Kicking New Rave!


4 Jahre Rio mit Trash Fashion, Purple Crush, 28/4/2007

Mai 2nd, 2007 | 0 Kommentare ...  

Kicking New Rave!
SHOT WITH A SIMPLE CANON ZERO SERIES: Jet Storm, Trash Fashion @ Rio 28.4.07 Photos © Dorfdisco 2007

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Mit einer astreinen New Dance Party feierte der Berliner In-Club Rio seinen 4ten Geburtstag. Eingeladen war mal wieder ein recht unbekanntes, aber umso verrückteres Line-Up, bestehend aus dem Londoner New Rave Act Trash Fashion sowie dem exquisiten New Yorker Party Duo Purple Crush.

Da haben die ‘Rave Daves’ mal wieder vorgemacht wo die Farben hängen: am Körper nämlich, und je mehr desto besser. “Its the New Rave”, heisst, rühr alles zusammen: 60er Haare, 70er Glam, 90er Rave und behaupte dies mit der Attitude von Punk und Rock’n’Roll.

Was ist heute nicht alles Trash und wieviel Trash davon ist nicht Fashion? Gerade die Londoner geben ihrem treffenden Szene-Namen die definitive Ehre. Kreischende Klamotten, billiges Gehänge und Gepränge, Trash Fashion sind Londons härtester New Rave Vertreter nach den Klaxons und Shitdisco. Guntronic Disco Rave Rock nennen sie es, zackiger sing-a-long Pop mit breiten Synthflächen, möglichst beballert, laut und wenig hintersinnig.

Das mit einem Hit namens Rave Dave und Titeln wie Happy Love Children, Spread the Love oder Mom and Daddy bespickte 10-Song Programm flog nur so an einem vorbei, und manch Bandmitglied natürlich auch ins Publikum.

Habe ich jemals so viele glückliche Gesichter gesehen? Das Lächeln war gar nicht mehr wegzudenken und vor der Bühne mit einem Tiefgang von mindestens 10 Metern raufte man sich in Ekstase als hätte man man einen Sechser im Lotto!

Trash Fashion – It’s A Rave Dave

Als Ex-Punk fühle ich mich natürlich an beste Zeiten erinnert: das Entertainment Geschäft ist altbacken und aufgeblasen, Kids suchen Spass und bekommen ihn schnell und laut kreischend serviert. Das dürfte selbst jene Indies aufregen, welche auf der ewigen Suche nach Eigenständigkeiten doch nur ein laues Lüftchen erregen…

Trash Fashion dagegen sind geiler Müll. In letzter Minute eingeflogen – staunten sie beim Anblick des seit der Eröffnung nicht viel veränderten Interiors des Rio Clubs: “Whow I like this place a lot. London misses a club like this!” – Jet Storm.

Ich vermisste den Auftritt der Band dann selber um fast die Hälfte. Wenn man sich im Rio einmal nach zwei Stunden Anlauf im vorderen Barbereich festgequatscht hat, kriegt man garantiert null mit was vorne im großen Sack passiert. Trash Fashion waren da schon halb durch und schwitzen mit der Menge um irgendeine Schminkwette.

Ein bemerkenswertes Detail an die Rio Crew dass die Bühne mal wieder in Windeseile ausgewechselt wurde für Purple Crush aus Brooklyn, NYC. Das Duo um Tänzerin/Sängerin Isla und Produzent Jared sind der neueste Discoscheiß, covern allerlei Madonna, Annie Lennox und Kate Bush, sind auf einer Flashback Reise zu 80er Electro (Bobby Orlando lässt mal wieder grüßen), Rap und Synthesizer Pop. Isla legt dazu eine rasante Tanzshow samt rappend-singender Vocals, die mich krass an Madonna erinnern.

Isla, Purple Crush @ Rio, Photo © Dorfdisco 2007

Isla, Purple Crush @ Rio, Photo © Dorfdisco 2007

Mal nachgefragt, was davon denn gedubbt gewesen sei: “Nein, das ist alles meine Stimme, die Backings sind eigenes Material und Samples der Original Stücke”. Aha. Hier wird zusammen gemischt was Zeug hält. Jeder kennt sich sofort aus und fühlt sich entsprechend wie zu Hause.

Wie lange die Party noch ging weiß ich nicht mehr. DJ Sinden (Fabric UK) war noch angesagt und zwei vom New Young Pony Club legten als DJ Team erstmal was von der Stooges Funhouse – wie originell – auf, da kippte ich schon leicht um. Auch der Umstand dass irgendein dickes Magazin das Fotografieren nun für sich beanspruchte – irgendwelche Models, bitte auf die Bühneee! – trieb mich gleich mal wieder zu den Getränken.

Im Halb-backstage, dort wo das Bier aufs Spielfeld vom Kicker fließt, schmiss man noch mit großer Unterhaltung um sich, Fetzen aus verbaler und visueller Kommunikation – ah hey, was machst du denn Bier?, ein Feld für alle Besserchecker und solche die es werden müssen. Nur was den Mut zum Müll in der Mode betrifft, da fehlte es doch einigen noch krass an Farbe! Die allerdings gabs zwei Tage drauf noch woanders, aber das ist eine andere Seite…



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