Sexo Y Droga


Ein Interview mit Sexo Y Droga

März 15th, 2001 | 0 Kommentare ...  

Sexo Y Droga
Sexo Y Droga´s Mik le Rok, 14/12/2000. Foto: Dorfdisco 2000!

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Dorfdisco traf die ultrakultige Gitarrennoiserockband Sexo Y Droga von der Frankfurter Allee. Am 14. Dezember konterten sie eben mal die Peaches vor ihnen aus und setzten einen weiteren Meilenstein in ihrer bislang jungen Karriere.

Inwieweit das als die Könige in Satans Service angekündigte Auftreten ihrer geistigen und körperlichen Verfassung gut getan hat, wollten wir drei Wochen später und drei Tage nach Sylvester bei einem Pausentreffen erfahren. Drei sichtlich aufgeräumte und unterhaltsame Typen deines Alters schlürften Limo und Kaffee.

Dorfdisco: Sexo y Droga, nicht zu fassen. Seid ihr nun Kings in Satans Service?

Henni: Kings in Satans Service ist eine der unausgesprochenen Varianten für KISS, hat sich Ran (Veranstalter) einfach als Untertitel für uns aus dem Info rausgesucht. Hat eigentlich nichts mit uns zu tun, da wir keine ausgesprochenen KISS-Fans sind, aber es klingt angemessen pompös, wir wollen ja keine Kaffeekränzchen beschallen, sondern Lärm machen. Kannste nehmen, wie Du willst.

Dorfdisco: Wie kam es dann zu dem Bandnamen Sexo y Droga?

Henni: Wir arbeiten bei den Gestalten, und da war der eine der war in Mexico und hat so ein Comic mitgebracht mit einer schwangeren Frau die sich einen Druck setzt mit dem Slogan: Sexo y Droga – Vicious de Moda. Wir hatten grad so überlegt dass wir eine Band machen wollen und dann kam ein anderer von den Gestalten und hat gesagt dass ist ja ein super Bandname auf dem Comic hier und dann haben wir uns nur angeguckt und haben gesagt ja stimmt, gute Idee. Im Endeffekt fanden wir das gar nicht so schlecht weil wir zwar keine grossen Drogenuser sind, weil das ja eher Sex ‘n’ Drugs and Rock’ n Roll ist.

Dorfdisco: Viele Leute denken jetzt von Euch vielleicht schon als die durchgeknallten Gestalten. Live seid ihr ja ziemlich wüstes Erlebnis…

Mika: Also wir spielen nach vorne, das kriegt man ja auch mit von der Bühne. Manchmal kommt das auch gar nicht strukturiert rüber, eher aus der Laune heraus teilweise. Es gibt immer noch Stücke die eigentlich frei sind sagen wir mal. Den einzelnen Stücken einen Freiraum lassen, wobei es auch auf die Umstände ankommt. Das Inselkonzert, das war eigentlich fast schon unser Freejazz.

Henni: … und die Leute fanden das alles toll. Da hab ich auch gesehen wie die sind so abgedreht im Gig und wir da nur so mit und das hat sich so gegenseitig hochgepuscht, obwohl definitiv keine Musik als solche mehr da war, nur noch rythmischer Lärm in solcher Beziehung.

Im Frühjahr hatten wir unser erstes richtiges Konzert gegeben im Bastard. Danach sind ganz viel Leute gekommen und meinten so dass das schon lang mal wieder fällig war, das eine Band kommt, die einfach nur nach vorne spielt. Aber eben nicht als Punkrock oder in irgendeinerweise Rock als Rudiment so rausknüppelt. Da hat das Ganze sehr gut zusammen harmoniert. Also die Leute, wie das so auf die Leute übergesprungen ist, auch wie wir die Stücke gespielt haben. Das hatte so – das war gerade der richtige Moment.

Dorfdisco: Wenn ihr so assoziativ an die Materie herangeht, ist das bei den Texten ähnlich?

Mika: Es sind eigentlich schon feste Texte, die aber je nachdem wie der Auftritt läuft dann auch schon verlassen werden. Ich kann da nicht, wenn ein Stück normalerweise drei Minuten geht und dann wird das auf zehn Minuten gedehnt nur weil die blöden Gitarristen nicht aufhören wollen , dann sing ich auch nicht zehn Minuten dasselbe.

Henni: Wir improvisieren innerhalb unserer Stücke, selbst wenn sie relativ fest sind. Also unser Schlagzeuger hat auch kein festes Schema und macht das was er will, ich an der Gitarre ein bischen noch, weil irgendwo versucht man dann ein bischen Struktur zurückzuhalten.

Seit ihrer Niederkunft erspielten sich mehrere Bühnen, darunter so prominente wie das Maria, dem Bastard und nicht zuletzt die Insel, von der sich demnächst eine Live Single Auskopplung ankündigt. Auf ihrem Weg zum Ruhm machten sie letzlich noch auf der Gründungsparty des neuen Audio Chocolate Labels halt, liessen alles liegen, und verabschiedeten sich mit einem kakophonischem Rückkopplungsgeheul, das eine gute Spur zu dem darauffolgenden Act EC80r legte.

Sexo Y Droga, originalLine-Up: Adulf H. (noises), Le Hell (guit.), King Kaag (bass), La Black (guit.), Mik le Rok (voc.), Randyman (drums)



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