Tweak Bird – Tweak Bird


VÖ: 06.09.2010/Souterrain Transmissions

August 9th, 2010 | 0 Kommentare ...  

Tweak Bird – Tweak Bird

Von

So wirklich neu ist das Erscheinungsbild und der musikalische Ansatz von Tweak Bird auf den ersten Blick nun ganz und gar nicht. Die Konzeptbausteine  ‘Duo-spielt-krachigen-Rock’n-Roll’, ‘Songs-mehrheitlich-unter-drei-Minuten-halten’ und ‘Mal-kurz-für-ne-Woche-ins-Studio-und-fertich-is-die-Pladde’ haben am überzeugensten wohl zuletzt die Japandroids zusammengesetzt.

Die Gebrüder Caleb und Ashton Bird pfeifen allerdings mittlerweile auf das Lo-Fi-Diktat, dem sich viele dieser Kapellen so charmant unterwerfen (sie selbst auf ihrer 2008  erschienen EP   Reservation übrigens auch noch) und basteln stattdessen lieber an ihrer eigenen Version von Crossover – stellenweise durchaus ideenreich.

Wenn dann noch ein ausgewiesener Geschmacksnerd wie Dale Crover von den Melvins als Produzent sein Finger im Spiel hat, könnte an den beiden Vögeln ja auch durchaus irgendetwas dran sein.

Stoner-Rock und die frühen Sabbath – der klassische, tonnenschwere Riff-Rock eben – sind die Grundzutaten und eigentlich glaubt man nach drei Stücken schon genau zu wissen wohin der Hase läuft. Nur, das Tierchen schlägt zwischendurch recht eigenwillige Haken. Schon der erste Bläsereinsatz am Ende von A Sun/ Ahh Ahh lässt das Pendel – huch! – in Richtung Krautrock schwingen. Die trippigen Flötentupfer in  Flying High entführen in Richtung Psilocybin-getränkte, hippieske  Festivalnächte, und als dicker Schlusspunkt das wunderbar durchgeknallte Distant Airwys mit Be-Bop-artigen Trompetenorgien.

Das hört sich allerdings erstmal mutiger an als es letztendlich dann ist.  Statt konsequent den jazzig angehauchten Weg weiter zu verfolgen musste unbedingt gleich noch Pop-Appeal und Headbanging-Futter mit verbraten werden. Das Ergebnis mundet dann auch weder fischig noch fleischig.

Das Problem dabei ist nicht mal unbedingt die Tatsache, dass viele Riffs einfach ziemlich ähnlich klingen, sich eigentlich erst ab Song Nummer 4 im strukturellen und musikalischen Aufbau wirklich etwas ändert. Der Knackpunkt vielmehr: Die Scheibe ist für ihren Anspruch viel zu kurz. Erst heißmachen, aber sich verdrücken wenn es spannend wird – nicht wirklich sexy! Ein bisschen mehr Risikofreude und weniger ‘Sicherheitsdenken’ würden Tweak Bird nämlich ganz gut stehen.

Live sollen die Jungs übrigens auch einen dritten Mann für die Bläsergeschichten am Start haben und richtig die Sau rauslassen. Hoffentlich dann ohne Netz und doppelten Boden.

http://www.myspace.com/tweakbird



Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: