Two Dollar Bash s/t (Cannery Row Records / Pool Music)


November 2nd, 2007 | 0 Kommentare ...  

Two Dollar Bash s/t (Cannery Row Records / Pool Music)

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Es gibt sie noch, diejenigen, deren Welt schon morgens schlecht und unverändert gegen einen ist, gleich was man dagegen unternimmt. Diese, im amerikanischen als “Country” bekannte Sichtweise der Dinge ist auch die von Two Dollar Bash. Kein Lied in dem nicht von irgendeinem Trübsal oder Unglück die Rede ist, kein Zustand, der nicht von heilloser Leere und deren unvermeintlichen Abrutschen in Alkoholismus zeugt. Und wenn man schon unter einem Wolken verhangenen Himmel auf die Sonne wartet, dann tut man dies als gestandener Mann, dem nicht viel anhaben kann, keine unglückliche Liebe und auch kein tragisches Schicksal. Denn anhänglich sein, oder gar jemanden auf die Nerven fallen, das ist das Letzte was der dieser Haltung innewohnenden Ehrenkodex vorschreibt. Und so leben und spielen Two Dollar Bash abseits jeder Beachtung durch die Medien ihren Country und Folk vor ein paar Berliner Gleichgesinnten in den gleichen dunkelgrauen Stoffmänteln und klobigen Schuhen, deren Welt längst vom Fortschritt aufgefressen wurde. Was bleibt ist diese traurig schöne Mundharmonika, das durchgehende schwirren der Westerngitarre, das ab-und-zu anziehende Banjo und das nur selten, und wenn dann zart zu vernehmende Schlagzeug neben den ehrlichen, vom vielen Zigaretten, Bier und Whisky geschmirgelten Stimmen von Tony Rose, Mark Mulholland, Matt de Harp und Joe Armstrong. Gott hab sie selig will man sagen, wäre diese schon zweite CD in einem Jahr nicht so herausragend gut, dass sie damit bis nach Nord Amerika touren, auf das South by Southwest Festival eingeladen werden, während ihnen in Berlin gerade mal ein Gig vor 10 Freunden im English Bookstore Friedrichshain bleibt.
www.canneryrowrecords.com/info/twodollarbash.html



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