The Pharmacy – Weekend


V.Ö.: 11.05.10; Seayou/Cargo

Mai 27th, 2010 | 0 Kommentare ...  

The Pharmacy – Weekend

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The Pharmacy sind nicht einfach nur Retro. Diese Band ist tatsächlich schon fast Vintage. Drei, mittlerweile in New Orleans beheimatete Freaks, die offensichtlich die Vinyl-Sammlung ihrer Eltern (oder Großeltern) inhaliert haben und auf Weekend in gerade mal gut 30 Minuten einen Klassiker an den Nächsten reihen.

Kleiner Exkurs gefällig? Man schlage nach im großen Geschichtsbuch des Rock’n Roll. Da gab es doch mal diese sogenannte British Invasion mit Herren wie Alexis Korner, Eric Burdon oder auch einem gewissen Keith Richards, die seinerzeit den schwarzen Rhythm’n Blues für sich entdeckten und damit so ganz nebenbei den Grundstein für den Siegeszug der Popmusik legten. Lang, lang ist es her.

Mittlerweile schreiben wir bekanntermaßen Mai 2010 und diese Bengels sind tatsächlich frech genug, sich endlich das ganze Zeugs von der Insel zurück in die U.S. of A. zu holen. Kulturtransfer in umgekehrter Richtung also, wenn auch mit einiger Verspätung. Dabei klingen sie schon fast erschreckend authentisch, fast so als seien sie geradewegs per Zeitmaschine aus London und Liverpool ins 21.Jahrhundert katapultiert worden.Als ehemalige Straßenmusiker wissen die Jungs darüber hinaus ganz genau worauf es ankommt: Man braucht kurze, knackige Songs mit eingebautem Gute-Laune-Faktor um beim Publikum zu landen. Das unterstützt dann nämlich auch den Griff zum Portemonnaie.

Auf Weekend gelingen ihnen nun fast perfekte 2-Minuten-Popsongs mit reichlich Hitpotential und Tiefgang. Ich gehe jede Wette ein: Mit der entsprechenden Promotion-Maschinerie im Rücken irgendeinen der 13 Tracks als Single ausgekoppelt, und man weiss was einem für die nächsten Monaten ausgiebig aus den Radiosendern entgegenschallen wird.

Die Pfeiler, auf denen dieses Album thront: The Animals (What are you doing with my life?), die Kinks zu ihren besten Zeiten (My Business) und immer wieder die Beatles. Hand aufs Herz: Stünden als Komponisten unter Titeln wie Wait in Vayne oder Did you ever doubt yourself? nicht die Namen Yoder/Bowers/Rubicz sondern Lennon/McCartney/Harrison – sie wären längst musikkulturelles Allgemeingut. Aber The Pharmacy hätten sich wohl auch im Dunstkreis von Neutral Milk Hotel, Olivia Tremor Control und all den anderen Bands des Neunziger-Jahre-Kultlabels Elephant6 ganz wohl gefühlt.

Ihr merkt, ich habe mich da wohl ein bissel verknallt, bleibe aber dabei: Verglichen mit all den anderen Bands, die  zu Zeit auf der Retro-Welle durch die Lande surfen, haben The Pharmacy einfach einen deutlichen Charme-Vorsprung.

http://www.parkthevan/pharmacy

http://www.myspace.com/pharmacy



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