You Will Get Well Soon – Rest Now, Weary Head! (City Slang)


Januar 3rd, 2008 | 0 Kommentare ...  

You Will Get Well Soon – Rest Now, Weary Head!  (City Slang)

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Konni Gropper kommt aus der deutschen Celloschicht und hat die Mannheimer Popakademie besucht. Und seitdem er dieses Wunderkind Album vollgepackt mit Zimtsternwäldern und elektronischer Zigeunerromantik zusammengemischt hat, jubelt die Presse und liegen ihm die Fans zu Füßen ob des großartigen Talents und der bedeutsamen Geigen im Himmel. Trotzdem kann es mich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Substanz dieser gemütlich-sonoren Gemengelage hübscher Arrangements wenig mit erlebter Agonie oder exsistentialistischer Erfahrung zu tun hat, wie es Groppers Vorbilder Bargeld oder auch Cave durchmachten. Dafür fördert der Sprint vom Tannenbaum über die Popakademie nach Glastonbury in den Postbahnhof und demnächst womöglich ins deutsche TV und Feuilleton auch nur eine Wahrnehmung, die sich schnell die Rettung melancholischer Popgefühle aneignet, den Superrettungslativ in trauriger Nullerromantik und tief nach vorn gekämmten Haarschnitt sieht. Dabei überhört sich You Will Get Well Soon so soon wie You Will Get Well Soon kam. Oder anders gesagt: nur weil You Will Get Well Soons 2.0 Stil kompositorisch funkelt, und mit viel wiederaufgelegter 80er Untergrundhaltung eindrucksvoll jongliert, ist es für viele besserkultivierte Alleswisser die Erfüllung schlechthin “endlich gute Musik” ins Regal zu stellen. Schließlich haben solch Frohsinnsungeheuer wie die Sportfreunde Stiller, Tomte, Seeed, Beatsteaks etc. diese Sehnsucht nach was Ruhe im Kopf nie bedient.

www.youwillgetwellsoon.com | www.myspace.com/youwillgetwellsoon



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