Gold Panda vs. Love Will Tear Us Apart


Gold Panda, May 68, Bondage Fairies – Magnet 15.Oktober

Oktober 18th, 2010 | 0 Kommentare ...  

Gold Panda vs. Love Will Tear Us Apart

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Wieder einmal gastierte „Introducing- ein Fest von Intro“ am Freitagabend im Magnet und versuchte stumpfe Feierlust und anspruchsvolle Popkultur unter einem Hut zu bringen. Wobei ersteres quantitativ mit May 68 und Bondage Fairies überwog, jedoch Gold Pandas experimenteller und innovativer Charakter qualitativ beide Bands weit in den Schatten stellte.

Den Abend begann mit Bondage Fairies (the drunken guys from sweden). Versteckt hinter ihrem Markenzeichen, selbst designeten Masken, präsentierten die Drei ihren synthesizerlastigen Pop-Punk a lá Blood Hound Gang oder Blink 182 und spalteten wie bei ihrem letzten Konzert das noch recht überschaubare Publikum. So wurde vor der Bühne ausgelassen getanzt und mit der Band angestoßen, in der Nähe der Bar jedoch sahen die Meisten gelangweilt dem Treiben auf der Bühne zu oder waren auf die an der Wand projektierte Getränkekarte vertieft. Und während das Bier die Kehle runterfloss stellte man verstört fest, dass hinter all dem Bam Margera-Gepose und der gespielten pubertären Subversion feinster Mainstream-Rock steckt. So dass nach einem Imagewechsel die Schweden wahrscheinlich neben Gülcan und Justin Biber bei VIVA-LIVE sitzen würden.

Nachdem zum letzten Mal mit der Menge angestoßen wurde, verschwanden die Maskierten, um die Bühne und den nun volleren Zuschauerraum May 68 zu übergeben. Die vier Herren, um Sängerin Jude Wainwright, die mit ihrem schwarzen Mob, ebenfalls schwarzen Leggins und einem goldbestickten Pullover, wie die Zwillingsschwester von Karen´O aussah, versuchten die Unbeschwertheit der golden Discoära der 70-er Jahre auf den Dancefloor zu bringen. Teilweise gelang es auch, wenn die Funkriffs sirrten, die Synthesizer dröhnten und Wainwright sich als Diva präsentierte. Aber diese Moment waren zu selten. Oft sah man sie angespannt vor dem Mikro stehen, als ob es um alles oder nichts ginge. So konnte man eine Stunde dahin tanzen, war aber auch nicht weiter traurig, als der letzte Akkord verklang und ruckartig der Umbau der Bühne begann und das Equipment für Gold Panda verkabelt wurde.

Bewaffnet mit MacBook, Mixer und Drummaschine erzeugte Gold Panda alias Derwin Panda einen Sog aus elektronischen Spielereien, spirituellen Melodien und, was auf seinem Debütalbum Lucky Shiner kaum zur Geltung kommt, basslastigen technoiden Beats. Trotz der vermeintlichen Träumerei besaß Gold Pandas Musik immer ungeheure Präsenz. Verstärkt wurde dieser Eindruck durch Derwins konzentrierte Versunkenheit in seine Musik, wenn er unablässig im Takt wippte, an Knöpfen drehte, Regler verschob und seine Sampels dirigierte. So entpuppten sich Tracks, wie Yo, Vanila Minus oder Snow &Taxis als Dancefloor kompatibel, was konterkariert wurde durch unter anderem After we Talk mit seinem Surren, Rauschen und BreakBeats.

Aus diesem Widerspruch lebte Gold Panda. Seine Musik ist Musik für die Stunden in denen man nicht mehr weiß ob man tanzen und entspannen will und im Kopf eh alle Klänge und Geräusche zu einer dahintreibenden Masse verschmelzen. Einziges Manko des Sets, die Nacht war noch jung und ein Teil des unverbrauchten Publikums schien eher wegen des Hypes um Gold Pandas da zu sein als dessen Musik hören zu wollen. Und so warteten sie darauf, dass zum hundertsten Mal Love Will Tear Us Apart in der darauffolgenden Indiedisko gespielt wurde.

http://www.myspace.com/goldpanda

http://www.myspace.com/bondagefairiessweden

http://www.myspace.com/may68uk



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