja!

Irgendwie hatte ich mich schon gefreut auf das Konzert. Bislang hatte ich die Band noch nie gehört oder gesehen, wenn man mal von den schlechten Sound-Files auf MySpace absieht. Dafür umso mehr gelesen. Überall wurde von DEM Live-Giganten schlechthin geschwärmt und sogar von einem ÜBER-ROCKER konnte ich lesen. Na dann.

Angekommen am Columbia-Club trifft es mich wie ein Schlag ins Gesicht als ich feststellte, dass die erste Band, Grim Skunk, um 21:04 schon das 2.Lied ankündigte. Wenn nur während der ersten 3 Songs fotografiert werden darf, ist das für mich eher unerfreulich. Egal.

Die Typen gehen gut ab mit ihrer Mischung aus allerlei Musikrichtungen. Auch optisch sind sie schön anzusehen: Ein Hippie-Typ mit Klampfe auf einem Bar-Hocker, der wild mit dem Kopf wackelt und immer wieder mal aufspringt, dann ein Keyboarder der zwischen den Songs sehr brav wirkt, dann aber bei den Songs wie verrückt in die Tasten haut und sein Gesicht genial verzerren kann. Dazu noch ein Bass, ‘ne Gitarre und ein Schlagzeuger und so rumpeln sie sich sichtbar gut gelaunt und energie-geladen durch ihr kurzes Set. Mit nettem Applaus wurden sie sogar ein wenig gefeiert als sie sich verabschieden.

Nicht schlecht der Beginn des Abends!

Die Mannequin, Photo Mike Menzel © Dorfdisco 2008

Die Mannequin, Photo Mike Menzel © Dorfdisco 2008

Dann: Die Mannequin. Auch aus Toronto/Kanada und auch Rock’n’Roll im sympathischen Sinne. Der Sound ist treibend und kräftig. Abwechslungsreich und nicht vorhersehbar. Es macht Spass dem Treiben zuzusehen. Mal davon abgesehen, dass Sängerin Care Failure und besonders auch Drummer Ghostwolf eine recht gute Figur auf der Bühne machen. Clair sucht immer wieder die Nähe zum Publikum, stürmt in den Fotograben sowie darüber hinaus mitten ins Publikum und schrammelt immer weiter auf ihrem Instrument, als wenn sie zeigen wollte das man auf Danko Jones nun wirklich nicht warten müsste, um eine gute Live-Show zu sehen! Einem Musik-Blogger kann ich nur zustimmen, der da neulich zu Die Mannequin schrieb: „… wer sie schon gesehen hat, der wird sie nochmal sehen wollen!“

Pünktlich um 23 Uhr, wie von der netten Security (die es sogar geschafft hat ohne Macker-Geprolle und Aggro-Scheiss das Rauchverbot bis zum Ende durchzusetzen) vorhergesagt, betraten Danko Jones die Bühne. Herr Jones begrüßte artig das tolle Berlin und fing gleich mal mit einem Hit an, der mir von der Melodie immer noch durch die Gehirnwindung düst, dessen Titel aber ich nicht weiss. Ist aber nicht weiter tragisch, denn bis auf Never Too Loud blieb kein anderer Song mehr hängen. Irgendwie klang alles ähnlich und die Gesten wiederholten sich ab dem 3. Song auch permanent. Ein Lächeln konnte mir lediglich das Publikum ins Gesicht zaubern, das ausgelassen feierte und stellenweise jede Bewegung der Gliedmaßen oder Veränderung des Gesichts von D.J. mit frenetischem Geschrei kommentierte. Es wurde reichlich Geschrien und geklatscht und jeder wollte mal die Pommes-Gabel in die Richtung des „Helden“ strecken. Niedlich. Mehr aber auch nicht.

Insgesamt ein interessanter Abend. Viel Adrenalin und Schweiss bei den Zuschauern. DIE MANNEQUINN waren für mich definitiv das Beste an dem Abend! Nicht nur wegen der Frontfrau. War einfach die abwechslungsreichere und kernigere Musik. Nicht solche angespannte Rock ‘n Roll – Attitüde, die auf dicke Eier und Metal-Gepose mit Pommes-Gabel und derlei Kram rum reitet.



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