Folk-Wolke


Cloud Control, Comet, 19.02.2012

Februar 22nd, 2012 | 0 Kommentare ...  

Folk-Wolke

Von Talking Tommy

Zu Cloud Control war der Comet dann voll. Vor die Bühne ist man nach gut zehn Minuten nicht mehr gekommen und der Raum war auch bis zum Ausgang gut gefüllt. Die Australier haben sich zu Deutschlands einzigem Auftritt anscheinend schon einen guten Namen  gemacht, was auch ihre Tourreferenzen bestätigen können. Cloud Control  gingen schon gemeinsam mit Indie-Größen wie Arcade Fire oder Vampire Weekend auf  Tour.

Sie spielten mit einer ähnlichen Backline wie schon Main Fear Love vor ihnen. Bass, Gitarre, Schlagzeug und einem Synthesizer. Doch brachten Cloud Control damit eher eine Folk-Rock Nummer mit 80’er Retro-Sound auf die Bühne, wobei passend zum Folk auch mal eine digitale Hammondorgel für etwas psychedelischen Touch sorgte.

Auch sie begannen mit einem instrumentalen Intro, bevor der eigentliche Song wirklich losging, wobei sie im Gegensatz zu ihrer Vorband straighter und poppiger klangen. Passend zum Pop wurde in einer hohen Tonart gesungen, wodurch ihre Songs sehr denen von The Shins ähneln. Insbesondere die vielen Oh-Oh-Oh Inhalte der Songs unterstützten diesen Eindruck. Dies änderte sich in der Folge auch nicht mehr wesentlich.

Der dritte Song des Abends wurde etwas schleppender, es wurde sphärischer und die Melodien zogen sich zäh von Refrain zur Strophe und wieder zurück, ähnlich wie bei dem darauf folgenden Stück, wobei Sängerin und Sänger (Heidi Lenffer, Alister Wright) in der Ansage zum vierten Stück dem Teufelsberg eine gruselige Atmosphäre nachsagten und Vermutungen über dort lebende Goblins anstellten. Der Grund der Ansage war mir schleierhaft, da man mit so etwas eigentlich Nähe zum Publikum schaffen möchte, was jedoch von der Stimmung vollkommen entgegen trat.

Cloud Control variierte bei den restlichen Songs nicht mehr wirklich. Entweder wurde ein schleppender, sphärischer Song, wie Just for Now oder ein straighter Pop-Song, wie This Is What I said gespielt. Sie mussten auch nichts besonderes mehr aus der Trickkiste herauszaubern, da das Publikum anscheinend schon von ihrer bloßen Anwesenheit berührt war. So war es auch nicht verwunderlich, dass sie noch drei Stück als Zugabe spielten bis sie dann endlich von der Bühne gingen und ich das Konzert verlassen konnte.

Als ich mich aus der “kontrollierten Folk-Wolke” befreit hatte, überlegte ich wie ich die Show am besten beschreiben soll. Für mich war es einfach ein spielen mit funktionierenden Elementen, was man seit den Shins längst gesehen hat. Keine Politik, viel Pop und kontrolliert vom Erfolg.

Man hört einfach nicht wirklich Neues, und mitlerweile habe ich den Eindruck, dass einige Bands, zu denen an diesem Abend Cloud Control definitiv gehört haben, nochmal das aufgreifen, was Bands in den Nullerjahren schon gemacht haben. Nur, dass sie neuerdings nicht nur die 70er einfließen lassen, sondern auch noch die 80er!

Am liebsten wäre ich schon nach der Hälfte des Konzertes gegangen, weil es einfach stinkend langweilig war, was Cloud Control da geboten hat, aber ich wollte die Musiker an sich nicht verletzen und bin schön bis zum letzten Song geblieben. Denn auch wenn es langweilig war, ein solches Set auf die Beine zu stellen erfordert doch sehr viel Arbeit. Raubte mir nur leider fast den letzten Nerv.



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