Die 10 angesagtesten Berliner Acts und Bands 2009
Grossstadtgeflüster: festgeschriebene Regeln

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Die 10 angesagtesten Berliner Acts und Bands 2009


Januar 26th, 2009 | 1 Kommentar
Von Dorfdisco Staff

 

Grossstadtgeflüster

Quasi durch die Hintertür schleichen sich Grossstadtgeflüster, deren MySpace Seite schonmal phänomenale 562002 Besucher zählt. Vielleicht weil die Kombination bratz-dummer Dorfdisco-floors (vornehm: “urbaner Elektropop”) mit flach gedichteten deutschen Texten wie “Overkissed and Underfucked” oder “Ich muss gar nichts ausser schlafen trinken atmen und ficken – und nach meinen festgeschrieben Regeln ticken / so pünktlich wies geht meine Steuer abschicke” usw. (Ich muss gar nischt) von Sängerin Schnodderschnauze Jen ab einem gewissen Niveau in die Vereinsbreite geht. Oder ist es einfach der Tatsache geschuldet, dass Großstadt immer noch mit ß und nicht zwei s geschrieben wird? Wie dem auch sei, ihr erstes Album Muss Laut sein (die mit dem Stinkefinger) ist schon mal vergriffen, und das neue Album Bis Einer Heult, das vor kurzem auf ihrem eigenen Label Chicken Soup Records & Tapes (Groove Attack) erschienen, führt mit Du Meckerst Immer und Kümmer Dich schon wieder zwei todsichere Hits, mindestens.

Pre-Listen

www.myspace.com/grossstadtgefluester


 

Super700

Kaum ein populärer Musik-Stil der nicht in irgendeiner Weise bedient, und zu mal treibenden und mal melancholischen Klanggebilde verwoben und vom feinen und glasklaren Gesang der Sängerin Ibadet Ramadani getragen wird. Nicht zu vergessen ihre jüngeren Schwestern, die Zwillinge Ilirjana und Albana, die dem Ganzen mit Hilfe ihrer Stimmen noch das berühmte Tüpfelchen auf dem “i“ bescheren. Nun steht das neue Album (VÖ: 27. Februar) Lovebites an, und nach dem sympathischen, Energie-versprühenden Auftritt im Lido kann man mit Rückendeckung der Majors erwarten dass 2009 ihr Jahr wird.

http://www.myspace.com/super700


 

Lord Mouse & the Kalypso Katz

Nach Dancehall-Reggae und Afropop schleicht sich nun karibisches Feeling in die Wohnzimmer und Clubs der Stadt. Der Topf, aus dem sich schon Mr. Belafonte seinerzeit bediente, ist ein 15köpfiges Kollektiv entsprungen, dessen Mastermind – ein gewisser Lord Mouse – dem urbanen Kaleidoskop der ‘Metropole an der Spree’ mal eben so sein sehr eigenes Konzept von K(C)alyspso hinzugefügt hat. So fehlt diesem Sound jeglicher Schnickschnack, der in solchen Fällen allzu oft als vermeintlicher Authentizitäts-Nachweis herzuhalten hat. Noch vor Palmen und Sandstrand drängeln sich Federboas und Bilder aus dem wilden Berliner Nachtleben der 20er Jahre ins Bewusstsein. Keine weltmusik, aber Musik für die Welt aus Berlin mit Tendenz nach weit oben.

www.myspace.com/lordmousethekalypsokatz


 

Tim Exile

Auf dem elektronischen Sektor tut sich bekanntlich so sehr viel, dass man wöchentlich den Überblick verliert. Tim Exile aber scheint mal wieder viele zu vereinen. Der ursprünlich aus Brighton stammende Wahlberliner wird schon von der einschlägigen Musikpresse abgefeiert oder gar mit David Bowie verglichen. Dabei sind seine Scapes ziemlich vertrackt, verschoben und verschroben, dennoch, schön. Das neue Album Listening Tree erscheint demnächst auf der ersten Adresse für elektronische Musik Warp. Exile wird am 29.1. auf der Transmediale in Berlin im Maria zu sehen sein.

www.myspace.com/timexile



 

Mona Mur & En Esch

Mona Mur & En Esch, Foto Jan Riephoff

Mona Mur & En Esch, Foto Jan Riephoff

Ehre wem Ehre gebührt. Mona Mur & En Esch (ex-KMFDM) werden 2009 einen Auftritt feiern, den man lange sucht. Die Frau mit der rauchigen Stimme und der Typ mit den Metallstiefeln sind beide 80er Jahre Originale, die sich für ihr Zeitverständnis aber erst kürzlich gefunden haben. Seitdem wird neues Material eingespielt und frühe original Mur Songs neu gemischt. Was es so interessant macht ist, dass beide beweisen, dass manch lebende Legende noch nichts von seiner Kraft verloren, und wieder alles vor hat. Zuletzt gesehen bei Berlin Insane, ab Februar auf ihrem Debut Album 120 Tage – The Fine Art of Beauty and Violence.

www.myspace.com/monamur

www.myspace.com/monamurenesch


 

Kamikaze Queens

Vielleicht nicht die Top Ten, aber große Erfolge sollten dieses Jahr das Berliner Punk Kabaret Kamikaze Queens feiern. Mit Trinity (Gesang) und Luscious Lloyd Bass der legendären Sin City Circus Ladies sind sie ihre legitimen Nachfolger. Komplettiert mit Mad kate (Gesang), Tex Morton, einem der besten Gitarristen der Stadt (ex-Alles!) und Nico Lipps (drums) veröffentlichten sie zuletzt fast unbemerkt ihre erste Platte. Darauf gibt es neben gut angehangenen Rock (Young Blood, Dont Look Back) auch 50s Retrotrash oder auf Burlesque frisierten Cabaret-Punk (Voluptous Panic). Ihre temperamentvolle Bühnenshow werden in Zeiten von zunehmenden Zirkusacts mehr Zuschauer erleben wollen. Schließlich bekommen sie hier “the real deal”.

www.myspace.com/kamikazequeens


 

The Assassinations

Steter Tropfen höhlt den Stein, in diese Kategorie fallen The Assassinations, deren Frontmann Razi Barakat nun auch schon eine gute Dekade auf dem Berliner Szenebuckel hat. Als Nachfolger des Soloprojektes Boy from Brazil rocken The Assassinations besser als das all das was rocken sollte, wie ein im schwergeistigem Fuzz verrauchter Krümel, dessen Turn sich bei den Stooges bis Primal Scream, resp. nacktem Rock ‘n’ Roll bedient. Ihr Debut “Future Blasts from the Past” erschien auf ihrem eigens dafür gegründeten Hashishin (Gesundheit) Records Label und ist in Deutschland auschließlich über ihre MySpace Seite erhältlich.

www.myspace.com/therassassinations


 

Two Shoes

Two Shoes

Two Shoes

Jung zu sein sei bekanntlich schwer. Jung zu klingen umso schwerer wenn man sich einem Tsunami auf jung gebürsteten Bands, Sounds, Trends und Träumen gegenüber sieht. So ist es nicht verwerflich, wenn junge Bands sich zunächst von ihren Vorbildern beeinflussen lassen, nur auf die Umsetzung kommt es letzlich dann doch an. So will man bei den Two Shoes auch schon einiges gesehen und gehört haben, trotzdem schaffen es “Berlins Senkrechtstarter” (Magnet/Karrera lub/Motor/Radio1/Stadtkind/030) in ihren eigenen Stiefel zu schlüpfen, und Indie besser frisch und ungezwungen klingen zu lassen. Promt gelten sie als die große Indiehoffnung und beweisen dies vor einer großen Fangemeinde (243589 Myspace Aufrufe alleine). Fehlt nur noch, dass sie auf Universal landen.

www.myspace.com/twoshoesband


 

Erste Stufe Haifisch

Unser Vertreter für intellektuelle Originalität David says: Running the field between wonky punk, spazzed out pink floyd intervals and two note tick tock riffs, the Stufe could’ve ended up sounding like the Young Marble Giants doing cover versions of Beefheart songs, ‘cept for two things. 1. Everyone in this band knows how to detonate a beat and 2. singer Katrin Plavcak.

www.myspace.com/erstestufehaifisch


 

Bionic Ghost Kids

Hadouken und Atari Teenage Riots hattens vorgemacht, Bionic Ghost Kids legen noch einen drauf. Zwischen Happy Hardcore Screamo Schlümpfen und einem Old-School Streetrave brüllt das Ego des Chris Raven und C.J. the Ghost Kid. Die Legende, dass sie einer dunklen, kalten Winternacht entstammen, bei dem Vampire und Zombies gleichermaßen in die Stadt fallen und ihre Bahnen über dem Alex ziehen ist zwar nicht bestätigt, doch ein zielloser Tanz auf den Gräbern des Screamo, Electro, blutigem Gothic und gespenstischem Pop und Rock´n´Roll ist es allemal.

www.myspace.com/bionicghostkids666



Kommentare (1)

Kommentare / Comments:

  1.  27-01-09
    1. bozo  

    check diss out
    www.myspace.com/lordmousethekalypsokatz (- ist doch schon drin! – Red.)