Bronko and Guitar


Oktober 28th, 2004 | 0 Kommentare ...  

Bronko and Guitar

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Im kleinen Wild at Heart ist nicht viel los. Vorne an der Bar sitzen ein paar Jeansjacken vor ihren Gläsern, doch im hinteren Raum stehen eine Handvoll Zuschauer gebannt vor der Bühne. Auf ihr rockt ein Duo, das, so fühlt man, kurz vor seiner Entdeckung steht.

Nimm diese Notiz als Versprechen. Diese Band könnte mal ein ganz neues Feld anlegen. Bronko and the Guitar heisst sie, und wenn die Geschichte weiterhin auf ihrer Seite steht, sollten sie sich eines Tages sehr weit oben wiederfinden. Woran soll das liegen? Hier ist kein Trend, keine Disco, Tanz, oder Spass erkennbar. Der Sound von Bronko and the Guitar spielt mehr mit dem Blues, kräftig dahingerotzt.

Sänger und Gitarrist Sunny Sick ist noch etwas unsicher, fragt das Publikum nach der Lautstärke seiner Gitarre, einen Mixer auf denman sich verlassen könnte, gibt es hier nicht. zwischendurch gibt esauch immer mal wieder die eine oder andere Absprache mit Stiv Rhythm, dem Schlagzeuger und einzigen weiteren Musiker auf der Bühne. Zu zweit brechen sie bei jedem Stück die Phantasie des Zuhörers ein Stück weiter auf.

Was da rüberkommt ist weder schräger Trend noch berechnend Kitsch. Manchmal sucht man den Vergleich zu 60ger Garagenbands, dann bei The Gun Club. Zwischendurch bricht alles über nur noch ein sattsam gerocktes Riff zusammen.

Dann ist da dieser Sound, der, als ich ihn das Erste mal hörte, gleich persönlich nahm. Sunny Sick’s Stimme klingt mehr nach Seele als Ego, dazu frei und scharf, mit Texten, deren Bedeutung sich selbst noch in Fetzen fortsetzen. Derweil trommelt Stiv Rythm cool und präzise, doppelte Beats. Bestimmt noch Groove die Haltung, hängt sein Kopf die halbe Zeit über der Snare, als sollte die Optik noch ein Stück weitererzählen. Und nicht Punk, sondern Jazz is not Dead steht auf seinem T-Shirt.

Sunny trägt vornehmlich Westernhemd, halb offen. Sunny könnte auch aus einem 60ger Hollywoodstreifen stammen. Manchmal, wenn er seine Sonnenbrille trägt und so ins Nichts schaut, denke ich an Steve McQueen, oder Peter Fonda. Und irgendwie beschleicht mich dieses Gefühl, dass sie mit einem Augenblick eine ganze Epoche auslöschen könnten.

P.s.: Bronko and the Guitar am 10.12. im Golden Gate, (mit Sedlmeir).



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