CHUCKAMUCK: Alkohol, Autobahn und Belgische Dörfer


Eine junge Berliner Band, die auf einer Rock ‘n‘ Roll Welle mit Bands, wie den Demon‘s Claws, The Black Lips und Charlie Megira And The Modern Dance Club reiten, dabei jedoch ihren eigenen Stil finden – das sind Chuckamuck.

November 20th, 2009 | 1 Kommentar ...  

CHUCKAMUCK: Alkohol, Autobahn und Belgische Dörfer

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Berüchtigt für exzessive Bühnenauftritte  haben Oska und Lorenz in ihrem ersten Interview mit Dorfdisco einige Anekdoten über ihre, nicht weniger wilden, Autofahrten und Touren parat.

Wie lange gibt es euch denn schon?

OSKA: Fast drei Jahre.

Was hat es mit dem Namen Chuckamuck auf sich?

Lorenz: Es hat mehrere Bedeutungen, aber hauptsächlich hat es mit Alkohol trinken zu tun.

OSKA: Das ist so ein Wortspiel. „Chuck a luck” heißt so viel, wie „Einen Heben” und „Chuck” auch von Chuck Berry. Wir wollten uns die ganze Zeit mal eine richtig coole Geschichte dazu ausdenken, sind aber noch nicht dazu gekommen.

Ihr macht Rock ‘n Roll. Wie seid ihr gerade dazu gekommen?

OSKA: Ich habe früher den Beatles Film „A Hard Day’s Night” gesehen und hatte einen Kumpel, der Comics gezeichnet hat. Zu dem bin ich immer gegangen und er hat mir dann Kassetten mit Comics von krassen Bands fertig gemacht. So bin ich dann von einer Band zur anderen gekommen.

Lorenz: Durch die Eltern ist man damit ja richtig aufgewachsen und es ist halt Rock ‘n Roll. Der ist einfach gut.

Irgendwelche anderen Einflüsse?

OSKA: Die Demons Claws. Haste die schon mal live gesehen?

Nee, noch nicht, aber wir haben eine Fotostrecke mit denen aus dem West Germany.

OSKA: Die sind so fett. Das war das beste Konzert letztes Jahr, als die im White Trash gespielt haben. Ein Kumpel von mir hat vor uns getanzt und hat dabei meinen Ellenbogen in die Nase bekommen. Er ist dann aufs Klo gegangen und macht einmal so (hält ein Nasenloch zu und schnieft durch das andere) und der Blutfleck ist da jetzt immer noch auf dem Männerklo vom White Trash. Jedes Mal, wenn ich da auf das Klo gehe, freue ich mich, weil das so ein cooles Konzert war.

Im Madame Claude seid ihr ja mit Jimmy Trash aufgetreten. Was besteht da für eine Verbindung?

OSKA: Jimmy und ich spielen auch in Jimmys Band und wir haben auch das gleiche Tattoo (legt seinen Oberarm frei), wir haben so eine Krone hier. Das ist schon ziemlich alt. Jimmy hatte es mal so ganz gefängnismäßig gestochen, aber dann ist es nur verschorft und ich hab es noch mal neu machen lassen. Und Jimmy hat auch den Song „Alcohol” geschrieben.

Jiles - Chuckamuck -

Oska - Chuckamuck - früher den Beatles Film „A Hard Day's Night" gesehen

Was ist denn so faszinierend am Autofahren auf der Autobahn? Hat das etwas mit Kraftwerk zu tun?

OSKA: Nee, mit Kraftwerk nicht. Das kann man schlecht sagen, ohne dass es pathetisch wird. Es macht einfach viel Spaß weg zu fahren, woanders hin, das Tour-ding halt.

Ihr reist also gerne?

Lorenz: Ja, und einmal auf einer Tour nach Hamburg, als wir da in einem Club gespielt haben, war Roadie Jonas mit. Er saß vorne in der Mitte der Dreierreihe. Der hatte vergessen zu pissen und meinte, er pisst einfach in so einen McDonalds Becher rein, aber der Becher war halt sofort voll…

OSKA: Und ich saß daneben und hab ihm dann immer einen anderen Becher in die Hand gedrückt.

Lorenz: …und dann hat der irgendwie drei Becher vollgepisst und alles war schon am Auto voller Pisse, aber da konnte er nicht mehr anhalten.

Klingt als ob das ziemlich wilde Fahrten sind.

OSKA: Ja, vor allem die Hinfahrt ist immer ziemlich krass, weil man da so aufgedreht ist und auf der Rückfahrt schlafen dann alle.

Lorenz: Beim Autofahren kommt man irgendwie wieder zusammen.

Unter anderem in eurem Video „Alcohol” scheint ihr nicht so ganz bei klarem Kopf zu sein. Gehört das zusammen für euch, Rausch und Musik?

OSKA: Ja schon. Ich mag es, wenn alles durcheinander geht. Das sind dann immer die besten Shows. Ein bisschen Chaos muss schon sein. Es gibt so viele langweilige Bands, die nur so vor sich hin spielen. Wir wollen vor allem nicht langweilig sein.

Woher kennt ihr euch? Seid ihr alle vier Berliner?

OSKA: Ja. Ich hab am Anfang nur mit Lorenz und Nils zu dritt gespielt, da war Lorenz noch bei den Neighbours. Die Neighbours haben sich dann aufgelöst und wir haben gesagt: „Hey Lorenz, haste nicht Lust bei uns zu spielen?”, und das war einfach gut, wir haben dann auch zusammen die Songs geschrieben. Wär’ cool, wenn das mit dem neuen Bassisten auch klappen würde.

Was ist mit eurem alten?

OSKA: Unser Bassist hat am Sonntag gesagt, dass er keine Lust mehr hat und deswegen suchen wir jetzt einen neuen Bassisten, (lehnt sich zum Mikro). Also bitte melden, bei bassist999@googlemail.com.

Ihr seid ja alle noch ziemlich jung. Wie alt seid ihr?

Lorenz: 19. So jung ist das doch gar nicht mehr.

Was macht ihr außer Musik?

Lorenz: Ich geh noch zur Schule, 13. Klasse. Bald ist es vorbei.

Und deine Pläne danach?

Lorenz: Auf jeden Fall noch Musik machen und nicht gleich studieren, aber wenn dann, irgendwas mit Physik.

Bei dir, Oska, hab ich gelesen, du hast auch mal geschauspielert. Wie bist du denn dazu gekommen?

OSKA: Ja, ich war früher Schauspieler in ganz schlechten Filmen. Die Mutter von unserem Bassisten, hatte eine Schauspielagentur und ich war immer dort und hab eine große Klappe gehabt. Die haben dann irgendwann gesagt: „Hey, wie wär’s mit dem?”
Einmal bin ich dafür zwei Wochen nach Hamburg gefahren und hab diesen Scheißfilm gedreht, wurde dann aber auch überall hingefahren. Ich hab mich nach dem Dreh immer in einen Plattenladen in Hamburg fahren lassen und den ganzen Tag Platten gehört und mir von dem Geld Platten gekauft. Ich war auch auf Konzerten auf der Reeperbahn, mit 14, und bin dann total durchgeschwitzt und verraucht von den Konzerten gekommen, damals hab ich ja noch kein Alkohol getrunken, aber ich war trotzdem immer so völlig durchgeschwitzt und voller Rauch. Ich bin dann an ein Taxi gegangen und hab gesagt, ich würde gern ins „Madison”, das war das feinste Hotel von Hamburg. Also hat sich das auch irgendwie gelohnt.

Lorenz Chuckamuck: geh noch zur Schule, 13. Klasse.

Und warum hast du es dann gelassen?

OSKA: Na weil dann immer nur Scheißfilme kamen, so was wie eine Renowerbung mit Nena oder so. Ich hatte dann keine Lust mehr und habe immer nur abgesagt.

Was machst du jetzt?

OSKA: Ich zieh jetzt von Zuhause aus, nach Kreuzberg, in eine WG mit zwei Schwedinnen.

Würdet ihr sagen, dass Berlin euch geprägt hat?

Lorenz: Ja, ist schon was anderes, als eine Kleinstadt. Ich hab auch mal zwei Jahre auf einem Dorf gelebt und na klar ist es da langweilig und öde und man kann da nur durch die Wälder rennen und irgendwelchen Quatsch machen. Und wenn man in andere Städte kommt, merkt man erstmal, wie gut man es hier eigentlich hat. Ich finde gut, dass es hier noch so räudige Kneipen gibt, Läden, wo wir halt gern spielen. Wir haben mal in Hannover spielt, weiß ich noch, total komisch der Schuppen da, und dann konnte man abends auch nicht wirklich was machen und musste auf irgendwelche Yuppie Partys gehen, weil’s nichts anderes gab. Aber vielleicht ist ja auch Hannover viel geiler als Berlin.

Gibt es einen Ort wo ihr gern mal spielen würdet?

OSKA: Im Bassy Club würde ich gern mal spielen, sonst gern in Amerika, New Orleans und wo noch… in Spanien noch, wir wollen auch unbedingt mal in Spanien spielen, weil Freunde von uns grad in Spanien sind und erzählt haben, wie geil es da ist.

Und von wegen Dorf….Wir haben vor kurzem in einem Dorf gespielt, in Belgien irgendwo. Wir hatten ein Navigationssystem und plötzlich waren wir mitten auf einem Berg mit lauter Kühen. Da war dann ein kleiner Club in einem Dorf, es sah so aus als wären da nur 30 Leute. So ein Typ hat uns gezeigt, wo wir pennen können und daneben war eine riesige Halle mit Antiquitäten. Es gab dann eine Vorband, mit alten Säcken, die Gothic Make-up hatten und Springerstiefel. Danach haben Freunde von uns gespielt, Charlie Megira And The Modern Dance Club aus Israel, und dann wir. Zum Schluss des Konzerts haben plötzlich auch die Dorfbewohner mitgespielt, Schlagzeug und Gitarre und der Typ, dem die kleine Hütte gehörte, hat plötzlich auch angefangen mitzusingen, ist auf den Verstärker geklettert und hat angefangen sich einen runterzuholen, auf der Bühne.

Lorenz: Und er hatte auch einen Dildo.

OSKA: Er hat dann den Gitarristen von der anderen Band mit dem Dildo gejagt. Der Typ kam dann auch da hin, wo wir geschlafen haben, hat die Tür aufgerissen und meinte immer: „You hippie crap, you hippie crap.” Jan, mit dem wir gefahren sind, wurde in jeder Stadt als Hippie beschimpft.

Wie soll es weitergehen?

OSKA: Wir wollen nächstes Jahr ein Album aufnehmen und dann so viel touren, wie möglich. Und wir wollen ein neues Video machen. Wir haben ein Lied über eine Fischvergiftung, darüber vielleicht.

www.myspace.com/therealchuckamuck
www.myspace.com/demonsclaws
www.myspace.com/themoderndanceclub



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. freedarich  

    olé! yeah!