WEE FLOWERS: Stooges, Sardinien und Stromgitarren

WEE FLOWERS: Stooges, Sardinien und Stromgitarren


Oktober 31st, 2008 | 0 Kommentare ...  

WEE FLOWERS: Stooges, Sardinien und Stromgitarren
Iggy Pop, Columbiahalle 2004, Foto: Tanja Krokos

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Wieder in Berlin hatte ich ein hübsches Plätzchen auf der Gästeliste von Iggy Pop & The Stooges in der Zitadelle Spandau.

Vor vier Jahren, in der Columbia Halle, hatten die Stooges ein geniales Konzert gegeben, und ich hatte noch sehr lange Nachwirkungen von diesem umwerfenden Abend. Wer mal das legendäre Live-Video aus den späten 60er Jahren gesehen hat in dem Iggy im Publikum badend – in der Hand ein Glas Erdnussbutter – die er dann auf sich und den begeisterten Fans verteilte, kann sich vorstellen, wie es war. Bloß ohne Erdnussbutter…

Vollgepumpt mit Vorfreude bin ich also über das Gelände gestiefelt, um mal Backstage (mit 3 verschiedenen Zonen: die ungezwungene Catering Athmosphäre in Raum 1, hinter roten Vorhängen verteilt die Räume der verschiedenen Opening-Bands, dann Security, Stooges Bereich hinter Metalltüren, und wieder Vorhänge, um Iggy Pop und seinen Gästen ein bißchen Privatsphäre zu verschaffen), mal vor der Bühne und auch mal ganz lässig von der Mittellinie das Konzert zu erleben. Irgendwie ist dann die ganze Nummer an mir vorbei gegangen, der Mitreiß-Effekt kam nicht, und dann war auch schon Abpfiff. Hab noch kurz die Jingos und Razi ( Boy from Brazil) gesprochen, einen vorzüglichen Weißwein vom Tourmanager bekommen und gewartet, bis meine Freundin Iris ihr Autogramm von Iggy auf dem Mick Rock Photo ( Iggy, Bowie, Lou Reed) bekommen hatte.

Ein paar Tage später bin ich für eine Woche nach Sardinien geflogen. Ein lieber, gar nicht so alter Freund von mir besitzt dort ein gar nicht so kleines Häuschen mit Meeresblick. Da die Saison schon fast vorbei war, konnten wir ganz spontan ein Motorboot mieten, zur gegenüberliegenden Felseninsel mit Naturstrand fahren, im mitgebrachten Topf Muscheln kochen und völlig ungestört im türkisen Wasser auf Seeigelsuche gehen.

Mit neuem Schwung Hals über Kopf ins Berliner Nachtleben: Black Box Revelation aus Belgien im BangBang Club. Zwei Jungs; der eine schlacksig mit zerbeuleter Gitarre, sein Kumpel am Schlagzeug trommelt mit breitem Grinsen und rudernden Armen, daß es nur so kracht. Die CD “Set Your Head On Fire” kann man blind kaufen. Sehr gut geeignet für: zu schnelles Fahren, Wiederbelebung nach durchzechter Nacht, um Kumpels zu beeindrucken und obendrein Luftgitarren tauglich.

Am nächsten Abend entdeckte ich nur durch Zufall ein Plakat: The Lords Of Altamont im Cortina Bob, Wiener Strasse. Dementsprechend waren im Club auch nur ca. 50 Eingeweihte, die sich – genau wie ich – begeistert die Show ansahen. Eine Stunde schmutziger, schweißtreibender Garagen-Fuzz-Sound aus U.S.A. mit Sänger Jake – unter, neben, auf und hinter der Farfisa Orgel – immer lässig und charmant, und – so wie die 4 Kollegen Mad Dog, Stiggs, Sonic und Sicko – im tadellos-arschcoolen-Marlon-Brando ( in “Der Wilde” )-trifft die Fuzztones-Outfit.

www.lordsofaltamont.com

http://www.myspace.com/lordsofaltamont



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