WEE FLOWERS: Was Sie schon immer über Kunst wissen wollten…

WEE FLOWERS: Was Sie schon immer über Kunst wissen wollten…


November 11th, 2008 | 0 Kommentare ...  

WEE FLOWERS: Was Sie schon immer über Kunst wissen wollten…
Revolution der Erziehung, Art Fair 08, Foto: Dorfdisco 2008

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Anfang Oktober bin ich nach Köln geflogen, um mir dort die ART FAIR 21 anzusehen. Eine Messe für junge Kunst und aufstrebende Galerien auf dem Expo-Gelände. Die Vernissage war ein Knüller. Hundertschaften von kunstinteressierten, individuell gekleideten Frohnaturen strömten durch die Hallen und machten einen äußerst begeisterten Eindruck. Es gab auch guten Grund, denn die Galerien zeigten von Warhol bis Wandteppich ein kunterbuntes Angebot der zeitgenössischen Kunst: anspruchsvoll, waghalsig und frisch. Meine Galeristin Yasha Young von der Berliner Galerie Strychnin freute sich über guten Umsatz und viel Interesse – auch an meinem Werk “Oui, Mon Capitaine“, einem großformatigen Holzbild, im Video unten zu sehen.

Zur Feier des Tages haben wir uns abends im Blue Shell ein paar Drinks gegönnt (und die Kölner News at Six verpasst) und beim Kölner Pop-Art-Künstlerkollegen/Tätowierer Tom Grundmann bis morgens abgefeiert.

Koffer packen für Abu Dhabi! hieß es dann ein paar Tage später. Diesmal ist es kein Urlaub, sondern Wee geht “auf Montage”. Ich durfte Brian Eno und Crew beim Aufbau seiner imposanten Lichtinstallation bestehend aus LED Bildschirmtürmen -Totems genannt- und einer gigantischen All-Round-Projektion auf der Kuppel des eigens dafür aus Asien importierten transportablen Planetariums für einen Gala-Abend (eine zukünftige Multi-Media Insel wurde damit eingeweiht) in Abu Dhabi begleiten. Eine Woche lang war ich Muse (Eno nannte mich liebevoll seine “Geisha”…) und Truppenbetreuerin mit Lizenz zum im Hotel und am Pool abhängen.

Dass Duran Duran an dem Gala-Abend auch gespielt haben will ich nur nebenbei erwähnen, denn das war für uns eher ein Grund uns unauffällig aus dem Staub zu machen und ins opulente Emirates Palace Hotel nebenan überzuwechseln, um dort im lauschigen Garten teuren italienischen Rotwein zu vernichten. ( Alkohol gibt es in den Emiraten nur in internationalen Hotels.) Als Belohnung für die “Strapazen” haben wir uns ein Boot gemietet und sind an der Küste entlang geschippert zu vorgelagerten, künstlichen Inseln und haben ein bißchen geschnorchelt. Abu Dhabi is a money making machine with a beach – das ist mein Fazit.

Brian Eno, Photo: Wee Flowers, dorfdisco 08

Brian Eno - Cheers! Photo: Wee Flowers, dorfdisco 08

Um diesen Kulturschock zu überwinden bin ich zum Texas Terry Konzert ins White Trash gegangen, jawoll! Viele anwesende Kreuzberger sorgten für eine ordentliche Punk-Atmosphäre; was vielleicht dazu führte, daß Terry einmal mitten im Song ohne Ansage rückwärts aus den Schuhen kippte, und nachdem sie wieder stand, sich zwei – bis dato nicht persönlich vorgestellte Agressoren aus dem Publikum – ordentlich gegenseitig die Fresse polierten. Ich mußte plötzlich über das Wort “cliché” nachdenken und hab mich dazu nach oben verzogen, um einen gepflegten Hendrix-Tonic zu trinken.

Ende Oktober dann passenderweise nochmal Kunst. Die Berliner Liste 2008 präsentierte im Haus Cumberland am Ku-damm 193/194 70 internationale Galerien mit dem Motto “Kunst ab 1960” auf vier Stockwerken in den herrlich morbiden Zimmern des ehemaligen Hotels. Auch hier herrschte – wie in Köln – allgemein neugierige gute Laune beim Publikum und viel Mut zu (wie ich sie nenne) unartiger Kunst. Da werden alte Meister verarscht von Juan Béjar, Street Art Künstler hochgejubelt wie z.B. Shepard Fairey aka. Obey…demnächst wird es noch mehr Gelegenheiten geben, der drögen Kunstszene einen kräftigen Schubs zu verpassen. Ich bleibe am Ball.

Wee Flowers’ “Oui, Mon Capitaine”:



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