Berliner Shoegaze


Main Fear Love, Comet, 19.02.2012

Februar 22nd, 2012 | 1 Kommentar ...  

Berliner Shoegaze

Von Talking Tommy

Schwarzer Rollkragenpullover, enge Röhrenjeans, lethargischer Blick und sehr viel Hall. So kann man Main Fear Love zusammenfassen, jedoch sollte man sie nicht darauf reduzieren. Aussehen ist nicht alles und Hall kann man durchaus benutzen.

Die Berliner Shoegaze Band Main Fear Love haben an diesem Abend gezeigt, wie man mit gutem Equipment und dem nötigen Können die Musik ihrer Vorbilder kopieren und in neuer Reihenfolge zusammensetzen kann.

Zwar spielten  Main Fear Love  gerade einmal sechs Songs, doch diese hatten ihre Wirkung. Gitarren die sich hauptsächlich auf Sounds und kurze Melodien beschränkten und mit diversen Effekten aus dem Boss ME-70 belegt sind, dazu ein gradliniger Bass, der die Songs voranführt und das Herzstück eines jeden Stückes sind. Die Tasten des Synthesizer werden eher gehalten und geben durch langgezogene Melodien den Songs Ruhe, über welche der Sänger mit seiner sonorigen Stimme seine Texte singt, die sich überwiegend der Liebe widmen. Bei dem vierten Stück, ich glaube es war Higher Ends, war der intensive Höhepunkt ihres Konzertes erreicht. Um gemeinsam ein sehr eindrucksvolles Intro zu spielen,  holten die Gitarristen viel aus ihren Effekten heraus, während der Bass ein Feedbackmeer erschuf, und Sänger (Name ist leider nicht herauszufinden) sich zum Synthesizer bewegte,  sodass sie ein bewegendes Shoegaze-Intro von fünf Minuten Länge hinlegten, welches dann leider in einem für die Band typischen Song endete.

Zum Ende der Show schmiss der Sänger seine rote Blume, die er seit Beginn des Konzertes in der Brusttasche seiner Jeansjacke stecken hatte, ins Publikum, was dann leider, die bis dahin doch eindrucksvolle Show etwas verkitschte,  aber ich muss im Nachhinein sagen, das ich darüber hinwegsehen kann. Lieber freue ich mich, dass es eine weitere Berliner Band gibt, die bewiesen hat, dass sie mehr als nur Berliner Trash spielen können und auch einen guten Musikgeschmack haben.

Main Fear Love knüpft an Post-Punk Namen wie den Editors, S.C.U.M. oder besonders den Horrors an. Sind wir mal gespannt wie sich die Band weiterentwickelt und ob es schon bald mehr als die Free-Downloads von ihnen geben wird.



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. Marco  

    Man ich mag deine Reviews Talkin Tommy.
    Es ist zwar nix neues das in der Musik zu 90% kopiert, kopiert, kopiert wird aber ich find es auch keineswegs unsinnig, dass genau so auf den Punkt zu bringen. Ein großer Künstler sagte mal: "The bad artists imitate. The great artists steal."

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