Naughty Wife Swappers


Peaches und Entourage Live at Columbiafritz 10/8/02

August 15th, 2002 | 0 Kommentare ...  

Naughty Wife Swappers

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Das Konzert war in vollem Gange, als ich mit der Kamera hinter einer schwitzenden Menge auflief. Eben riss Mignon zu den letzten Hardrock Beats von ‘Black Soul’ den Vorhang zu, als Peaches, die Welt goldene Trashdiscoqueen mit Truckerbrille sich anschickte, im ausverkauften Columbiafritz die nächste ass-kicking Gumminummer abzubrennen.

Peaches performt Peaches ohne Hemmungen und tut, als hätte sie die 505 bei den Eiern gepackt. Der Sound kam hart, laut und tanzbar. Peaches rockt. Sie trieb ihre Show durch ein Pandemonium der Ekstase, umgab sich mit einer geladenen Portion Schwanz-flutschender, Drag-strippender, Blut-versuppter Action und lockerte ihr Set alter und neu-geswappter Hits durch allerlei Revueeinlagen ihrer Gang. Wenn irgendwo mal wieder ‘Elektropunk’ draufsteht, dann wisst ihr, gegen welche Sexshoppower das aussortiert gehört.

Dazu gab es noch fünf weitere Wife Swappers, Billy, Willy, Mia & Astrid, die das Peachrockfeeling noch verdoppelten. Ugh, was soll man sagen, gegen Ende sahen sie mit all ihrem Filmblut aus wie eine blutige Puppensquadron, die das erste Mal auf hohen Schuhen steht. Zusammen mit Mighty-Mignon aber, die ein paar ihrer eigenen Songs solo, nahtlos und erfolgreicher denn je einbrachte, ist Peaches alles andere als eine langweilige Version von vielleicht Suzi Quatro.

die Naught Wife Swappers, Billy, Willy, Mignon, Mia & Astrid nebst Peaches. Pic:Dorfdisco 2002

Naught Wife Swappers: Astrid, Willy, Mignon, Billy & Mia nebst Peaches. Pic © Dorfdisco 2002

Zur Zugabe aber die Protorocktypversion Feedom. Hier nahm sie den Bass gewaschen zur Hand, und mit Gonzales (dr.) und Taylor Savvy (Steel Pedal) rissen sie das Publikum endgültig zu sinnlosen Headbanging und 20 Minuten Nachbrüllen hin (Peaches – mehr, Peaches – mehr).

Spätestens nach jener Madonnageschichte kloppen sich wohl auch einige Produzenten um ein wenig Peachesflair, und wir werden sehen, ob ihre Antwort darauf “Shake your dick” ist! Yep, so war Peaches’ Berlinkonzert. Sie wollte ihrem Publikum zuhause etwas zurückgeben, vielleicht als Kompensation für den öffentlichen Verzehr von Hotdogs auf dem Kollwitzplatz mit Billy und Mignon?



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