White Denim – Fits


(Full Time, Rough Trade, schon erschienen)

Oktober 21st, 2009 | 0 Kommentare ...  

White Denim – Fits

Von

Das Einzige an was es diesem Album mangelt, sind genormte Songstrukturen. Unter dem Titel Radio Milk How Can You Stand It kommt der erste Titel daher. Milchiges Mainstream Gebräu aus dem Radio sind die drei aus Texas nicht, doch was sind sie eigentlich? James Petralli an der Gitarre (sorgt außerdem für die Vocals), Steve Terebecki am Bass und Josh Block am Schlagzeug, um die Personenfrage zu klären. Über Garagerock und Postpunk geht das, was sie dort tun, allemal hinaus. Es sei denn, man nehme diese Rezeptur als Grundrezept und füge nun alle möglichen Zutaten und Gewürze hinzu. Wo All Consolation noch als Muse-Verschnitt anklingen mag, wird man im vierten Song mit spanischen Texten überrascht, der passender Weise auch gleich mit lateinamerikanischen Rhythmen gespickt ist.

Später, in Sex Prayer schmeckt man schließlich eine Prise Dub heraus und es mutet recht psychedelisch an. Der nächste Song klingt wie eine Fortsetzung des Vorangegangenen, wobei er dennoch sein eigenes Gesicht bewahrt und man an den psychedelic Bluesrock der Doors erinnert wird, der einen geradewegs auf einen Trip schickt, auch ohne Drogen.

Paint Yourself wirkt dagegen beinahe verträumt-verspielt mit unerwartet viel Text, nach den vorangegangenen Gitarre-Schlagzeug-Bass Krachern. Handelt der Text ja auch von einer dieser armen, neuzeitlichen Seelen, deren Leben stagniert, Pläne immer wieder aufgeschoben werden und man sich dennoch selbst als Star inszeniert: you paint yourself late at night / you rewrite your history.

Auch der folgende Song I’d Have It Just The Way We Were knüpft wieder an seinen Vorgänger an, und der Zuhörer darf sich noch ein Stück länger den etwas poppigeren Melodien hingeben.

In Everybody Somebody wird’s wieder Bluesrockiger und unsere Ohren kitzeln ein paar Rockabillyelemente, bis man schließlich vom letzten offiziellen Song (vor dem Bonus Track) schwebend fort getragen wird, in einer Mischung aus House of the Rising Sun und Calexico, nur zum Schluss durch einen schrillen La-la-la-Chor wieder auf dem Boden aufzuschlagen und sich anschließend etwas verwirrt und ziemlich beeindruckt zu fragen, was das denn jetzt war.

Das tolle an dem Album ist, dass es so unberechenbar ist. Immer wieder glaubt man Ähnlichkeiten zu entdecken mit lang gekannten Sachen…und dann, nein doch nicht. Zwar bedienen sie sich, ohne Zweifel, verschiedenster Musikstile, doch sie kreieren dabei ihren eigenen abwechslungsreich-energetischen Sound.

www.myspace.com/whitedenimmusic



Kommentare sind geschlossen.