Mignon


Oktober 15th, 2001 | 0 Kommentare ...  

Mignon
Mignon 2001 im Deli (heutiges Maria am Ufer) Photo: Dorfdisco 2001

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Der neueste Berliner Shooting Star? Mignon überrascht uns über Nacht bei ihrem ersten Solo Auftritt im Deli. Niemand war vorbereitet auf die wilde dunkle manische Portion Energie, die diese Ein-Mann Frauengang drauf hat.

Die Schöne und dämonische Königin der Nacht legte ihr warnendes Feuer. Eine She-Teufelin auf Absätzen! Es hat einen neuen Namen: Mignon! Wo kommt sie her? Was macht sie in Berlin? Wir sind in der Sache nachgegangen und stellen sie Euch vor: Mignon, der Kult, ihr Spielzeug, ihre Mission – und das Ende von Luzifer.

Wir trafen Mignon im Transylvania, einer itallienischen Gruftbudenkette auf der Schönhauser Allee, die aber noch zu hatte. Das Transylvania ist die Inkarnation von Mignon. Sie wollte dort bei der Loveparade auftreten, wurde aber nicht zurückgerufen. Zu dumm für den Boss. Schließlich nahmen wir eine ‘Pinkel-pause’ mit Bier im Irish Pub nebenan. Dann sprangen wir herum, um ein paar nette Bilder aufzunehmen, während sie ihr Lieblingsspiel spielte, zu verschwinden um gleich an anderer Stelle wieder aufzutauchen! Nichts kann sie aufhalten, nicht einmal der Betrunkene, der sich lechzend an ihr Hundehalsband klammert. Sie ist Bad, Evil, Wicked und Meaan!

Ich lebte in einem Truck für ein paar Jahre, fuhr viel herum und spielte Keyboards hintendrin. Ausserdem spielte in verschiedenen Bands, unter anderem bei Raz O’ Hara (Kitty Yo), mache jetzt aber mein eigenes Ding.

Alles selbst beigebracht, arbeitet sie auf 8 Spur mit Rythmusmaschine, Gitarre und was ihr so über’n Weg kommt. Ihr Einfluss reicht vom 80’s Doom bis Namen wie Diamanda Galas. Eingeleitet von einer süssen Kindermelodie und gefolgt von verzerrter Gitarre rappt sie: Watch out Luzifer, you dare me, I come one day to see your novelty und You had your chance, you had your time, you had your go – now it’s mine! Damit bringt sie ihr Publikum auf die Knie, und holt aus zu ihrer Performance, die jeden verrückt werden lässt.

Mignon in der Frauentoilette des heutigen White Trash - Photo: Oliver Shunt, Dorfdisco 2001

Mignon in der Frauentoilette des heutigen White Trash - Photo: Oliver Shunt, Dorfdisco 2001

Demnächst soll noch mit Hilfe von Patric (Catani / Ec8oR) noch mehr aufgenommen werden. Wer diesen Wizard of Beats kennt, mag sich schon denken, was da auf die Ohren kommt.

So erzählt sie uns mit ihrer verführerischen Stimme, einer Mischung aus Slang und Minx, wie sie kürzlich nachts von der Polizei unerlaubt in einem Freibad aufgegriffen wurde, oder wie schwer es ist im Winter vom Balkon aus Passanten mit Schneebällen zu treffen, und natürlich von den Gastauftritten, die sie mit Peaches in Amerika hatte. Einen solchen erlebte man vor geraumer Zeit schon einmal in einem Mitte- Wohnzimmer, angekündigt als ‘Shake your Shit Around’, wo die Szene Königinnen die vom Regen des Tages verschwitzten Fans in Grund und Boden schüttelten.

Es gibt gar keinen Zweifel darüber dass Mignon auch in Zukunft mit Autoritäten wie dem Publikum herumspielen wird. Musste sich nicht Luzifer von ihr schon was gefallen lassen? Heute fingen wir sie ein als die Sonne unterging, morgen ist sie auf der High Street. Sagen wir der Königin Satan’s ein Festessen unter den Zombies der internationalen Musikszene voraus, frei nach ihren eigenen Worten: ‘Ich schaffe es nach Hause –bevor Sonnenaufgang!’.



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