Ausgerockt!


Dorfdisco über Berlin 2011 und das Fehlen einer Musikszene

Dezember 29th, 2011 | 3 Kommentare ...  

Ausgerockt!
Driver & Driver. Photo: Dorfdisco.de

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Kommentare / Comments:

  1.  
    1. WahWah-trick Pah-gner  

    tja, die vielversprechende 00’er musikszene in berlin ist schon seit einigen jahren tot, und wenn denn "neue" bands features in den print- und onlinemedien erhalten, geschieht dies meist nur aus notalgiegründen: e.g. mittdreissiger schreiberlinge die einst "teil einer (gymnasium, haha) jungendkultur" waren, kommentieren nun Ja-(*gähn*)Panik weil es sie an die späten 90er, eben ihre "jugendkultur" erinnert (btw: was haben Ja Panik denn ueberhaupt mit Berlin zu tun?, außer dass sie dort hin gezogen sind als alles eh schon zu spät und vermainstreamed war, die posh Eltern finanzieren das wohl brav…) oder eben Jolly Goods (well…was ist daran neu?). Das wirklich neue (und, JA, das gibt es) traut sich nunmal niemand zu featuren oder zu kommentieren, denn darüber findet man ja nichs im internet (lazy journalist kann dann ja artikel via copy/paste in neuer journalistenpraktikantenmanier in 5 minuten ergänzen oder umändern kann und als sein review verkaufen ohne jemans ein konzert besucht zu haben oder ein album richtig gehört zu haben.

  2.  
    2. Erwin der Jesus im Multimediazeitalter selbst  

    Berlin ist so gut wie tot. Musikmäßig. Man bekommt einen guten Eindruck, wenn man sich mal rechts oben die Rubrik "Musiker suchen/finden" ansieht. Oder in einem beliebigen Übrungsraumkomplex die entsprechenden Aushänge. Oder mal auf ein Konzert geht, wo aus Verlegenheit eine Berliner Vorband engagiert wurde. Ich mache hier aufmerksam auf die Britpopcoverband (?) im Vorprogramm von ‚Girls‘ (!) im damaligen Magnet vor zwei Jahren. Kann mich da auch noch an ein jugendliches Sängerduo vor einem Konzert von Surfer Blood erinnern, das wahnwitzigerweise ein bizarres U.S. Top 40 Country-Pop-Pastiche im Stile des Tim McGraw meinte darbieten zu müssen. Was aber auch wieder beweist, dass es offensichtlich nicht die institutionellen/’infrastrukturellen‘ Gegebenheiten sein können. Auftrittsmöglichkeiten snd ja offensichtlich da:

    "Alta, wir haben nächste Woche einen Auftritt beim Bernauer Bierdimpelfest und danach treten wir im Vorprogramm von ‚Girls‘ auf… wer auch immer das ist…" ch ch chhh. Grotesk!

    Das Problem scheint in der Tat also der Natur zu sein, dass 99,5 Prozent aller Menschen hier, die eine Gitarre halten oder aufrecht hinter einem Schlagzeug sitzen können, nichts als Grütze im Kopf haben. Der Rest ist dementsprechend viel zu frustriert, um irgendwas machen zu wollen.

    Was bleibt ist ödester Postrock- bzw. ‚Elektro‘-Quark der Marke Sinnbus oder andere Durchschnittlichkeiten. Danke fürs Zuhören.

  3.  
    3. Sea Wanton  

    B ist so gut wie tot? neeeeehhh – ist eher so wie bei Karstadt – du gehst rein, alles ist da und nichts davon kannst du gebrauchen (du hast es entweder schon dreifach oder keine verwendung dafür, es sieht scheisse aus oder ist nur tand und glitter und müll – noch schlimmer – erdacht im rheinländischen karneval, usw. usw.) fazit: selbst Berlin hat qualität nicht gepachtet (und scheisst uns deshalb mit reichlich quantität zu). techno, blues, prog-rock, metal und +++ und (hab‘ ich ’nen style vergessen?) gurken nebeneinander her um in der fun (touristen) gemeinde noch ein paar euros abzustauben…da bleibt dann auch für die nischen nicht mehr viel übrig. wirlich schade wär’s nur wenn die dorfdisco zumachen würde. slow motion is better than no motion.