Die F… You Popkomm im White Trash


Navel, Jolly Goods, Killed by 9V Batteries, Fuck You All Video Diss bei Louisville Popkomm Charity im white Trash, 8.10.2008

November 10th, 2008 | 4 Kommentare ...  

Die F… You Popkomm im White Trash
Navel bei der Fuck You All Louisville Records Popkomm Charity im White Trash, 8.10.2008 Foto:Mike Menzel

Von Lord Korth

Ein später Review eines abgebrochenen Publizistikstudenten, ja, Qualitätsjournalismus sieht sicher anders aus, aber wo wenn nicht hier steht noch was zur gut getrommelten Popkomm Charity-Fuck You All Party im White Trash? So laut sie kam, so schnell wurde es auch wieder leise um die inoffizielle Abschlussfeier zur Popkomm 2008.

Wir erinnern uns: zwei lautstarke Labels, eins aus Berlin namens Louisville und eins aus Wien namens Siluh taten sich zusammen um mal zu zeigen wo der Hammer hängt. Wer sich den Eintritt in Höhe von 5 Euro sparen wollte konnte dies sogar damit erreichen, dass er irgendwelche Bands (oder Zustände) seines Grauens vor laufender Wackelkamera runtermacht.

Man fühlte sich dann irgendwie als Drückeberger wenn man zahlte anstatt sich ein paar negative Ka(me)r(a)mapunkte dafür einzuhandeln, besonders dämliche oder überflüssige Bands zu dissen. Schaut man sich die Videos im nach herein übrigens mal an, merkt man dass es sogar nicht Wenige gab, die meinten, Bands des Abends dissen zu müssen. Ja warum erscheinen sie dann von vorneherein? Oder war dies alles nur ein Scherz, das berühmte zwinkernde Auge eines Verstehen Sie Spaß Fernsehabends, das wir dissen keine anderen und sind ja doch nicht so Ding.

Dabei hätte die Aktion gerne höhere Wellen schlagen dürfen, für einen kurzen Moment hatte man den Eindruck dass sich hier etwas öffnete, und sich eine bislang so nicht formulierte Meinung verbreitet werden konnte, nämlich die, dass man 7/8/9 von 10 Acts lieber mal in die Tonne treten als ins Regal stellen würde.

Und ja, Dorfdisco wollte diese Videos anschließend zum Abstimmen präsentieren, dem Gewinner winkten laut Veranstalter die Startseite von YouTube und MySpace Deutschlands… nur kamen die Videos hier nie einzeln an, sondern nur als Zusammenschnitt. Damit kann man natürlich wenig anfangen, und YouTube/MySpace wurde auch nicht realisiert.

Bleibt ein Rückblick auf die Musik des Abends, um die es letzlich auch nur ging: ein Showcase der aktuell aktiven Louisville und Siluh Bands, der Rest war, wie man jetzt weiß, Tamtam.

Den Anfang machte im Diamond Lounge unten Killed by 9Volt Batteries. Diese ist eine der Bands, die mich schon übel zu Robocop Kraus aufstoßen lassen. Und das nach 2 Fläschchen Sekt. Combos wie diese hab ich vor langer Zeit unter schlimmeren Umständen in den Jugendzentren von Rostock oder Langenfeld gesehen. Eine handvoll Scheitelträger, deren introvertiertes Geschrammel niemand so recht hören möchte. Musik, die man für sich selbst macht, und die man auch nur selbst gut findet. Das Publikum übte folglich sich im stumm-bewundernden Herumstehen, in stiller Verzückung ob dieser anspruchsvollen Darbietung. Euphorie sieht anders aus. Weitere Vergleiche fallen mir leider nicht ein, weil ich solch Belanglosigkeiten nicht höre. Der 1. Song dreht sich lt. Nuschelansage um die derzeitige österreichische Befindlichkeit. Erspart uns einen weiteren Führer! Bitte!!! Und monotone Eskapaden, die in einem halben Jahr doch niemand mehr hören will.

Auch Band No 2, Jolly Goods: Bitte geht zurück in euren Proberaum, sucht euch eine Bassistin, überarbeitet eure heute vorgetragenen Ideen und kehrt kommendes Jahr wieder. Eine Gitarre und ein Schlagzeug machen noch lange keine Band, und wenn da ein Witz hinter der Angelegenheit stecken sollte, habe ich ihn nicht verstanden.

Navel war dann aber auch mal ne echte Bereicherung für diesen an positiven Überraschungen so armen Abend. Beginnen wir mit einer Wand aus noisig melodiösen Gitarren, durchsetzt mit einem Bass, der genau da hingehört, wo man ihn am liebstenhört. Darüber legt sich ein angenehm jungenhaftes Gebrülle, das weder Kastrationsängste hervorruft, noch Kehlkopfkrebs verursacht. Rotz es raus Baby! Schnodder dir einen! Im weiteren Verlauf entpuppt sich diese Kapelle als eine, die bei Dave Grohl Schlagzeugunterricht genommen hat und auch sonst gerne Nirvana huldigt. Ist ja nicht schlimm, wenn man zu seinen Vorbildern steht. Doch schwenken wir den Blick mal ein wenig weiter südwärts. Nicht nur Grunsch, nee auch Southern Rock ist den Herrschaften durchaus ein Begriff, alles auf der Höhe der Zeit und sometimes i love mundharmonika.



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. ludmilla  

    aber wer redet schon über die popkomm wenn sie vorbei ist?

  2.  
    2. ludmilla  

    Zum Thema “WARUM KANN ICH HIER NICHT VOTEN”
    Kaum hatten wir den dritten Diss Spot vom Partnerblättchen erhalten ist das Face Magazin auch schon vom Verlag entlassen worden. Jetzt Wochen später wohl beim Springer Verlag untergekommen.
    Weshalb sich jegliche Aufbereitung über Voting Ideen komplett zerschlagen haben. Die Myspace Startseite als Gewinn stand trotzdem und wurde somit nicht genutzt. Plakat Geld wurd auch nicht erstattet und sie wurden auch nie geklebt. Ich hab kein Bock mehr auf die Armut und die Unzuverlässigkeit. Asaf Avidan und die Mojos haben sich als komplett Arschlöcher entpuppt trotz Karma Gebabbel.
    Somit findet wohl jeder nicht das was er verdient aber sucht.

    Rock n Roll war es trotzdem. Ersteres wurde von mir getragen und zweiteres hab ich eine Nacht auf der Strasse geschlafen.

    Immerhin hatte die louisville.de nach Verschickung des Newsletters 23.000 Besucher auf der Seite. Und wir konnten nix damit anfangen.

  3.  
    3. ptr  

    90er jahre musik is wohl doch nicht so dein ding, was?

  4.  
    4. Oliver  

    Was heisst denn das?