Music Weak zur Music Week – hinter dem Brimborium


September 7th, 2010 | 0 Kommentare ...  

Music Weak zur Music Week – hinter dem Brimborium

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Wenn heute die Berlin Music Week startet, wird Berlin einmal wieder zur Weltmusikhauptstadt erhoben, wird “Musikgeschichte” und “Musikzukunft” geschrieben, soll ein Signal der neuen Offenheit der Branche gesetzt werden.  Einzelveranstaltungen wie die Branchenmesse Popkomm, der letztes Jahr neu gegründeten Ideenaustauschkonferenz All2GetherNow, dem Livekonzertfest Berlin Festival, der Klubnacht plus einer handvoll weiterer Nebenschauplätze feiern sich dabei selbst und befinden sich wie jeher auf der Suche nach dem heiligen Gral zwischen Wirtschaftlichkeit und Wirklichkeit.

Uns Dorfdisco kümmert das nicht so sehr als dass wir eine exklusive Fotoakkreditierung fürs Berlin Festival erbettelt haben, nebst zwei weiterer Tickets für unsere von Wahrnehmungslosigkeit gebeutelten Mitarbeiter, die sich dort die Wurst vor Augen halten und das Bier ins Ohr kippen dürfen.

Abseits vom Trubel aber haben wir mal ein paar skurille Nachrichten rund um die Musikindustrie zusammengetragen, passend zur Music Week – die man so auch easy “Music Weak” nennen könnte:

1) Mai 2010: Die schlimmste US Verkaufswoche aller Zeiten

Vielleicht war es so schlimm dass jeder wegschaute. Aber Ende Mai gab es die geringsten digital und CD Verkaufszahlen aller Zeiten. Wie wenig?  Soundscan ermittelte für die Woche am 31. Mai nur noch 4,978,000 verkaufte CD und digitale Alben verglichen mit 45 Millionen Ende 2000.

Dabei sieht es nicht besser aus, rechnet man Inflation und den Niedergang vom Album Großhandelsverkaufspreis mit ein, unter denen Labels doppelt leiden. Vergleicht die Preise für Alben von heute mit denen der Beatles von 1964, dann würden $4.98 für das erste Beatles Album in Amerika heute umgerechnet $35 für ein 28 Minuten langes, monophonisches 8-Stücke Album bedeuten.

2) Um CD Verkäufe anzukurbeln entwickelte die NARM im Sommer zwei Logos: eines um Konsumenten an die Luxus Ausführung eines Produkts zu erinnern, ein Zweites um Alben als Geschenk anzuregen.

3) Der letzte DIY Schrei: anderer Leute Musik verkaufen

Do-it-yourself Rampen gibt es zuhauf, dank jeder Eingebung die an jeder Ecke aufblitzen. Aber Echo Nest und 7Digital arbeiten jetzt zusammen, das heisst, deren APIs, um anderer Leute Musik zu verkaufen. Dabei stellt 7Digital über 10 Millionen MP3s ein und Echo Nest das “Gehirn” intelligenter Navigation und Findung von digitaler Musik.  Ziel ist es Entwickler von Smartphone Applikationen einen voll-lizensierten Musikkatalog zur Vergüng zu stellen, wobei die Entwickler am Verkauf der von 7Digital bereit gestellten Stücke partizipieren.

Infos unter http://developer.echonest.com

4) Sonicbids kündigt (ziemlich) bescheuerten Deal an

Marken wollen sich mit Marken assoziieren die man kennt. Am liebsten haben sie total aufregende, noch-kaum-gehörte-Indies, um ihren eigenen Auftritt total frisch und sensationell Einzigartig zu halten. Das ist so simpel wie bescheuert.

Zum Beispiel Diesel, die die Welt schon mit ihrem “Sei Bescheuert” [Be Stupid] beglückte. Nun schließt sich die Gigbuchungsplattform Sonicbids dem Spaß an und gründet eine neue markige Marketingidee.

Als Teil eines umfassenderen Vorhabens schließen sich die beiden Firmen zusammen, um noch unabhängigen Musikern, also jenen scheinbar wie Sand am Meer exsistierenden, unbedarften Grünschnäbeln zu erlauben, sich uber einen Haufen Klamotten, Dienste und tollen Auftrittsmöglichkeiten zu bekämpfen. Der “Bescheurt für Diesel Weltpokal” [The Stupid for Diesel World Cup]  fordert Fans auf zu beweisen “wie bescheuert” ihr Fanatismus mit jeder Runde schon geworden ist. Ein typisches Beispiel wäre ein Tattoo der Band, wobei  Fans auch Preise für besondere Bescheuertheit erhalten können.

Sonicbids Mitglieder können dabei umsonst teilnehmen, nicht-Mitglieder dürfen immerhin noch eine Trial-Version von Sonicbids nutzen.

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Die erfolgreichsten Musik- und Webfuzzies in Zahlen:

*Twitter: 145 Millionen registierte Nutzer (per Twitter von CEO Evan Williams).

*YouTube: 2 Milliarden werbefinanzierte Videostreams pro Woche (nach New York Times).

*Ping: 1 Million registrierte Nutzer innerhalb von 2 Tagen (nach Apple Angaben).

*Anzahl von iTunes 10 Downloads  im selben Zeitraum: 3 Millionen.

*Anzahl von iTunes Nutzer: 160 Millionen.

*Shazam iPhone/iPod Touch Nutzer: 20 Millionen (nach Shazam CEO Andrew Fischer).

*@kanyewest followers: 1,009,998 (heute morgen).



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