Everything In Its Right Place, Sirs?


Kissogram im Kaffee Burger am 11.07.2008

Juli 10th, 2008 | 0 Kommentare ...  

Everything In Its Right Place, Sirs?
Jonas Poppe, Kissogram, mit neuem Programm im Kaffee Burger,11.07.2008 Photo by Flora Eder © Dorfdisco 2008

Von Sascha Roeder

Das alles bereits an seiner rechten Stelle ist, lässt sich wohl nicht erwarten, wenn es sich um ein Konzert experimentellen Charakters handelt! Nach nur einer Woche intensiven Probens mit Drummer Joe Dilworth (Ex-Stereolab, Add N to X, Powers), wagte es Kissogram in der neuen Formation im Kaffee Burger eine New-Songs-Special-Show zu liefern.

Aber ob zuviel Ordnung überhaupt angestrebt ist? Immerhin handelt es sich um eine Band deren Elektro-Indie-Musik-Mix sich ganz gut mit Vokabular à la postmoderner Philosophie beschreiben lässt: Eklektische Re-Kombination diverser musikalischer Stile von Garage Rock, über New Wave bis Elektro in bereits bekannter Manier. Ein scharfer Blick auf das Performative – die Tanzbarkeit und eingängige, repetitive Textfragmente. Dazu auch etwas Auseinandersetzung mit dem nicht-westlichen Anderen in Form orientalischer Klanganleihen.

Sebastian Dassé, Kissogram, Photo by Flora Eder © Dorfdisco 2008

Sebastian Dassé, Kissogram, Photo by Flora Eder © Dorfdisco 2008

Kissogram eröffnete das Set recht kraftvoll mit den Songs „Buzzard King“ und „Shuffle Along“ von der zweiten LP „Nothing, Sir!“. Das Publikum bekam gemäß dem Motto des Abends auch einiges neues Material dargeboten. Darunter das flotte „The Deserter“, „Prominent Man“ mit Lou-Reed-esquen Gesang und das stacatto-artige „Bucarest“. Die Demo-Recordings zu diesen Songs gibt’s derzeit auf Kissogram’s Myspace-Seite zu hören. Spätestens zu den Hits „I’m the night before“ und „She’s an Apple Pie“ ließen sich auch Besucher zu Tanzperformances verleiten, die nicht zur recht großen Fraktion der Kissogram- Kenner gehörten. Apropos eklektisch – mit einem Cover von Woodie Guthrie’s Grassy Grass Grass (Grow Grow Grow) wurde auch noch etwas Folk-Revival in elektronischem Gewand eingestreut. Mit „Forsaken People Come to Me“ legten Jonas Poppe und Sebastian Dassé in alter Formation einen gelungen Abschluss hin.

Kissogram lieferte ein gut tanzbares Klangerlebnis, das aber trotz vielfältiger Einflüsse über die Dauer des Gigs doch recht homogen wirkte. Das Schlagzeugspiel wirkte insgesamt noch recht verhalten. Es bleibt interessant zu verfolgen, wie sich die Band in der neuen Besetzung weiterentwickelt!

www.kissogram.de | www.myspace.com/kissogram



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