Kaum im Radio, läuft die Party anders


Mondo Fumatore Hand Record Release Party im West-Germany, 18.4.2008

April 25th, 2008 | 0 Kommentare ...  

Kaum im Radio, läuft die Party anders
Mondo Marc im West Germany: neuerdings steht die Band vor vielen Leuten. Foto: T.Krokos Dorfdisco 2008

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Die Mondos wurden nach 8 Jahren zum ersten Mal im Radio vorgespielt, und prompt drängelte sich alles durch einem 2 Meter engen Durchlass, wogegen Heathrow’s Terminal 5 ein Kurpark sein muss. Erst marschieren Gruppen von bis zu sechs Personen zum Konzert, so dass um 10 Uhr das West-Germany (100 Stehplätze) so gut wie voll war, dann sollte es noch über zwei Stunden dauern, bis auch all die Gäste, denen die Band per sms oder ähnlicher E-post Bescheid gesagt hatte, dass sie vor 12 nicht spielen werden, im hoffnungslos überfüllten Club eintrudelten.

Die Zigaretten wurden hoch über den Köpfen gehalten, und Erwachsene die auf dem-ich-sehe-zwar-nichts, aber-beweg-mich-hier-nicht-weg Trip sind auch intelligent. Weil vor ihnen jemand steht wollen sie halt immer lieber näher am Klo als bei der Bühne sein. Wofür kommen sie eigentlich? Daher mein Tipp auch mal nach links oder rechts auszuweichen, geputzt wird sowieso.

Auf der anderen Seite wurde uns aus vertrauter Quelle berichtet, dass man sich auf der Bühne (mal wieder) null gehört hätte, alles verschwommen und keine Ahnung wie was draußen klang. Dies wiederum spiegelte sich in den Ohren der Zusammengequetschten, die eine Phonzahl von Concorde landet auf’m Kotti ertrugen. Bewegung war so nicht möglich, und Bewegung sieht auf den mir bekannten Mondo Fumatore Konzerten auch anders aus.

Dennoch, die Band begann stark, was auch dem neuen, starken Rückhalt in Form von Krite (zweite Gitarre) und dem stock-stoischen Schlagzeuger O-Love zu verdanken war. Die erste Hälfte gehörte fast ganz der neuen Platte, die die ganz Spitzfindigen sehr in die Nähe von Sonic Youth und Dinosaur Jr. rücken dürften.

Gespannt denn wie das auf der aktuellen Platte von J.Mascis gespielte Solo von Yeah Yeah Yeah gespielt werden würde, war ich schon amüsiert, wie sich Krite an diesem mit dem Rücken zum Publikum abarbeitete. Der Sound wucherte zu einem mitreißenden Rockmonster, dass das Publikum erstmal aus der Reserve lockte, und ich schon dachte, dass sich jetzt eine dieser Sternstunden ereignen würde, von der man sich noch Tage erzählen wird.

Gwendolin a.k.a. Mondogwen

Gwendolin a.k.a. Mondogwen

Doch schon bei Futurage, einem trotz allem rockigen Stück von ihrer 2003 erschienen, und mehr tricky ausgefallenen, selbst betitelten CD Mondo Fumatore, riss der Faden über einem nicht vorhandenen Rocksolo im Mittelteil und unvermittelten Ende ab. Das anschließend, verträumte Skeleton Town von derselben CD, dem auch noch die trippige Leichtigkeit abging, nahm die verlorenen Enden nicht auf, so dass es eine ganze Weile brauchte bis der Anfangs aufgenommene Schwung wieder hergestellt werden konnte.

Marc beschrieb die Situation später mit den Worten “Routine” und “abgespielt”, was in allem stimmte, und Gwendo nahm’s mit ihrem berühmten Lächeln gegenüber ihr zuwinkenden Bekanntschaften. Die Zugaben Bee und I Want Love For You drehten zwar noch eine Art loses Happy Monday Ravegefühl mit O-Love an den Eiershakern, das nahmen die Erwachsenen sogar typisch verhalten tanzend an, wohl auch weil einige über zuviel Eierbecher abgereist waren.

Nuja. Seit kurzem erst mit Krite und Drummer Love sollten Marc und Gwendo Fumatore dennoch einen guten Schritt nach vorne schaffen. Eine Tour als Vorband zu Dinosaur Jr. steht zudem aktuell an. Dort werden sie sich, vielleicht nicht spektakulär, aber schon attraktiv zelebrieren können.

Hätte man im benachbarten Festsaal gespielt, wäre dieser Abend sicher besser gelaufen, wäre das eine oder andere Mal Marc’s Vorliebe für Alleingänge aufgeblitzt. Zu empfehlen daher Mondo Fumatore noch einmal, wann immer sie in der Nähe sind!



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