War Child – Heroes Vol. 1


VÖ 20. / 27.02.2009

Februar 18th, 2009 | 0 Kommentare ...  

War Child – Heroes Vol. 1

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Wohltätigkeitssampler sind so eine Sache. Schnell gleitet man in die Trittbrettfalle, vor allem dann, wenn sehr viele eine solche Aktion unterstützen. Muss man dann auch? Ja, man muss, spätestens wenn ein beispielloser Sampler der 15 bekanntesten Ikonen der Rockgeschichte vorliegt, neu interpretiert und bearbeitet von Bands und Künstlern, die sich diese Ikonen selbst aussuchen durften. Alleine die Wahl der Band die da ran durfte ist schon ein Highlight, kann man so mal auf das Wissen um und die Vorzüge von z.B. Bob Dylan oder David Bowie schließen, die sich für ihre Songs Beck (Dylan) oder TV on the Radio (Bowie) gewünscht haben.

Als Herausgeber der Compilation zeichnet sich War Child, eine 1994 gegründete, gemeinnützige Organisation, die mit von Krieg betroffenen Kindern in Irak, Afghanistan, dem Kongo und Uganda arbeitet. In einem beispiellosen Prozedere, und unter Mithilfe von Paul McCartney und David Bowie, die dem Projekt als Erste ihre Zusage zusicherten, hat diese 15 der bekanntesten Ikonen der Rockgeschichte dazu bekommen, jeweils einen Song ihres Schaffens einem Act / Band zur Neubearbeitung zu überlassen. Herausgekommen ist eine beachtliche Mischung von alt und jung, und vor allem stark neu interpretierter Klassiker, die sich sehen und hören lassen können.

Und vielleicht war es auch gerade diese Bestärkung, das manchen “jungen” Act das Beste, oder aber auch Kontrovese aus seinem Stück herauszuholen wagte. Was zum Beispiel ist, wenn New Yorks Scissor Sisters dem ohnehin schon glitzernden Do The Strand von Roxy Music einen mit der Bobby Orlando Sprühdose überziehen, die Kooks sich als die besseren Kinks outen (obwohl, ohne die Kinks ja auch keine Kooks), oder Lily Allen mit Hilfe von Mick Jones Straight to Hell von den Clash covern, dass es einem den Hut zieht? Nur ein Rufus Wrainwright kann Wonderful (Song for the Children) von den Beach Boys interpretiert haben und selbst die bei uns nicht immer gut gelittene Peaches kommt mit ihrer Search and Destroy Version von Iggy and the Stooges weg, weil nicht auf die Mütze, sondern unter den Schlüpfer gesungen. Und last-no-least, Joy Divisions Transmission , immerhin eine Reliquie des Postpunk, geht nach allen Vorurteilen gegenüber den in jeder pickeligen Gazette gehypten Hot Chip und nach all dem Joy Division Ausgeschlachte der letzten Jahre über die Bühne.

Was darf man da noch kritisieren? War Child Heroes Vol. 1 entpuppt sich als herausragendes Beweisstück für die Lebendigkeit der westlichen Popkultur und lautstarker Wurf ins Schicksal dieser Welt.

Titelliste:

1. BECK (Bob Dylan – Leopard-Skin Pill-Box Hat)
2. SCISSOR SISTERS (Roxy Music – Do The Strand)
3. LILY ALLEN (The Clash – Straight To Hell)
4. DUFFY (Paul McCartney – Live And Let Die)
5. ELBOW (U2 – Running To Stand Still)
6. TV ON THE RADIO (David Bowie – Heroes)
7. HOT CHIP (Joy Division – Transmission)
8. ESTELLE (Stevie Wonder – Superstition)
9. RUFUS WAINWRIGHT (Brian Wilson – Wonderful/Song For Children)
10. PEACHES (Iggy Pop – Search And Destroy)
11. THE HOLD STEADY (Bruce Springsteen – Atlantic City)
12. THE KOOKS (The Kinks – Victoria)
13. THE LIKE (Elvis Costello – You Belong To Me)
14. YEAH YEAH YEAHS (The Ramones – Sheena Is A Punk Rocker)
15. FRANZ FERDINAND (Blondie – Call Me)

www.myspace.com/warchildheroes

http://www.warchild.org.uk/heroes

Als 15-fache Single Box (mit Original auf der B-Seite, VÖ 27.2.)

http://www.emimusic.de/produkt/5099924407571#1



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