WEE FLOWERS: Der St. Moritz Report


Shuttle Cock, Dracula und Schneeschneeschnee

März 20th, 2009 | 0 Kommentare ...  

WEE FLOWERS: Der St. Moritz Report
Wee Flowers: Grüße aus St. Moritz!

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Längst versprochen und nun endlich – auch ohne Hilfe meiner Muse (deine Rosé-Champagner Rechnungen gehen ins Uferlose, meine Liebe) der Schweiz-Bericht, in dem es um Zürich, Cresta-Bob fahren, nächtliche Schneelawinen-Sprengungen, Pferdekutschenfahrt, den Dracula Club, Whiskey, Pferderennen auf dem Eis, nochmal Zürich und ein Grand Hotel geht.

Einsteigen, Türen schließen, los geht die Fahrt.

Nach der Landung in Zürich darf man zum Hauptgebäude mit der Shuttle-Bahn fahren. Weil die Schweizer Humor haben, gibt es dazu einen Soundtrack mit original Schweizer Geräuschen. Mir persönlich gefiel die Kuh ganz besonders. Bei herrlichem Wetter fuhr ich mit dem Zug in die Stadt, stieg am schönen alten Hauptbahnhof aus und spazierte dann die Bahnhofstraße entlang in Richtung Zürich See. Ein kurzer Abstecher ins Café Sprüngli muß sein, und ohne eine Packung Luxemburgerli unterm Arm geht man da eigentlich auch nicht wieder heraus.

Dann wurde es Zeit für die Weiterfahrt ins Engardin. Während der Zug durch die nächtliche Schweiz immer höher in die Berge fuhr, habe ich genüßlich den mitgebrachten Proviant (Entenkeule&Champagner) gegessen und zur Erfrischung den Kopf aus dem Fenster in den Fahrtwind gehalten. Ankunft im tiefverschneiten Sankt Moritz. In den nächsten Tagen zeigte mir mein lieber Freund und Whiskey&Frauen Liebhaber Borris worauf es ankommt im Engardin. (Da ich aus “religiösen Gründen” kein Ski fahre, gibt es reichlich Ersatzbeschäftigungsprogramm für mich.) Viel gutes Essen mit hohem Käsegehalt, mit dem Ski-Lift zur Paradisohütte fahren, stundenlang durch den Schnee stapfen und Höhenluft atmen. Als Belohnung im Waldhaus (größtes Whiskey Angebot der Welt) einen alten schottischen Whiskey trinken ( mhmm, Bushmills), oder alternativ zum Five O’ClockTea ins Palace Hotel einen heißen Tee trinken. Zur Zerstreuung findet auf dem XXXSee auch schon mal ein Pferderennen statt. Hohe Pelzmanteldichte, starker Champagnerverbrauch und Siegerprämien von noblen Adressen sind bei solchen Anlässen Standard. Ich betrachte das ganze eher aus der Zoobesucher-Perspektive.

Flowers, Dorfdisco 2009

Gunther Sachs Sarg-Bob, Photo: Flowers, Dorfdisco 2009

Bis jetzt war es ja alles ganz romantisch, aber dann steigt der leicht beissende Geruch der Gefahr in die Nase… Es hatte tagelang so viel geschneit, dass die Pisten gesperrt werden mußten, Ski-Lifte stillstanden, und dann auch noch das Tal komplett von der Außenwelt abgeriegelt war. Die einzige Paßstraße war nur  mit Ketten befahrbar. Dann donnerten nächtliche Detonationen durch die Stille: vorsichtshalber wurden Lawinen durch gezielte Sprengungen ihrer fiesen Bestimmung beraubt.

Das hält mich aber in keinster Weise von meinem langgehegten Traum ab, einmal mit einer Pferdekutsche durch die verschneite Nacht zu fahren. Passenderweise baumelte über dem dunklen Waldweg ein fahler Vollmond, teilweise hinter Wolken verdeckt, die Szene erinnerte mich an eine sehr ähnliche aus dem “Tanz der Vampire” Film… Um sich noch ein bißchen mehr zu gruseln bietet sich ein Besuch im Dracula Club an. Eigentlich ein nettes Chalet, das in eine gemütliche Disco umgebaut wurde. Dort feierte schon in den Sechzigern die Clique von Gunther Sachs ausgelassene Parties. Anschließend ging man dann mit ordentlich Promille im Blut zur Cresta Bahn, wo man sich dann auf einem 60 Kilo schweren Metallbob – oder, wie der Gunther, in einem Sarg – mit dem Kopf voran mit circa 120 kmh den Eiskanal ‘runterstürzte.

Heute benimmt sich dort allerdings nur der verwöhnte Nachwuchs nach einigen überteuerten Drinks komplett daneben.
Dann ist es Zeit Abschied zu nehmen. Wieder geht die Fahrt durch verschneite Berge und Täler Richtung Zürich, Irgendwie reicht es jetzt auch mit dem Schnee. Wird Zeit, daß es Frühling wird..!



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