The Drums – The Drums


VÖ: 04.06.10; Moshi Moshi/Universal

Mai 21st, 2010 | 0 Kommentare ...  

The Drums – The Drums

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Mit ihrer Summertime – EP sind sie schon ziemlich durchgestartet, wurden geradezu überhäuft mit Kritikerlob und sorgten für gespitze Ohren (nicht nur) bei der Bubblegum-Popgemeinde, interessanterweise vor allem im britischen Königreich.  Dem Versuchsballon folgt jetzt der erste Longplayer und die Erwartungen sind natürlich hoch.

Für alle Spätaufsteher hier nochmal die Kurzversion: The Drums stammen aus Brooklyn, sind als Band gerade mal etwas über ein Jahr alt und bedienen sich ausgiebig aus dem musikalischen Fundus vergangener Dekaden.  Gesucht wird bevorzugt an der amerikanische Westküste der späten 50er/frühen 60er Jahre und in  England, zwanzig Jahre später. Das Ergebnis: Zitat-Indiepop, der mehr auf die Tanzbeine als auf das Großhirn zielt.

Auf dem Album finden sich 10 bisher unveröffentlichte Tracks plus zwei Überlebende der EP (Let’s go surfing natürlich und Down by the Water), wobei der Einstieg mit Best Friend und Me and the Moon auch Summertime schon gut zu Gesicht gestanden hätte. Der erste Eindruck: Es wurde einiges an Aufwand in die Produktion gesteckt, Hall und nochmal Hall auf alles gelegt, mit Streichersynthies und allem Pipapo. Jonathan Pierce’ Gesang nervt auf Dauer etwas, aber die Jungs können unzweifelhaft,  zwar keine unsterblichen aber immer noch einige ziemlich suchterzeugende Popsongs schreiben.

Allerdings macht sich auf diesem Debüt streckenweise wesentlich mehr Melancholie breit als zunächst vermutet. I thought that my life would get easier, instead it’s getting harder’ lässt Pierce in Book of Stories, dem stärksten Song des Albums, den Hörer wissen. Spätestens ab Skipping Town ziehen nämlich langsam Regenwolken über der Strandparty auf und dann wird das Album für ungefähr 15 Minuten richtig interessant. Da gelingt The Drums nämlich der scheinbar mühelose Brückenschlag vom Sixties Surf-Pop zum Früh-Achtziger New Wave und wieder zurück.

Dummerweise schleicht sich spätestens nach It will end up all in tears (das in seiner Shoegazer-Attitüde mit programmiertem Schlagzeug im Hintergrund noch ganz gut kommt)  die Langeweile ein. Da fehlen dann einfach die zündenen Ideen für den Schlußspurt  und der musikalische-minimalistische Ansatz mit dem immer gleichen Twang-Gitarrensound  kann über eine ganze Album-Länge dann doch nicht wirklich kicken. Die Akkustik-Klampfe in I’ll never drop my sword ist nochmal ein nettes Gimmick, lässt kurz aufhorchen, verleiht im Ergebnis dem Song aber dann doch nicht wirklich mehr Substanz.

Trotz all der schönen Melodien und dem durchaus vorhandenen Hitpotential muss man sagen: Den Vorschußlorbeeren wird diese Platte nur über etwas mehr als die Hälfte ihrer Spielzeit gerecht. Gegen Ende schwächeln die New Yorker deutlich. Vielleicht wäre der Gesamteindruck positiver ausgefallen, hätte man die Songreihenfolge etwas geschickter zusammengestellt. So bleibt leider Eindruck, dass hier einiges an Pulver ein bisschen zu früh verschossen wurde.

www.werarethedrums.com

www.myspace.com/thedrumsforever



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