Was hören Berlin?!


Neue Bands und Tracks -aus dem Ärmel geschüttelt

September 15th, 2009 | 1 Kommentar ...  

Was hören Berlin?!

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Die Neu-Berliner Musikkonferenz alltogesernow sucht derzeit mal wieder neue Wege im Absatzwald, und redet über Konzepte und Ideen, die aus einer Wolke heraus zu den Experten herabcampen soll, auf dass das Problem der Wirtschaftskrise gelöst und über den Begriff der Kreativwirtschaft wieder zu neuer Größe auferstehen möge. Damit nicht vergessen wird worum es dabei eigentlich geht, stellt Dorfdisco.de mal drei neue Berliner Gruppen und einen Alten vor, in Vertretung für all diejenigen, die sich Musiker schimpfen und immer noch verdient haben gehört zu werden:

Zum Beispiel House of Light. Seit einem Jahr findet man sie auf Berliner Bühnen, und aber mussten gerade erst nach England um von einem Label angesprochen zu werden. Dabei sind sie die so ziemlich einzigen Berliner zur Zeit, die einen leidenschaftlich dunklen und stilistisch nicht unbekannten New Wave Noir spielen. Vielleicht weil Sänger und Frontmann Justin de Fries schon vor Jahren nach einem Nick Cave Gig in bester Gesellschaft gespottet wurde? Zusammen mit dem House of Light Grundungsbassisten Mark Inchin, Lena Wendl (Keyboards) und Chris Hughes (Drums) verbessert de Fries das Songwriting kontinuierlich, und lässt, musisch gesprochen, das Licht auf sich herabscheinen. Ob 80er oder 90er, wer will es noch auseinanderhalten, ein wenig australisches Esprit bestimmt House of Light, emotionale Schübe verpackt in fuzzy-halli Gitarre und de Fries sehnsuchtsvoller Stimme. Fehlt nur ein guter Produzent und das englische Umwegs-Management, schon hat der hiesige Absatzpresse ein neues Thema zum knuddeln.

House of Light – House of Love

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http://www.myspace.com/houseoflight

Oder dieses Release der viel zu un-bekannten Friedrichshainer Jagoda! Erschienen zwar schon Ende 2008, erhielt es aber so gut wie keine Beachtung, nirgends. Vielleicht liegts daran, dass sie sich ohne Label und Vertrieb durchs Land bewegen? Dabei sind sie mit Sängerin Tonia Reeh aka Monotekktoni (“in so einer Band wollte ich immer schon mal singen”) und einem Teil Kate Mosh nicht nur prominent besetzt, sondern finden auch noch zu ihrem eigenen Stil zwischen  fugenhafter Oktavschichtungen und explosiven Moshstompern. Ihre vom Produzenten J.Kell (Ampersand, Sans Secours, Danko Jones) zur Glänze gefeilte CD Electronic Welfare trotzt und spuckt den vergangen Rockdekaden einfach mal vor die chucksbeschuhten Füße. Klingt manisch? Ist es. Auf der Bühne mit noch mehr Nachdruck.

Jagoda – Back When we have been Eatable

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http://www.myspace.com/jagodayouth

Indie-Rock mit deutschen Texten steht in ihrem Info. Glücklicherweise erwächst den Nördlichen Gärten Berlins nicht der peinlich dümmste Happy Aua Pickelschramm der letzten Jahre deutscher Studiertenwirtschaft samt vorprogrammiertem Absatzeinbruch. Denn an frische und minimal roher Wagnis treiben es Titel wie Gropiusstadt, Leute kucken Leute oder Augen der Anderen dergestalt, als wären Low-budget Produktionen noch in Händen von gewitzten Sturköpfen in Aspik. Vielleicht hilft auch das etwas ältere Semester, das sich passenderweise nach einem Rolf Dieter Brinkmann Gedicht “Reisen in die nördlichen Gärten” aus dem Jahr 1975 benannt hat, und sich auch keinen weiteren musikwirtschaftlichen Illusionen hergibt als ihr digitales Debut auf Anfrage für lau anzubieten.

Nördliche Gärten – Leute Kucken Leute

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www.myspace.com/noerdlichegaerten

Dann wurden uns (dankenswerterweise!) ein paar Demos zu Sedlmeirs neuem Album zugespielt! Von Germoneys treffendsten Texter und Metzger des fetten Riffs kann man gar nie genug kriegen! Wurden seine ersten beiden Alben ja schon von jeglicher Geschmackspolizei landauf-landab als besonders wertvoll beurteilt, schlagen allein die hier vorliegenden Titel wie Unten mit dem All oder Schwanzlutscha wieder tief ins realitätsnahe Kontor unausweichlicher Persönlichkeitsempfindung. Einziger Wermutstropfen: das bislang noch unbetitelte Album soll (wegen der Finanzkrise?) erst nächstes Jahr erscheinen. Bis dahin aber erlaubt es der Meister seinen besten Fans einen Track zur exklusiven Premiere zu bringen, auf dass der Eiertanz und das Dummgeschwalle aufhört und der Hund in der Pfanne nicht noch verrückter wird, wie es Sedlmeir zu sagen pflegt:

Sedlmeir – T-nage Service (Demoversion!)

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http://www.sedlmeir-rock.de

Und last not least, Drive By Shooting steuert mit Berlin ist soo Geil ja eigentlich DIE Berlin Hymne schlechthin bei. Und nachdem sie sich zuletzt auch einen neuen Schlagzeuger geangelt haben, läuft es bei der einzigen Stonerrockband Berlins wieder richtig heavy:

Drive By Shooting – Berlin ist soo Geil

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http://www.myspace.com/drivebs



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