Mina Expander


Mina Expander Record Release Party

Juli 13th, 2002 | 0 Kommentare ...  

Mina Expander
Masha Qrella, Mina, WMF, Photo © Dorfdisco 2002

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Mit Remix Alben kann man immer einen Sack voll Fliegen auf einmal schlagen. Zum einen hat man noch ein Album, um das man sich selbst nicht sonderlich kümmern muss, und zum zweiten kann man dazu all seine Freunde einladen, die den Fans und Kritikern zeigen, in welchem Kontext die Band gerade steht. Zuletzt bietet sich dazu immer die Release Party mit vielen Beteiligten an. So lud man kurzerhand Jim Avignon, die Sitcom Warriors und Schneider TM, sowie als Dj Henni Hell (Sexo Y Droga), Le Hammond Inferno und uff, noch mehr Dj’s ein, was ich am Ende nicht mehr mitbekam.

Den ersten Act, Henni Hell als Dj, hatte ich leider schon verpasst. Nachher gab er mir eine seiner zwei Cd’s, die sein ganzes Set ausmachten, und darauf befanden sich Titel von Nic Endo, Chrome, Johnny Cash und schade, dass ich das nicht live erleben durfte. Egal. Almut Klotz machte den Anfang. Also eigentlich sollte das Jim Avignon tun. Der aber hatte irgendwie zwei Termine verwechselt, und rief deshalb kurzerhand die Almut an, ob sie nicht seine Songs singen könne. Könne? Frau Klotz legte ein Avignonisches Set hin, das ich persönlich besser als Avignon selbst empfand. Da stimmte der Charme und die Songs sassen wie angegossen. Hätte sie diese albernen Pappmasken weggelassen, man hätte sich ihre Zukunft vorstellen können. Nur wird es wohl bei dieser Einmaligkeit bleiben, sonst müsste Jim ja, umdenken?

Next im Expander waren die Sitcom Warriors. Unsere Indi-cleverles nehmen gerade ihre erste Cd auf, und dies merkte man ihnen schon gut an. Der Sound im ex-WMF tat sein übriges. Kurzum, die Sitcom Warriors spielten ihr bestes Konzert, sehr bestimmt und wissend darüber, was sie überhaupt tun. Sänger Jonas Poppe sollte sich auch bald vor Fans nicht mehr retten dürfen, so gut setzten sie ihre Idee des Modern City Coolness frei von jeglich eitel Rederei und angenehm rockig in die Tat um.

Jonas Poppe - Sitcom Warriors  Pic © Dorfdisco

Jonas Poppe - Sitcom Warriors Pic © Dorfdisco

Als vorletztes Stück spielten sie dann No.6, das Stück, dass sie von Mina auf ihre Art wiedergaben, mit eigenem Text und lauter und härter als zuvor, so wie Sitcom Warrios im Laufe ihrer Auftritte immer lauter und härter werden, nur um am Ende in einer trashig coolen Soundwolke mit Applaus unterzugehen.

Ihr Set war am Ende so stark, dass ich vom darauffolgendem Schneider so gar nichts mehr vernommen habe, ausser, dass er angeblich Country Versionen von Mina spielte, welches auch Rockversionen von Gisela hätten sein können.

Gespannt erwartete ich nun die Gastgeber Mina. Mina sind bekannt dafür, Gitarren mit Danceappeal zu vereinen. Das macht die Sache nicht so einfach zu beschreiben. Ohne Gesang, bzw. kaum Text, raven sie mit einer Art Stranglers Bass und off-beat Schlagzeug über elektronische Keyboard Elemente. Dazu gesellt sich eine verbindene Gitarre, die neben ihrer Aufgabe auch noch 16 andere verschiedene Stile nebst Solis unterzubringen versucht. Das nennt sich dann progressiv organische post Disco. Ab und zu singt die Keyboarderin Masha Kurella ein paar Textzeilen, die mir aber nicht so genau in Erinnerung blieben. In Erinnerung blieb mir vielmehr, dass die Band wohl sehr nett ist, und die Leute nach dem zweiten Stück ab tanzen und grölen. Nach einer dreiviertel Stunde war ihr Auftritt aber vorbei, und zur Zugabe gab es noch einmal ein Stück vom Set.

Man könnte eigentlich einen ganzen Diskurs darüber schreiben, warum sich diese Musik entwickelt hat. Es würde bestimmt gegen eine Überfrachtung durch theoretisches Gelaber und Integration von politisch korrekten Sprüchen gehen. Mina zielt daher mehr auf den Sound, der entgegen dem 90ger Jahre Drumbox Techno die Gitarren samt Schlagzeug zurückholt, und 1997 in der Galerie Berlin Tokyo mit einer Funk Rock Show einen bedeutenen Erfolg feierte. Aus der Zeit rühren auch ihre Kontakte zu den Gruppen und Künstlern, die nun Stücke ihrer zweiten CD “Mina – a to b” für Mina und sich selbst interpretieren. Glaubt man ihrer Selbsteinschätzung, ist ihre eigene Version eine ‘kräftige Blues-Rock Platte’ geworden. Dagegen spricht nur, dass sie recht untraurig und dancig verträumter klingen als es ihnen selbst klar ist.

Mina – reduziert...

Mina – reduziert...



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