Summerize Festival 2009


August 23rd, 2009 | 2 Kommentare ...  

Summerize Festival 2009
Kissogram. Pic: Promo

Von

Wo bleiben eigentlich die Berliner Bands, wird sich manch Berliner und Zugereister im Zuge zunehmender Internationalisierung der Berliner Festivalszene fragen. Wo “Berlin” drauf steht ist halt nicht mehr immer Berlin drin. Anders beim Summerize, das nicht nur auf den schon ausgetretenen Berlin Begriff verzichtet, sondern seit Jahren ausschließlich auf die Berliner Szene setzt, und noch jene austarierte Mischung aus neuen und schon bekannteren Acts findet, mit der die Stadt sich brüsten darf.

Auch wird nicht der Fehler eines preistreibenden Überangebots gemacht. Mit für moderne Festivalverhältnisse gerade mal sieben Bands verteilt auf zwei Bühnen setzt man auf Übersichtlichkeit, etwas, das jeden einzelnen Act aufwertet und gleichzeitig den in Berlin stets arg strapazierten Geldbeutel schont.

So wird es auf der Hauptbühne ein Wiedersehen mit Berlins Electroduo Kissogram geben. Jonas Poppe und Sebastian Dásse noch einmal vorzustellen sollte sich nach ihrem Erfolg von Rubber and Meat eigentlich erübrigen. Früher spielten sie sogar noch auf Dorfdisco Parties, heute touren sie bis nach Japan auf Einladung von Franz Ferdinand. Rock’n’Roll-Disko nennen sie ihren Sound, und wenn zum Keyboard das Schlagzeug und Gitarre einsetzt ist auch Rock’n’Roll drin. Poppes Stimme quengelt zwar noch wie früher, aber aus dem Mädchenschwarm ist längst ein selbstbewusster Sänger und Musiker geworden, dem man die lehrreichen Jahre wie Schlachten anmerkt.

Vorher aber gibt es das Bierbeben. Die Band mit dem vielleicht besten Namen aller Zeiten wollte zunächst Deutschpunk Stücke von den Cotzbrocken oder Vomit Visions vor der Vergesslichkeit bewahren, als sie wohl mangels Instrumente oder Probenraum die Nummern elektronisch angingen. Auf ihrem mittlerweile dritten Longplayer, schlicht Das Bierbeben benannt, aber geben sie sich subtiler und radikaler als je zuvor. Dabei sei ihre Wandlung zu klinisch unterkühlter Elektropopulärmusik im positiven Sinne zu bemerken – wie Dorfdisco Autor Thorsten Maier richtig bemerkte.

Auch längst keine Unbekannte mehr ist Masha Qrella, den meisten von den für die Berliner Szene bekannten Post-2000 Bands Mina und den melancholischen Contriva ein Begriff. Qrella wurde 2007 vom Berliner Haus der Kulturen der Welt eingeladen einen Abend zum 50jährigen Bestehen desselben zu gestalten. Unter dem Motto „Broadway – Cradle of Popular Music” galt es, sich mit Broadway Kompositonen von Kurt Weill und Frederick Loewe auseinander zu setzen. Das dazu erschienene Album Speak Low – Loewe and Weill in Exile erschien im Juni 2009 auf Morr Music.

Den Abend eröffnen werden die Newcomer Nachtlüx. Sängerin Lea W. Frey und Klangkünstler Venezian nehmen ihr Publikum mit auf eine “Reise nach Norden”, dahin “wo die Wolken sich verschieben”, wie es in ihrem Info recht nebelig heißt. Dabei klingen sie als wäre ihnen Winter lieber als Sommer, bzw. die Nacht näher als der Tag. Man darf schwerfällig und melancholisch gespannt sein.

Als Geheimtipp fungiert mal wieder das Maschinenhaus. Auf die kleineren Bühne startet das Programm mit Glass and Fishes, ein experimentelles Soloprojekt des Schlagzeugers Björn Bauermeister von Sometree. Zu den geschichteten Klängen, Drums und minimalen Melodien aus “der Tiefe des Raumes” passt der Projektname ganz gut: Draußen bleiben oder eintauchen ist hier die Devise.

Ganz sicher nicht draußen bleiben darf man bei Popular Damage. Die in Manchester geborene Nadine Raihani und der Berliner Stefan Hengst werden gerade hoch gehandelt als das nächste große Elektropop Ding. Ein Klick auf ihrer Myspace Seite wird jedem mitteilen wohin die Reise geht: flirrende Clubsounds mit Pop-Gesang. Kämen sie aus London oder New York wäre ihnen die ungeteilte Aufmerksamkeit der selbsternannten Partyeliten sicher.

Anschließend spielen die noch jungen I Might Be Wrong. Will der Bandname vielleicht verraten dass sie sich ihrer selbst nicht ganz sicher oder auf der Sinnsuche im Laptop sind, werden I Might Be Wrong Ende September ihr zweites Album Circle The Yes auf Sinnbus veröffentlichen. Solch ein Transportmittel ist denn auch angebracht wenn das im Info beschriebene I Might Be Wrong “Sing und Sinnspiel in seiner Intensität weder fassbar noch mit Worten zu beschreiben ist”.

Weitere Infos zum Festivaltag unter www.berlin-summerize.de

Line-Up:

KESSELHAUS
Doors open 20.00

21:00 Nachtlüx
22:00 Masha Qrella
23:00 Das Bierbeben
00:00 Kissogram

MASCHINENHAUS
Doors open 20.30

21:30 Glass and Fishes
22:30 Popular Damage
23:30 I Might Be Wrong

Eintritt: VVK 12,- € zzgl. Gebühren / AK 15,- €



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. riot_queer  

    Das Datum dieser Veranstaltung ist vielleicht noch ganz wichtig?!
    Oder nicht?

    05. September!

  2.  
    2. Der alleswisser  

    es ist der 05.09.09

%d Bloggern gefällt das: