5 Jahre Dorfdisco: gegen Berufsclubber, Saufagenten oder Mittetippsen


Dezember 5th, 2005 | 0 Kommentare ...  

5 Jahre Dorfdisco: gegen Berufsclubber, Saufagenten oder Mittetippsen
Gitarre & Schrank: Volkstaubsaugermetal bei 5 Jahre Dorfdisco, Bastard, 27.11.2005

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5 Jahre Dorfdisco mit Husky Stash, Tigers of Doom, Gitarre & Schrank, Fancie im Bastard, 27.11.2005

5 Jahre Dorfdisco – Zeit vergeht auch hier schneller als man denkt. Ich muss mich quasi jetzt schon in Tiefenhypnose versetzen um noch gewisse Feinheiten des Abends zu ergründen. Oder, ist das überhaupt wichtig? Was möchten Sie hören? Shunt, schnüren Sie die Socken und schreiben Sie uns einen Bericht über sich selbst und Ihre Dorfdisco! Mit Vergnügen!

Die spitzen-Vorbereitung war auch dieses Jahr wieder gekennzeichnet durch überflüssige Telefonate, 3 (oder 4?) durchgreifende Line-up Wechsel, superfixe Helfershelfer (ich danke in diesem den jungen Damen, ihr wart meine Stütze), eine gekochte Tasse Selbstzweifel ob und wenn, naja, eigentlich das übliche Spektrum wenn man sowas einmal im Jahr durchmacht. Wirklich verdrängt hatten wir nur so gesellschaftlichen Mief in Form von Pappnasen oder Luftschlangen. Und weil es Sonntag war, kamen auch keine Berufsclubber, Saufagenten oder Mittetippsen.

Fancie, Photo © Dorfdisco 2005

Fancie, Photo © Dorfdisco 2005

Dafür durften wir uns sehen lassen. Der Abend war noch jung als Elisabeth Wood a.k.a. Fancie als unser special Guest auftrat. Ich weiß noch nicht sehr viel mehr über sie als dass sie hinreißend gut sein kann. Vielleicht liegt es an ihrer down-to-earth Feeling, das mir im Gegensatz zu anderen Antifolkwalküren sehr entgegen kommt. Ihr unkonventionelles, fast stakkattomässiges Gitarrespiel, dazu eine Stimme die selbst anwesende Metalfans erreichte. Ein weiteres Debut und kein Wunder wenn auch Elisabeth Wood weiteren Kreisen empfohlen wird.

Folkloristisch ungebügelt mit einem Schuss Independent Metal gings dann richtig los mit Gitarre & Schrank. Kannte man die beiden Typen Deacon und Stefan vor einem halben Jahr noch nur unter Grindcoreketten, traten sie um unseren Termin herum auf einmal überall auf: geheimes Postfach, Scherer8, Pfefferbank, White Trash, Vorgruppe Melt Banana, Fleischmarsch Festival, Hafenklang. Was’n Glück dass die da überhaupt noch für uns Zeit hatten! Obwohl, verglichen mit dem völlig besoffenen, alles kaputt machenden Auftritt zwei Nächte zuvor im White Trash war’s hier nochmal vorspielen. Aber egal, Gitarre&Schrank spielen in ihrer eigenen Liga und ich bin sehr gespannt was da noch kommt.

Go Go Gero - Tigers of Doom

Go Go Gero - Tigers of Doom

Allerdings gab es ja noch zwei weitere, heiße Anwärter auf den Berliner Musikkeller. Zum Beispiel die Tigers of Doom. Dafür dass die zwei Tage vorher auch einen “easy Auftritt” im Sage an deren Rocknight hatten und dort nach so sieben Stücken gebeten wurden aufzuhören – “Ich glaub, denen haben die Ohren weh getan, war wohl zu scheppernd, dann sind die geflüchtet” said the Tigers. Also da dachte ich dass die bei uns ja besser aufgehoben sind. Allerdings, es war wieder manchem zu laut. Wirklich, zu laut! Da frage ich mich doch was manche Leutchens sonst so hören.

Nur, vielleicht lag das ja auch an mir. Weil, im Soundcheck, ich hatte dem Mixer noch ein paar Mal bedeutet den Bass doch was lauter zu drehen. Obwohl, die haben ja gar keinen Bass. Nur ‘ne Bassdrum Schlagzeug Gitarre und mit ‘nem irre durchschwitzten Sänger, der die nächsten Tage noch Anfragen weiblicherseits eintrudeln liess. Wer die übrigens mal zu Ohren bekommen möchte der kann sich seit neuestem eine Tigers of Doom Cd/Vinylplatte kaufen. Da gibts dann so charmante Titel wie Surfer’s Bloodbath, Tigers March, Indianer Tiger und Schnaps tut dir nicht gut zu hören. Vielleicht das Richtige für alle Gehörgeschädigten!

Blieben noch Husky Stash. Eigentlich geht man die ja schon alleine gucken. Kein Quatsch Rock, keine Girlietum oder fisseliges Möchtegern Gehabe, Husky Stash sind ne ziemliche Bank. Habt sie gern dann liefern sie Euch nächstes Jahr noch hoffentlich ein tolles Album. Und ohne die Rückmeldung abzuwarten lehne ich mich hier mal ein bischen aus dem Fenster und behaupte dass bei Husky Stash was unterwegs ist. Weihnachtlich ausgedrückt wa? Ein Sternschweif schwebt über ihnen! Die Band gebiert ein Baby das blass gebrüllt die Rettung Berliner Rockmusik bedeutet. Die heiligen drei Kritikerkönige Spex-Intro-Rolling Stone machen sich schonmal auf um neuen Stallgeruch aufzunehmen. Hosianna! Halleluja! Husky Stash!!

Na gut, ihr meint das wäre jetzt Ironie oder sowas. Mhm, abwarten. Wenn sie es wirklich wollen brauche ich sie hier nicht mehr vorzustellen. Aber vielleicht kauft dann jemand ihre frühen Werke, als sie noch ganz unbekannt waren.

Husky Stash - Photo © Dorfdisco 2005

Husky Stash - Photo © Dorfdisco 2005

(Update: es war tatsächlich das letzte Mal dass man all diese sehenswerten Gruppen zu Gesicht bekam. Im Folgejahr lösten sie sich alle auf!)



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