The Drums – Summertime EP


(VÖ: 26.02.2010; Moshi Moshi / Cooperative Music / Universal)

Februar 7th, 2010 | 0 Kommentare ...  

The Drums – Summertime EP

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Mittlerweile kommen doch mehr und mehr berechtigte Zweifel auf, ob denn auf dem Sektor des tanzbodentauglichen Indiepops der Nuller-Jahre überhaupt noch irgendwas Neues oder zumindest Erfrischendes passieren könnte. Was sich zur Zeit nämlich weitgehend hinter den sogenannten neuen Hoffnungen verbirgt löst nicht selten das große Gähnen aus. Anscheinend funktioniert das Ganze nur noch im Stilmix mit Afro-Beat und ähnlich Exotischem.  Einfach mal den Surf-Sound der 50er und frühen 60er Jahre als Blaupause für die Neuerfindung des britischen Factory-Hypes samt all dessen Referenzen zu benutzen, ist dabei nicht nur naheliegend sondern erweist sich im Ergebnis auch als ziemlich clever kombinierbar.

Im Fall von The Drums zumindest, deren erste EP nun auch in Europa erscheint und die zum Einstand dann gleich mal frech Let’s go Surfing fordern.  Muss man sich auch erstmal trauen, diesen fast schon unverschämten Verweis auf die Beach Boys vor Brian Wilson’s Studioeskapaden der Pet Sounds-Ära.

Das Londoner Label Moshi Moshi hat die vier New Yorker unter Vertrag genommen. Kein schlechtes Sprungbrett, immerhin haben dort u.a. schon Hot Chip, Kate Nash oder Bloc Party ihre ersten Gehversuche unternommen.

Das wirklich Tolle an den sieben Stücken auf  Summertime: Sie zielen auf den größten gemeinsamen Nenner der Musikhörer-Gemeinde. Man kann sich an den vielfältigen Zitaten und Inspirationen der Popgeschichte erfreuen. Sei es bei Make You Mine, das seinerzeit genauso gut bei Sun Records hätte erscheinen können, sei es das treibende Sad Summer mit seiner 80er Jahre New Wave Attitüde. Oder man lässt die Historie einfach Historie sein und tanzt drauflos. Es müssen ja nicht immer die großen Songs für die Ewigkeit sein, manchmal reicht schon die Begabung, im Rückgriff auf die Vergangenheit richtig schöne Ohrwürmer zu erschaffen. Und da liegt die Quote bei The Drums verdammt hoch.

Denn wenn so charmant und mit derart viel Lässigkeit der Kanon populärer Musik geplündert wird, sollte man schon allein aufgrund der durchgängigen Geschmackssicherheit, die diese Band dabei an den Tag legt den Hut ziehen. Keine Ahnung ob sich der Aha-Effekt auch über ein ganzes Album konservieren oder auch dieser Ansatz schneller als gedacht Ermüdungserscheinungen hervorruft. Für Juni ist der erste Longplayer angekündigt, dann wird man sehen. Vom jetzigen Standpunkt aus betrachtet haben The Drums aber durchaus das Potential eine der Bands des kommenden Sommers zu werden.

www.werarethedrums.com

www.myspace.com/thedrumsforever



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