Wire – Object 47 (Pinkflag/Cargo)


Juli 1st, 2008 | 0 Kommentare ...  

Wire – Object 47  (Pinkflag/Cargo)

Von

Wires neues Album Object47 ist wie die Rache einer Band, die Ende der 70er, als Punk schon kollabierte, großer Kult war. Aber dafür, dass die Band um Colin Newman, Robert Gotobed und Lewis noch einmal zurückgekommen ist, kann man der Band (und vielen Anderen) dankbar sein. Dafür, das sie ihrem musikalischen Konzept so sehr treu geblieben sind (auch Object 47 wurde mit Wires Langzeitproduzenten Frank Lievaart aufgenommen), umso mehr. Das beginnt im markanten Wire Sound, der trancig düster, aber so kräftig fett unterlegt ist, dass man auf dem Witz schon ausrutschen will, und setzt sich in ihrem typisch stoisch alarmierten Rythmus fort, der alle Aufmerksamkeit aufsaugt.

Nach ihrem großartigen 2003er Comeback Send und den wieder kaum beachteten Read & Burn EP’s, geht Object 47 allerdings etwas ruhiger an. Nach dem grimmigen, aber catchy Opener One of Us (freier Download von www.pinkflag.com) bis zum letzten, aufbäumenden Track All Fours entfaltet sich eine selbstreferenzielle Reise mit gemütlicher Wucht. Gequengelte Zeilen wie Please let me help you remember, your mind is short, you lost the plot sind schon selten, sie besitzen so eine Dringlichkeit, die Wire stets drauf hat. Insgesamt hält die CD so eine solide Art musikalischer Kunst aus, ohne auf Gassenhauer zu verzichten.

In dem Zusammenhang unvergessen ihr letzter Auftritt hier in Berlin, Oktober 2002, als die ja auch schon etwas ältere Band das weitaus Jüngere, und zunächst sehr launische Publikum unbeirrt in einen schlussendlichen Wahnsinn trieben. Dabei spielten sie kaum etwas von ihren legendären drei ersten Alben, deren Songs teilweise Tonartwechsel zu jeder Strophe vornahmen, oder auch schon mal während eines Soundchecks im SO36 erfunden wurden.

Ohne auf heutige Produktionen abzuheben ist mir dieses Object lieber, und die alten Nummern wie Reuters ebenso.

www.pinkflag.com



Kommentare sind geschlossen.